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Kurzwaffen für die Jagd

Sau im Schnee

Warnung! Ich jage Sauen. Da wegen der zu leichten Geschosse, nach Meinung des hamburgischen Landesjagdverbandes, sowie jagdballistischen Erkenntnissen, keine der mir gehörenden Kurzwaffen zur Hochwildnachsuche, angreifende Sauen abzuwehren, geeignet ist, beantrage ich, mir nach dem Waffengesetz eine Erwerbserlaubnis für eine Pistole im Kaliber .44 Rem. Mag, die den jagd- und waidgerechten Erfordernissen schwere Geschosse auf schweres Wild zu schießen, entspricht, zu erteilen.

  1. Fallenjagdwaffe M-52 Zuerst schaffte ich mir für 238 DM für die balgschonende Fallenjagd eine kleinkalibrige gebrauchte alte Militärpistole, die M-52 in 7,62 x 25 Tokarev an. Die Waffe wurde zum Einsatz im Feld entwickelt. Um auch in Dreck und Schlamm sicher zu funktionieren sind die Passungen weit. Entwurfziel war Soldaten, also Menschen, kampfunfähig zu schießen Die Waffe weist keinen Spannabzug auf. Schnelle Schußbereitschaft ist bei der Fallenjagd naturgemäß nicht erforderlich, da das Ziel festliegt.



  2. Wenn eine Waffe dagegen, gegen bevorstehende Angriffe, sofort schußbereit geführt werden soll, muß die Waffe gespannt und entsichert, also scharf und leicht auszulösen geführt werden. Damit geht man ein gewisses Wagnis ein unbeabsichtigt, etwa bei der Nachsuche stolpernd oder sich im Wald verheddernd, einen Schuß zu lösen.

    Die M-52 ist mit E0 > 200 Joule zur Fallenjagd geeignet. Die M-52 bewährte sich bei einer Nachsuche auf einen 23 Kg Frischling nicht, tötete nicht sofort. Das mag mein Schützenfehler gewesen sein. Die 7,62 x 25 Tokarev Munition ist eher selten.

  3. Selbschutzwaffe P-38 Walther P 38 Bild und Aufbau Aus der Erfahrung lernend, schaffte ich mir für 500 DM eine weitere gebrauchte alte Militärpistole, die Walther P-38 an. Die P-38 war die erste Selbstladepistole der Welt für die 9 mm Luger Patrone mit Spannabzug. Ein Spannabzug ermöglicht, die Waffe mit einer Patrone in der Kammer, ohne vorher den Hahn zu spannen, sicher zu führen und wenn notwendig sofort mit dem Abzug den Hahn zu spannen und anschließend den befreienden Schuß auszulösen. Eine Schlagbolzensicherung, damals ebenfalls eine Weltneuheit, erlaubt völlig gefahrloses Führen der geladenen Waffe. Die P-38 ist der sicheren Führung, bei gleichzeitiger sofortiger Schußbereitschaft, wegen zum Selbstschutz geeignet. Die 9 mm Luger ist durch allgemeinen Militär- und Polizeieinsatz die weltweit weitverbreitetste Pistolenmunition schlechthin.

  4. Inzwischen ist die alte Pistole ausgeschossen und findet bei einem Sammler ihren verdienten Ruhestand. Sie wurde durch ein Steyr Mannlicher M357 in .357Sig ersetzt. Die M357 besitz einen vorgespannten Abzug, der vom ersten bis zum letzten Schuß auf 4 mm Weg mit 2,5 kp gleich auslöst, ohne eine Sicherung betätigen zu müssen. die Waffe ist außen glatt und griffig, so daß man die auch gut aus der Manteltasche bekommt, wenn es mal nötig ist.

  5. Jagdsport- und Übungswaffe. Um sich im Falle der Not auf sich und seine Waffe immer verlassen zu können, muß jeder Schütze, der seine Waffe zur Verteidigung einsetzt, seine Waffe sicher beherrschen. Der Schütze muß nicht nur sachkundig, sondern auch geübt sein, nämlich im Notfall einsetzbare Fertigkeiten sicher beherrschen. Um irgendwo in Deutschland zu schießen, benötigt man eine Schießerlaubnis; ohne die ist zu schießen nur auf Schießständen zulässig. Die Jagd- und Sportvereine (DJV, DSB u. a.) schießen auf 25 m Entfernung (Beschreibung weiter unten).



  6. Militärpistolen sind wegen deren weiten Passungen zur Funktionssicherheit im Dreck für solche Präzisionsschüsse ungeeignet. Wenn man sich also auf 25m-(Jagd)Sportschießständen üben will, dabei eine den Entfernungen angemessene Leistung erreichen will, benötigt man eine Sportwaffe enger Passungen mit geeigneter verstellbare Präzisionszieleinrichtung (z. B. Mikrometervisier, Diopter oder Laser (in D. verboten)).

    Jagdliche Kurzwaffenschießwettbewerbe werden im DJV auf 25 m entfernte Ziele zu 5 Schuß Duell, 10 Schuß Fertigkeit und 5 Schuß Schnellfeuer in 4 Runden zu je 5 Schuß, ausgeschossen, nämlich zu:

    DJV-Disziplin Duell: Aus dem Voranschlag (Waffe zeigt unter 45 Grad vor dem Jäger auf den Boden) erscheint in 25 m die Scheibe unangekündigt für 3 Sek. und muß in dieser Zeit beschossen werden. Zwischen dem Wegklappen und dem erneuten Erscheinen der Scheibe liegen jeweils 7 sek.

    DJV-Disziplin Fertigkeit: Die Waffe steckt, von einer Jacke überdeckt, die mindestens an einem Punkt in Gürtelhöhe geschlossen sein muß, in einem Halfter. Die Waffe ist i. d. R mit einem Schuß *unter*laden [1]. Wenn alle Jäger fertig gemeldet haben, erscheint die 25 m entfernte Scheibe plötzlich für 4 sek. In dieser knappen Zeit mußt der Jäger die Waffe ziehen, durchladen und schießen. [1] Ausnahmen von dieser Regel sind Revolver und Pistolen mit außenliegendem Hahn - hier dürfen gleich 5 Schuß in die Trommel bzw. das Magazin geladen werden. Im Holster muß die Waffe entspannt sein und darf erst in Schußrichtung gespannt werden.

    DJV-Disziplin Schnellfeuer: Der Jäger schlägt, wie beim Duellschießen, vor dem Schuß auf das Ziel an. Die Waffe ist mit 5 Schuß geladen. Die 25 m entfernte Scheibe erscheint unvorhergesehen für 8 sek. und ist in dieser Zeit mit 5 Schuß zu beschießen.

    Feinheiten sind der DJV Schießvorschrift zu entnehmen, die übrigens seit dem 1.1.1999 in einer neuen, leicht überarbeiteten Fassung gültig ist. Als einziges Zugeständnis an jagdliche Bedingungen ist es Jägern vor den Sportschützen erlaubt, beidhändig zu schießen. Es gibt Sonderdiziplinen für einzelne Waffen, z. B. DSB Gebrauchsrevolver .44 Mag.

    Der allerdings auf der Jagd ernsthaft auf 25 m mit der Kurzwaffe das Feuer auf ein Stück Wild eröffnet, hat bei schlechter (Nacht)sicht, sich bewegendem Ziel, und innerer Aufregung, möglicher Fehler wegen, wenig Chancen gut zu treffen, ist also besser beraten, kühlen Kopf und Ruhe zu bewahren, das Stück in Ruhe näher auflaufen zu lassen, um dann auf kurze Entfernung sicher ins Leben zu treffen. Bei groben, gefährlichen Stücken, erfordert solchermaßen die angebrachte, eigene Furcht vor Verletzung oder Tod zu überwinden schon einen ganzen Mann!

    Jagdsport- und Übungswaffe Smith &Wesson 28-2 Smith & Wesson N-Rahmenrevolver Zur Übung oben beschriebenen jagdsportlichen Schießens, schaffte ich mir für 500 DM einen gebrauchten Smith & Wesson 28-2 Revolver in .357 Magnum mit verstellbarer Präzisionszieleinrichtung, dem zweiachsigen, rastbaren Mikrometervisier an, der seine sportliche Aufgabe zufriedenstellen erfüllt. Die Waffe wurde eben nicht nach militärischen Gesichtspunkten konstruiert und gebaut. Smith & Wesson-Revolver sind für deren hervorragende Güte bekannt, bei Sportschützen daher recht beliebt. Ich schieße damit in der Schützengilde regelmäßig, um meine Trefferleistungen zu üben und zu steigern.

    Der Smith & Wesson 28-2 Revolver ist zum jaglichen Sportschießen geeignet. Die .357 Magnum Patrone ist schon jahrzehntelang eine weitverbreitete Patrone bei der amerikanischen Polizei, als auch bei Revolversportschützen in aller Welt.

    Waffeneinsatz bei der Nachsuche auf angefahrene oder krankgeschossene grobe Sauen und Hirsche.

    Zu etwa einem Drittel wird die jährliche Strecke vom Kraftverkehr gestreckt. Jeder 10. Unfall z. B. in Brandenburg ist ein Wildunfall. Die überfahrenen Rehe werden dem Jäger auf dessen Streckenplan angerechnet. Jäger werden häufig nachts von der Polizei gerufen, um angefahrenes, krankes Wild zu töten, oder krank gefahrenes flüchtiges Wild mit Hunden nachzusuchen und dann abzufangen oder den Fangschuß zu geben. Der Jäger ist für sein Wild zuständig - ob es ihm frühmorgens nun gerade in den Kram paßt, oder auch nicht.

    Besonders nachts auf Sauen, ist eine Nachsuche auf angefahrenes Wild eine unangenehme und gefährliche Sache. Krankes Schwarzwild nimmt den Jäger an, wenn der dem Stück näher als etwa 10 m kommt. Keiler hauen die Beine auf, daß man verblutet, Bachen beißen tot; die lassen nicht ab. Auch 20 Kg Dachse beißen mit deren scharfen Raubtiergebiß gern in die Oberschenkel, daß sich die Brandadern öffnen und man binnen zweier Minuten verblutet. In früheren Jahrtausenden, als es noch keine oder nur ungenügende Schußwaffen gab, züchtete man kleine Jagdhunde, Finder, feinnasige Hunde. Die Finder suchten die Sau. Dazu brauchte der Jäger große schwere Jagdhunde, Packer. Solcher kräftigen Packer zogen die Sau nieder. Dann fing der hinzueilende Jäger die Sau mit dem Ger, = der Saufeder, = einem langen lederumwickelter Eschenspieß mit Stahlklinge und Parierstange, durch einen Stich in das Herz ab. Der Aufwand, eine solche Saumeute von 15 - 30 Hunden zu halten, war nur von wenigen zu leisten. Weil Saumeuten zu viel Arbeit erfordern, halten selbst die Schweißhundstationen heute keine mehr.

    Auch sind altherkömmliche Hirschfänger oder Försterdegen im Einsatz recht gefährlich. Ein gesunder Hirsch schlägt einem angreifenden Hund mit den Schalen glatt den Schädel ein, oder verursacht tiefe, tödliche Wunden. Wenn ein verletzter Hirsch im Wundbett liegt, und er mit dem Hirschfänger durch einen Stich in das Herz abgefangen werden muß, dringt der Klingenführer in den Kampfbereich des Geweihes ein. Der Hirsch weiß sein Geweih gegen Feinde sehr wohl als Angriffswaffe zu führen. 10 Kg Geweih auf 150 Kg Muskeln sind nicht von Pappe!

    Saufeder, Hirschfänger und Försterdegen werden heute meist nur noch als Prunkwaffen hergestellt, um an verdiente Waidgenossen als Ehrenzeichen verliehen oder zu Jubiläen an solche verschenkt zu werden. Die Waffeneigenschaften zu solchen Zwecke hergestellter Prunk"waffen" sind dann nicht immer mehr gegeben. Prunk ist eher eine Zier, als taugliche Waffe.

    Deshalb wählt man bei Nachsuchen auf wehrhaftes Wild heute, statt der kalten Waffen vergangener Jahrtausende, großkalibrige Kurzwaffen mit schweren Geschossen, die in der Lage sind auch bei einem im Kampf flüchtig hingeworfenen Deutschuß tief genug einzudringen und den Jäger vor dem wehrhaften angreifenden Schwein zu retten. Wilde Sauen werden bis 200 Kg schwer und bestehen fast nur aus Muskeln. Keiler haben bis 25 cm lange Waffen (Hauer). Sauen können aus dem Stand bis 2 Meter hoch springen (so aus einem Pferdeanhänger über die Planke)!
     

  7. Nachsuchewaffe Smith & Wesson 29-3 Um des saujagenden Jägers Bedürfnis, eine, auf grobes, wehrhaftes Wild nahkampftaugliche, Kurzwaffe zu führen, zu entsprechen, muß die dafür vorgesehene Waffe gewisse Eigenschaften aufweisen, nämlich:

In diesem Fall wird ein 21 cm stahlblauer Smith & Wesson 29er Revolver in Dienst gestellt. Er baut auf demselben Rahmen wie der 28-2 auf, so daß die Abzugsart erhalten bleibt und mit dem kleineren Sportrevolver erlangte Fertigkeit sich auf den Gebrauch des großen günstig auswirkt. Die längere Visierlinie soll dem einfachere Zielen und besserem Treffen dienen. S&W 29-2 Aufbau

Waidmann Heil, Lutz Möller

Erörterung

Hallo Herr Möller,

ich habe von der von Ihnen empfohlenem Fa. Patronen im Kal. .300" WM., bestückt mit Ihren KJG erhalten. Meine Die Waffe ist eine Sako 75, Stainlesslauf, mit Kunststoffschaft.

Zur Erinnerung, ich schoß vorher die Norma Oryx 13 Gramm und hatte so meine liebe Not mit den zum Teil lebensgefährlichen Nachsuchen auf Sauen. Das Oryxgeschoß rauscht einfach so durch den Wildkörper und die Stücke liegen ausschließlich nur dann im Knall, wenn Knochen getroffen wird. Dann allerdings geht das mit zum Teil eklatantem Wildpretverlust einher. ich schoß meine Waffe nun ersteinmal auf Ihre Munition eingeschossen und war verblüfft. Drei Schuß in Folge auf 100 Meter, auf Ihre Zielscheibe, ergaben, Loch in Loch, mit einer Abweichung vom Scheibenmittelpunkt von exakt 1 cm, nach links. Unglaublich!

Ich melde mich sobald die erste Sau gefallen ist (ich bejage dieses Wild ausschließlich), um Ihnen von der Schußwirkung zu berichten.

Ich las mit großem Interesse vor kurzem auf Ihre Seite über die geeignete Kurzwaffe für Nachsuchen gelesen und war höchst verwundert über die diversen Fragen, welche diesbezüglich an Sie herangetragen wurden. Ich denke, wer einmal von einem waidwunden Schwein angenommen wurde und das überlebt hat, der macht sich keine Gedanken mehr über Nachsuchekurzwaffen, es sei denn er ist Wyett Earp und ihm fehlen auf Grund eines genetischen Defektes die Nerven, um gelassen zu bleiben. Mein Rat (ich erlege ~ 40-50 Sauen jährlich) „Leute laßt es sein!“ Ihr habt mit Kurzwaffe KEINE Chance. Hochbelustigt bin ich dann auch immer innerlich, wenn ich auf Drückjagden die revolver- und pistolenbestückten Experten antreffe und gehe grundsätzlich nur dort in Treiben, in denen solche Menschen nicht sind. Die Gefahr, daß man mich im Falle einer annehmenden Sau erschießt, ist mir doch zu groß.

MfG Klaus Z., Sonntag, 24. April 2005 17:42

Lieber Herr Zwonarz,

Wo jagen Sie?

Ich bedanke mich für Ihren Bericht und wünsche Ihnen Waidmannsheil bei den Sauen. Ihren Bericht will ich gern lesen. Photos kann ich auch gebrauchen. Kleine Hindernisse vor der Sau (Baum) durchschießen Sie einfach.

Waidmannsheil, Lutz Möller

Hallo Herr Möller,

davon ausgehend das Sie wissen wer ich bin, können Sie sich vielleicht vorstellen, das ich sehr viele Jäger kenne und dadurch entsprechende Jagdmöglichkeiten habe. Primär und kontinuierlich jage ich im südlichem Niedersachsen. Dort bin ich fest in eine Jagd integriert. Wenn ich könnte, würde ich Tag und Nacht auf Sauen sitzen.

Das Schweineaufkommen wird nach wie vor eklatant unterschätzt und nur Der, der sich mit der Biologie des Wildes wirklich auskennt, weiß was ich meine. Wie oft höre ich „Die Sauen waren nicht da“. Die Sauen sind immer da. Die meisten Waidmänner können sich nicht mal ansatzweise vorstellen, das ein Schwein hochintelligent ist und von der Natur mit Sinnen ausgestattet wurde die schlichtweg, aus menschlicher Sicht, unglaublich sind. Wenn ich Mitjägern nur davon erzähle, das ein Schwein den Menschen auf eine Entfernung von 300 Metern so klar wittert, wie ein Jäger den neben Ihm stehenden Misthaufen, so glaubt man mir nicht und dies ist doch nur eines von wenigen Beispielen für die Sinnesleistung dieser Tiere.

Sauen jage ich in „meinem“ Revier allein, denn die Pächter können das aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr. Mein Hund ist ein Glatthaarfoxterier, ein kluges ausgeglichenes Tier, nicht so durchgeknallt wie der deutsche Jagdterrier, dem offensichtlich ein Gen fehlt. Diese „Viecher“ beißen sich sogar im Hals eines waidwunden 20-Enders fest und lassen sich kilometerweit mitschleppen (hab' ich selbst, mit offenem Mund hinterherschauend, gesehen).

Nach dem Schuß auf Sauen, lasse ich grundsätzlich ~ 45 Minuten verstreichen, bevor ich meinen Hund schicke. Hat er das Stück gefunden, kehrt er zu mir zurück und zeigt das an. Ich nähere mich immer mit der durchgeladenen Waffe von hinten. Ist das Stück sicher tot, nimmt der Hund es an (totschütteln). Lebt das Stück noch, umkreist er es und ich feuere sofort und ohne Verzögerung. Niemals erlebt ich, daß dieser nun 5 Jahre alte Terrier, sich auf einen Kampf mit einem Schwein eingelassen hat und sei es noch so schwach gewesen. Bei Nachsuchen im Dickicht verwende ich eine sehr kurze Suhle Bockbüchsflinte, .30"R Blaser, 20/76 Brennecke. Der „Dampfhammer“ hat einen Kickstop im Schaft, weil man ohne den mitsamt der Waffe wegfliegen würde. Die tötet sehr zuverlässig!!

Zu guter letzt: Niemals gehe ich einem waidwundem Schwein ohne Hund hinterher und auch erst dann, wenn ausreichend Zeit vergangen ist! Niemals nähere ich mich dem Stück von vorn! Hierzu will ich eine Begebenheit erläutern, bei der ich anwesend war. Zu Gast war ich bei einem befreundetem und sehr erfahrenem Jäger in dessen Revier. Mit eingeladen auf Sauen war ein Ihm bekannter Jungjäger. Dieser schoß in dieser kühlen Herbstnacht einen ~ 50 kg. Überläufer. Wir bauten ~ 1 Stunde danach alle gemeinsam ab und gingen zum Stück, ich etwas zurückbleibend (hatte den längeren Weg). Der Erleger näherte sich der Sau rasch (Freude). Aus gut 5 Metern Entfernung sah ich genauso wie der Pächter, Atemdunst aus dem Gebräch des Stückes entweichen. Der Erleger war gut 2 Meter von dem Stück entfernt, als dieses wirklich „rattenflink“ hochkam und den Jungjäger annehmen wollte. Der Pächter schoß im Bruchteil einer Sekunde. Das Stück kam mit dem Gebräch zwischen den Beinen des Erlegers zu liegen. Diese Erlebnis wird der junge Mann zeit seines Jägerlebens nicht vergessen.

MfG Klaus Z. , Sonntag, 24. April 2005 19:48

Tag Herr Zwonarz,

meinen Jagdschein erwarb ich vor Jahren in Hamburg. Dazu verbrachte ich viele, viele Stunden in der Zoologischen Sammlung der Universität und habe mich dort immer über die guten Präparate gefreut, obwohl natürlich auch anderswo solche zu finden waren, z.B. in Lübeck. Als Stadtkind kannte ich die meisten Tier ja nicht. Die lernte ich erst später als Jäger kenne, eine Vorhersage meines Flintenlehrers Herren Blaim / Pöllinger Eppendorf, die sich voll bewahrheitete.

Mit Prof. Dr. Lars Neugeborn und Dr. Klaus Hamann verbrachten wir viel draußen viel schöne Zeit in der Natur beim sog. Ökokurs und lernten viel. Das war eine schöne Zeit!

Ich wohne inzwischen in einem ehemaligen kaiserlichen Wildpark. Die Rehe kommen in den Garten und fressen die Rosen. Heute konnte ich im Wald in sonniger Lage mich einem Bock und zwei Schmalrehen bis auf 30 m nähern. Das geht aber nur, weil hier wenig auf Rehe gejagt wird. Die Ricke, oder was auch immer, jedenfalls das 4. Reh war schon gleich abgesprungen.

Auch den Sauen (Stabile Rotte über Jahre etwa 8 große und 30 mittlere bis kleine) hier kann man sich sehr nähern, wenn die Sonne scheint, man laut ist und redet. Sich nachts anzuschleichen ist sehr viel schwieriger. Die Rotte wird regelmäßig bejagt. Gleichwohl verhalten sich die Sauen hier in der besiedelten Gegend ganz anders als draußen in der Panzersteppe, in der Menschen die Ausnahme sind. Wenn die großen Jagden im Winter (100 Schützen) schlecht organisiert werden, bekommt das Wild die Anstellerei mit und die Bühne auf 1000e ha ist leer. Auch ich finden die Sauen sind das interessanteste Wild, daß wir haben.

Was ist eigentlich über deren Sprache bekannt? Ich meine nicht nur das Blasen und Grunzen, sondern das Brummen, daß die Tiere benutzen, wenn sie in der Rotte brechen. Ich pirsche sehr gern und mag gern nah an die Tiere herankommen. Das ist nicht immer leicht, aber manchmal bin ich eben doch erfolgreich. Mir schient vor allem dann, wenn mehre Wildarten gleichzeitig da sind, z. B. Hirsche und Sauen, und ich mich im Geräusch der andern Art verstecken kann.
Wenn Sie dazu etwas wissen, schreiben Sie mir bitte.

Nach Ihrer Vorrede wird Sie folgende selbst erlebt Geschichte, bei soviel Schwachsinn, die Haare zu Berge stehen lassen. Aber so war es: Auf Sauen#Krach im Dunkeln

Lutz Möller. 24. April 2005

Hallo Herr Möller,

vielen Dank für Ihre Mail. Lars Neugeborn kenne ich sehr gut und mit Klaus Hamann bin ich seit über 20 Jahren befreundet.

Aus verhaltensbiologischer Sicht grunzen Schweine zufrieden, weil so der Sozialkontakt definiert wird. Außerdem beruhigen sie sich damit untereinander.

Das Anpirschen macht auch mir sehr viel Spaß, gleichwohl darf man hierbei folgendes nicht außer Acht lassen. Wird die angepirschte Rotte von einer kapitalen und erfahrenen Leitbache angeführt, der man zum wiederholten Male die Frischlinge weggeschossen hat, läuft man unweigerlich Gefahr nach dem erfolgreichen Schuß auf ein Rottenmitglied, genau von dieser Leitbache angenommen zu werden und zwar ganz gezielt. Mir ist das letztes Jahr 2 mal passiert, wobei das Tier offensichtlich sehr genau die eigene Gefahrensituation für sich selbst abschätzen konnte. Ich bemerkte das sich eine Rotte im Dickicht näherte und baumte ab, um sie anzupirschen, da sie nicht austrat. Am Boden war aber anderer Wind als auf der Kanzel, so bekam die Rotte mich auf schätzungsweise 20 Meter mit und flüchtete, bis auf die Leitbache. Diese kam wie ein Stier auf mich zu! Mein Glück hierbei war, daß ich mich unmittelbar neben einem abgeernteten Getreideschlag befand und auf diesen hastete. Die Bache machte genau an der Grenze Dickicht/Getreideschlag halt und verfolgte mich nun, alle möglichen, fürchterlichen Aggressionslaute von sich gebend, gut 250 Meter, immer etwas im Verborgenen bleibend bis zu der Landstraße am Ende des Schlages. Diesen überquerte ich um dann sofort in den Anschlag zu gehen. Und genau am Übergang Dickicht zur Straße, machte das Tier halt. Das mich das Tier letztendlich nicht angegriffen hat, führe ich persönlich darauf zurück, das ich keine Angst vor Schweinen - und auch in diesem Fall das entsprechende Hormon nicht gebildet habe.( Hunde z.B. greifen dann bevorzugt an, wenn sie Angst wittern.) Persönlich glaube ich auch, daß das Stück mich kannte und wußte, daß, wenn ich anwesend bin, immer wieder ein Familienmitglied verlustig ist. Gleiches ist beim Anpirschen auch schon Jagdfreunden passiert, wobei Einem das Knie durchbissen wurde, was zur Invalidität führte. Ihre eigene Geschichte habe ich vergnügt gelesen, glaube jedoch, beim Zerschießen beider Vorderläufe, kommt es doch zu so starker arterieller Blutung, daß nach geraumer Zeit das Stück zwangsweise verendet.

Liebe Grüße, Klaus Z., Montag, 25. April 2005 17:34

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