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Trägerschüsse

2001 in Loimaa

Erster Stand | Blei-Kopfschuß | Zweiter Stand | Schieße nur längs auf den Träger! | Dritter Stand | Splitterglocke

Dear Lutz,

now, finally I got the prices for our hunt which are exactly not as good as I was first told but a lot better than Punkalaidun prices anyway. It is very obvious these guys down in South West of Finland understand the value of what they are offering.

  1. It is ok for you to have two guests with you which would make us altogether 5 hunters.

  2. The price for a day per participant is FIM 300,- which includes accommodation in modest quarters, taking to "hoch sitzes" and back and daily drive hunts.

  3. A shot calf costs FIM 700,- a piece, a buck up to four points FIM 2.000,- a piece and from there on the extra comes per point.

  4. However the good thing is that the society agrees to buy the meat according to slaughter weight which would mean in a calf's case 25 (kg) x FIM 15,- = FIM 375,- and with a buck easily 50 (kg) x FIM 15,- = FIM 750,-. The kilo price FIM 15,- is the lowest but it does not go over FIM 19,- anyway.

  5. 2 days

    FIM 600,-

    2 calves with the above calculation

    FIM 650,-

    1 buck, 4 points " " " "

    FIM 1.250,-

    So this one example adds up to FIM 2.500,- = DEM 830,- : We have to cover our own food and beverages but there we share. I shall still check for you the doe price and how the price builds up with bucks per point. However Lutz, let me hear from you and let's go for the hunt. We are going to start our moose hunt Saturday morning from the "Hochsitz" you have seen. Hopefully next autumn we can get you over for a couple of days.

Best regards, Jukka

Die Jagd 2001 fand in Loimaa statt. 100 Finnmark = 16,8188 Euro. Mit einer ordentlichen Strecke und etwas Fleisch für die Kühltruhe ist man also mit 500 €uro plus Reisekosten dabei. Die Reisekosten werden billiger, wenn wir mit mehren die Ostseefähren in einem großen Wagen gemeinsam benutzen und Svante dabei in Tranas / Schweden mitnehmen.

Hallo!

Nur ganz kurz, da es mir beim Lesen auffiel. Im Jagdbericht Punkalaidun steht folgendes: Die Luft ist zwischen minus 5 und minus 10 kalt. Mittags wird Birkenfeuer entzündet. In den Flammen werden Makara = Bockwürste gegrillt. Man trinkt Limonade oder dünnes Bier."

Die finnischen Würstchen dürfen natürlich bei keiner Jagd fehlen. Nur schreiben sie sich mit 'kk' (also 'makkara') ... :-) Das man als Deutscher das finnische Bier als 'dünnes' Bier bezeichnet, darf man wohl keinem Finnen direkt sagen. Es schmeck zwar so, aber es ist immerhin das, was es hier so gibt. Oder wurde Ihnen damals Leichtbier (Ykkönen) angeboten?

Beste Grüße aus dem nord-karelischen Winter, Thies Eggers, Januar 2003

P.S.: Kurz zu meiner Person: gebürtig aus Deutschland. Dort (Universität Göttingen) und hier in Joensuu Forstwissenschaften studiert. Seit Beginn des Studiums aktiver Jäger; je nach den örtliche Begebenheiten.

Warnung! Lies hier zur Trägerschußwundwirkung In Finnland, etwa 170 km nordwestlich Helsinki und 50 km von Punkalaidun liegt Loimaa. Gut 200 Jäger bejagen etwa 10.000 ha, davon 36 Hochwild, nämlich Elche, Weißwedelhirsch und Luchs. Jährlich werden etwa 160 Weißwedelhirsche gestreckt. Da zwei Fernstraßen das Gelände zerschneiden, erfreuen sich Hunde nur kurzer Beliebtheit, weil die weitläufigen meist unter die Räder kommen. Die Füchse scheinen schlauer zu sein. Die Gegend besteht aus verlandeten Seen, heute flachen Feldern, und flachen steinigen Hügelrücken mit Nadelwald auf Urgestein. Die Eiszeit schliff alles glatt und hinterließe eine Menge großer Steine. Neben Landwirtschaft gibt es Handwerk und kleinere Industriebetriebe.

Das Wild wird mit Heu, Karotten und Getreide gefüttert. Sowohl Elche als auch Hirsch äsen dort. Rehe kommen fast nicht vor, weil es dort zu kalt ist. Die Weißwedelhirsche sind im Dezember recht feist. An den Fütterungen stehen in kurzem Abstand Kanzeln. Diese sind immer gut wärmegedämmt, weisen nur kleine Lucken mit Fenstern oder Vorhängen auf und gelegentlich steht ein Gas- oder Petroleumofen darin. Jagdzeit ist, glaube ich von September bis Januar. Die jeweilige Beute steht der Jagdgesellschaft zu, nicht dem einzelnen Jäger. Jeder Ortsansässige mit Jagdschein kann auf Wunsch Mitglied werden, der Zugang ist also dem deutsche Verein ähnlich. Je Jägerhaushalt gibt es genau einen einen Fleischanteil, auch wenn Großvater, Vater und Sohn jagen. Die Jagdgesellschaft hat eine Jagdhütte für die Geselligkeit, ein Sauna, ein Schlachthaus, ein Felllager und jeden Winter eine neue Kippe für die Innereien. Die Sauna hat ein kleine Luke, damit man von der Sauna auf die Füchse an der Kippe schießen kann. Insgesamt ist die Jagd dort sehr viel geselliger als in Deutschland und dabei undogmatischer. Weißwedelhirsch werden vom Ansitz bejagt.

Elche werden meist vor dem Hund geschossen. Die Elchhunde, ein Art Spitz, laufen weiträumig und verbellen die Elche. Die Jäger sitzen weiträumig in der Gegend herum. Wenn ein Elch nah kommt, schießen sie. Sonst pirschen sie zum Standlaut und schießen dann. Jedes Jahr werden eine gewisse Zahl Elche und Weißwedelhirsch freigegeben. Danach ruht die Jagd bis zum nächsten Jahr.

Erster Stand

Linie

Am Rande einer Hochspannungsleitungsschneise stand die unbeheizte Kanzel mit 40x60 cm großem Fenster. In etwa 25 - 30 m alle 5 m Heu, Karotten, und die Getreidetonne. Der Halbmond war noch nicht aufgegangen, Wind wehte kaum, 30 cm Schnee lagen, Wolken bedeckten den Himmel. Gegen 17 Uhr nahm ich meinen Platz ein. Der Ansitzsack war dringend notwendig. Eine halbe Stunde später kam aus dem Wald ein kapitaler Achter, dann zwei Kälber und noch etwas später ein Tier. Die Hirsche wiegen geschätzt wohl deutlich über 80 kg, die Tier so eher 70 und die Kälber vielleicht 30 kg. Der Hirsch vertrieb die Kälber immer wieder vom Heu. Gegen den Schnee waren die Tiere in 30 bis 40 m Entfernung geschätzt gut auszumachen. sowohl mit dem 10x50 Leica Doppelglas als auch mit dem auf 7-fach gestellten Schmidt&Bender 3-12x50-4. Gegen die aufwachsenden Birken war das Wild schon schwieriger zu schauen. Gegen die jungen Fichten war kaum mehr zu sehen, ganz sich nicht mehr zu zielen. Die Schneise war etwa 60 m breit. Daran schloß dunkler Hochwald an.

Ein Kalb kam, sicherte ein wenig, ging herum und trat nach einigen Minuten an die Getreidetonne. Auf dem Boden steht auf kurzen Füßen eine Holzschütte, in der ein Faß Getreide steht. So kann immer nur eine gewisse Menge ausrinnen und geäst werden, oder von Regen oder Schnee durchnäßt werden. Als das breit stehende Kalb sein Haupt nach unten gebeugt hatte, setzte ich ihm vorn und hinten aufgelegt aus der 6,5 x 65 ein 7g Scenar mit über 1.000 m/s auf den Träger. Es fiel sofort. Das Haupt lag sofort am Boden. Alle vier Schlegel begannen in der Luft zu laufen. Gespannt blieb ich im Anschlag. Nach einer halben Minute war Ruhe. Der Träger sieht oben seitlich etwa 15 cm dick aus. Die Decke ist jedoch etwa 4 cm dick, so daß Fleisch und Knochen nur etwa 9 cm Ziel bieten. Die Wirbel sind etwa 2 cm breit. Der Treffer Schuß saß mitten auf einem Wirbel. Die rückwärtige Trägerseite sah heil aus. Oberhalb des Treffers war der Hals beschädigt.

Ein Tier kam ganz nah, vielleicht 15 m aus dem Wald und sicherte deutlich genau zu mir. ganz langsam und leise (Lodenleidung und Polyesterpelz) holte ich ohne anzustoßen die Büchse von der Seite, entsicherte lautlos und richtete ich die Büchse durch die Luke auf das genau auf mich zustehende Tier. Der Träger ist von vorn schmaler, aber bei Tier größer als beim Kalb. Etwa auf zwei drittel Halshöhe setzte ich ihm ein 7g Scenar mit 1.050 m/s in den Träger. Das Stück fiel sofort zu Boden, das Haupt lag und blieb liegen, die vier Schlegel begannen zu laufen. Der Rythmus war locker und leicht, ganz im Zusammenspiel. Nach einer halben Minute etwa wurden die Bewegungen langsamer, wie verträumt und erloschen dann. Die Flucht in den Himmel war geglückt. Ich fühlte mich traurig; so schön - so grausig.

Blei-Kopfschuß

Von der gegenüberliegenden Seite erschien hinter den Jungfichten zwischen dem Birkenaufwuchs ein Tier, dem an dem Heu gelegen schien. Es bewegte sich eine Weile. Dan sicherte es auf vielleicht 40 bis 40 m zu mir. Von den Finnen hatte ich vernommen, sie schössen meist Kopf oder Träger. Nun, ein Träger breit und ein Träger längs waren geglückt. Was lag also näher als nach finnischer Sitte nun den Kopf zu beschießen. Ich stach ein, holte den Windfang in Absehenmitte und ließ krachen. Das Stück ging sofort zu Boden, war nicht zu sehen. Da es im Treffer genau neben einer jungen Fichte stand, dachte ich mir nichts dabei. Einige Zeit vernahm ich noch Geräusche, dann war Ruhe. Gut, also wartete ich weiter auf den nächsten Hirsch. Gelegentlich hörte ich was, konnte aber nichts sehen. Die Hirsche bleiben zwischen den Schüssen meist 20 bis 30 Minuten weg. Nach etwa eine halben Stunde tauchte an der Stelle des Letzgetroffenen ein wankendes Tier hinter Fichte und Birken auf. Von den Toten aufgestanden? Sofort schlug mir das Herz bis zum Hals. Zum Wald waren es von dort höchsten 25 Meter. Blitzschnell backte ich an, zielte irgendwie und ließ fliegen. Krach! knallte mir das Zielfernrohr vor den Schädel, warme Suppe lief. Vor lauter Atem konnte ich im kalten beschlagen ZF nichts mehr sehen. Nur 25 m! Also fix das Doppelglas unter die Brauen. Die rote Suppe lief über die Linse. Das war's. Ich war blind und sah das Stück nicht mehr. Wo war es? Nach einiger Zeit stillte der Halbmond. Die Linsen wurden geputzt und ich sah wieder. Nur was sah ich? Nichts! Entweder war das Stück im Wald, oder es lag hinter den jungen Birken. Der Grund ist dort sehr unruhig. Halbmetertiefe Löcher fallen alle naselang. Das Tier konnte also tot oder lebendig dort liegen. Ich wartete. Gelegentlich meinte ich etwas zu vernehmen, konnte aber nicht die Ursache zuordnen. Plötzlich erschien das wankende Gespenst wieder hinter schütterem Bewuchs und begann sich langsam der nahen Waldkante zu nähern. Das kranke Stück zeiget sich mir von achtern. Verdammt. Ich muß schießen, aber ich kann nicht schießen. Schon ist der Wald erreicht. Es taucht in die Stämme ein. Nun ist schwarz auch schwarz vor schwarz, nämlich Absehen vor Rumpf vor finstrem Tann. Ich ahne das Stück breit, sehen kann ich es im eigentlichen Sinn nicht, und lasse mitten drauf fliegen. Krach! Ruhe. Im Doppelglas ist nicht zu erkennen. Oder doch? Nein. Der Wald ist schwarz. Scheißkopfschuß!

Längs der gegenüberliegenden Waldkante kommt ein Kalb den Berg hinab. Schwarz auf weiß in 90 m. Na gut. Nach der bösen Erfahrung knall ich ihm einen altdeutschen Kammerschuß von schräg spitz einigermaßen vorn aufs Blatt. Kugelschlag kann man auf die Entfernung nicht hören. Das Stück flüchtet aus dem Stand in die stehende Richtung. Es kracht im Wald. Dann ist Ruhe. Wo wird es sein. Weiter als 100 m sicher nicht, eher weniger.

Längs der gegenüberliegenden Waldkante kommt ein weiteres Kalb den Berg hinab. Hinter einer Fichte verweilt es. Dann zieht es weiter. Schwarz auf weiß in 80 m. Na gut. Wieder setze ich ihm einen altdeutschen Kammerschuß von schräg spitz einigermaßen vorn aufs Blatt. Das Stück flüchtet geht seitlich in den Wald ab. Es kracht laut Wald. Dann ist Ruhe. Weiter als 30 m war der Krach nicht vom Anschuß.

Pünktlich um acht holen mich die Finnen ab. Eine Anhänger haben sie bei. Als Sie die zwei Stücke haben, fragen sie, ob das alles wäre. Jetzt muß die peinliche Kopfschußgeschichte heraus. Da der Vorsitzende der Jagdgesellschaft, also ,,großer Bahnhof“", der den Anschuß suchen will, kein Deutsch versteht und ich kein Finnisch spreche, habe ich alle Mühe ihm klar zu machen, daß er mir die Lampe geben soll und ich das Stück finden will. Schließlich weiß ich das ich sah und dort. Das Tier liegt genau an der Waldkante hinter einem Stamm. Der Unterkiefer ist auf etwa 15 cm zerschossen (1. Bleischuß), der Treffer also etwa 2 cm tiefer als vermeintlich gehalten und etwa 5 cm tiefer als nötig, je nach Kopfneigung, um das Hirn zu zerplatzen. Der rechte Hinterlauf ist durch (2.Schuß) und später im Schlachthaus sehen wir den Rumpftreffer mitten drauf im Gescheide. Kein Ausschuß. Das war seit langem der schwierigste Schuß, den ich je abgab. Ohne die Notlage das waidwunde Tier fangen zu müssen, hätte der nie das Rohr verlassen dürfen. Erstaunlich war in solch einer Lage fast ohne Sicht auf 80 m noch einen punktgenauen Treffer gelandet zu haben. Fast ein Wunder! Oder Können?

Lapua Scenar GeschoßDie beiden Kälber finden wir jeweils knapp im Wald 20 und 30 m vom Anschuß mausetot liegen. Kein Ausschuß. Der war auch mit so einem schnellen Platzer nicht zu erwarten. Bleierne Sippe erklärt die Vorgänge. Die Kälberkammern sind hinterm Blatt wohl knapp 2 cm dick, der Vorderlauf trägt noch auf. Also ist genügend Fleisch da um die weichen 7g Scenar (linkes Bild) zu zerlegen und die Splitter Herz und Lunge zu durchschauern. Durch die Decke kommen die Splitter nach getaner Arbeit aber nicht mehr.

Lapua Mega GeschoßMein Freund schoß derweil auf kurze Entfernung mit seiner aber 9,3x62 mit einem bummeligen 18,5g Lapua Mega (rechte Bild) einem ruhigen Kalb in die Kammer. Das rannte noch 150 m. Später tags beim Treiben schoß er ein weiters flüchtiges Kalb auf 15 m ins Gescheide, das noch 20 m rannte, dann mit Treffer schräg von vorn bis hinten durch das ganze Stück abgefangen wurde. Die Wunden sind zwar riesig, aber von der bummeligen Tante getroffen zu werden, hält die Getroffenen nicht am Fleck. Das konnte ich ja schon beim Rehwildgeschoß feststellen. Deshalb ist klar:

Schneller hält besser auf!

Zu Haus in der Hüte brennt bereits ein Feuer, obwohl auch elektrisch geheizt wird. Wir essen einige Stullen hervorragendes finnisches Roggenbrot mit dick Butter und eingekochtem Hirsch oder Käse. Dazu gibt's Bier. Einige Finnen schlachten in Windeseile die Beute. Der Sauberkeit wegen wird draußen nie aufgebrochen. Auch deshalb bevorzugen die Finnen Kopf- und Trägerschüsse. Nachdem dich Decke offen und das Waidloch ausgeschärft ist ist, kommen die Leiber an den Hinterläufen auf zwei Haken. Dann werden Geräusch und Gescheide so herausgenommen daß Leber und Nieren am Zwerchfell bleiben. Alle Stücke werden vom Tierarzt begutachtet, der die Organs sehen will. Das Fleisch wird meist verkauft, die Decken gesalzen und später auch verkauft. wie schnell unser Freunde in dem gut eingerichteten Schlachthaus die Arbeit erledigen ist bewunderungswürdig. Jedenfalls vertun sie kein Zeit um dann alle miteinader, wir mitten mang, in der Sauna zu schwitzen und Bier zu trinken. So vergißt man schnell jede Kälte.

Das es nachts kalt wird schlafe ich oben auf dem Tisch. Warme Luft steigt ja nach oben. Also ist es dort wärmer. Am nächsten Morgen schlafen wir trotz gestellten Weckers noch fest, als uns unsere Freunde zum Treiben abholen. Der Wecker stand noch auf schwedischer Zeit, die eine Stunde hinter der finnischen ist. Die Treiben waren im wesentlichen erfolglos. Der Straße wegen, haben die Leute keine Hunde. Ohne Hund ist bei knapper Treiberzahl wenig zu erreichen. Das Wild umgeht einfach im Wald die Treiber. Unser Schwede sieht einen kräftigen Elchbullen 80m vor sich mitten auf der Straße in hellen Licht. Er ruft ihn an, als jemand der schon einige Dutzend in seinem Leben streckte, weiß er wie, und hält ihn so 7 bis 8 Sekunden still. Der Schuß hätte gesessen. Für diese Jahr sind alle Elche schon geschossen, so daß dieser heil bleibt.

Zweiter Stand

Nach einem Mahl in einer Raststätte an der großen Straße suchen wir diesen Tag die Stände schon gegen halb vier im hellen auf. Dieser Stand hat kleine Lucken und ein Petroleumheizung, kaum größer als eine Laterne, aber schön wärmend. Der Mief hält sich in Grenzen. Gegen halb fünf kommt ein Elch. Das Tier windet sehr vorsichtig und bleibt immer wieder stehen um in die eine oder andere Richtung zu vernehmen. Sie äst nur Getreide. Nach einer halben Stunde zieht er leise von dannen.

So gegen sechs ohne Mond mit Wolken aber Schnee kommt ein kräftiger Hirsche, dann zwei Kälber und schließlich ein Tier. Die beiden Kälber halten enge Tuchfühlung. Dieser Hirsch läßt die Kälber in Ruhe. Sie kümmern ihn nicht. Alle Stücke gehen erst auf dem Futterplatz hin und her, winden das Blut ihre Vorgänger, sichern, scheinäsen und kommen dann zur Ruhe und äsen. Auch hier sind Rauh-, Saft- und Kraftfutter geboten. Ein Tier äst breit an der Getreidetonne. Der Träger steht quer. Die Entfernung sind wohl 30 m. Auf dieser Kanzel ist kein Armauflage. Der Unterschied ist deutlich zu merken. So zielt sich's unruhiger. Ich setze ihm 7 blitzschnelle Gramm Blei im dünnen Mantel unten, weil äsend also hauptseitig, auf den Träger. Das Stück fällt auf der Stelle, schlegelt und stirbt dann. Bühne leer. Die beiden Kälber kommen als nächste zurück. Wie gewohnt schauen sich sich erst mal auf dem Platz um, bevor der Zweck des Besuches (zumindest aus deren Absicht), nämlich zu äsen angegangen wird. Vor den Karotten steht das eine Kalb mit dem Träger unten, dann wieder oben, dann wieder unten. Verdammt, wie soll sich da schießen. Als es scheinbar ruhig äst setze ich ihm dwars das Blei in den Hals. Ohne zu zucken geht es sofort flüchtig in den nahen Wald ab. Oder doch nicht? Da ist doch so ein dunkler Fleck? Ich warte. Binnen kurzem kommt das andere Kalb zurück, um nach seiner Schwester zu sehen. Sicherheitshalber verpasse ich ihm ein Blei in die Kammer. Zack, geht es nach rechts ab. Nach 15 m wendet es plötzlich, läuft 5 m zurück und fällt. Kein weitere Fangmaßnahme muß getroffen werden. Der Treffer saß durch die Kammer gegen den gegenüberliegenden Vorderlauf, dessen Knochen durch ist. Daraus schließe ich, das Herz nicht getroffen zu haben. Sonst wäre die über 1.000 m/s schnelle Kugel nicht so weit gekommen.

Da ich binnen 20 Min. abgeholt werde, lösche ich den Ofen, baume ab und suche auf der Flüchtfährte meines mißglückten Trägerschusses. Ich finde Schweißtropfen. Da es leicht schneit sind die nicht so gut auszumachen. Im Lampenschein erscheinen auch tiefere Blutflecke im Schnee. Pünktlich werde ich abgeholt. Mit einer großen Lampe, aber ohne Hund gehen wir der Fährte nach. Als wir 50 m im Wald sind, geht vor uns etwas ab. Wir glauben das Stück sein es. Die Fährte endet. Ich fordere einen Hund. Wir fahren nach Haus. Unser Finne schoß zwei dicke Achter. Waidmannsheil! Da freut sich die Jagdkasse in Loimaan. Dann wird über den schlechten Schuß beraten. Heikki und sein Vetter fahren noch mal los um nachzusuchen - ohne Hund. mir wurde bedeutet dafür nicht gebraucht zu werden. Ich solle saunen. Also wie gehabt wir die Beute geschlachtet, gegessen und dann alle Mann mit Bier ab in die Sauna.

Die Nacht wieder auf dem Tisch. Die Treiben am nächsten Tag wieder meist erfolglos. Man sagt uns die Loimaaner würden sonst nicht treiben. Man merkt's. Mittag in einer anderen Raststätte. Dann ab nach Haus. Heikki sagt er sei der Blutspur nachgegangen bis zu dem Ort, an dem Svante tags zuvor einen Hirsch schoß. Dahinter sein kein Blut mehr gewesen. Ich hätte vorbeigeschoßen. Ob das stimmt, oder die Geschichte nur einfach beerdigt werden sollte, weiß ich nicht. Ich frag Heikki also wie man den nun Träger oder Kopfschüsse antragen solle. Jetzt kommt's. Heikki sagt,

Schieße nur längs auf den Träger!

Rotwildskelett: Viel Platz auf dem breiten Träger, wenig Wirbelsäule!

Die Gründe klärten sich im anschließenden Gespräch. Davon gibt es im wesentlichen zwei, einen guten und eine schlechten. Der gute Grund rührt von den üblichen Bewegungen der Tiere her. Meist bewegen sie sich vor, aber nur ganz selten quer, fast nie rückwärts. Sie sind ja kein Krebse. Wenn die Hirsche einen neuen Platz einnehmen sichern sie häufig; dazu erheben sie ihr Haupt. Dann scheinäsen sie; dazu senken sie ihr Haupt. Der Träger wird also vornehmlich auf und ab bewegt, gelegentlich gedreht, aber fast nie seitlich bewegt. Da der Entschluß zu schießen vor dem Treffer erfolgen muß, kann sich das Stück in der Zwischenzeit bewegen. Wie? vornehmlich mit dem Träger hoch oder runter. Stand das Stück nun in Längsrichtung und zielte man in Trägermitte, wir auch eine zehntel Sekunde später noch ein Wirbel getroffen. Steht das Stück breit, verfehlt der Schuß sein kleines Ziel. Da, nehme ich an, war mein Fehler - zumal das Stück nicht zeichnete.

Dritter Stand

Am nächsten Abend werde ich zur selben Kanzel gefahren. Das ärgert mich. Ich hätte gern Abwechslung gehabt. Mein Fahrer setz sich auf die Luxuskanzel 500 m vorher. Er schießt zuerst. Vorbei, wie ich später lerne. Wieder erst im dunkeln kommt ein Tier auf den Platz. Die Sicht ist unmöglich schlecht. Aber mal sehen, vielleicht kann ich ja doch noch was lernen. Jedenfalls frage ich mich wieweit so ein große Stück wohl laufen wird, wenn ich ihm einen auf die Kammer knalle. Die Kälber kamen ja nur 20 oder 30 Meter weit. Bumm. Dieses Tier kippt einfach um. Nun bin ich ja doch gespannt und sehe mir im Schlachthaus bei gutem Licht die Bescherung ganz genau an. Die Kugel durchschoß im Eintritt unten in die Kammer etwa 2 bis 3 cm Fleisch, dann ergoß sich der Bleistrahl ins blutgefüllte Herz, so etwa 8 cm dick, oder so, das ob des Druckes in kleine Würfelchen zu 0,5 bis 1 cm Kantenlänge zerplatzte. Nah des Herzen war die Lunge Mus. Weiter weg zogen sich dunkelrote Splitterbahnen durch die Lunge. Auf gegenüberliegenden Kammerseite kamen die großen Restsplitter noch eben bis in den Vorderlauf, ohne den zu durchschlagen. Auschuß gibt's bei so einem schnellen Platzer eh nicht.

Der schlechte Grund nur längs auf den Träger zu schießen liegt im Trägeraufbau. Sofern das Blei mittig trifft ist die Wundwirkung durch das unterbrochen Rückenmark und die hirnseitige überreizung der ,,golden Schuß", sprich bannt an den Platz und nimmt dem Stück sofort die Besinnung, bis es stirbt. Selbst wenn das Stück immer sofort fällt, stirbt das Hirn ja erst am folgenden Sauerstoffmangel, da Herz und Lunge mangels Verbindung vom Hirn nicht mehr gesteuert werden können. Falls der Schuß nicht ,,golden", also genau auf Rückenmark trifft, sondern knapp daneben ins feste Muskelfleisch , langt die Erschütterung immer noch das druckempfindliche Rückenmark zu stören. Die Halsschlagadern oder der Vagusnerv können getroffen werden. Beides ist nur gut. Wird bei noch größerer Ablage nur noch die Haut geritzt, überlebt das Stück ohne bleibende Schäden. Bei einem breiten Trägerschuß hingegen können unterschüssig die Luftröhre und Schlund geöffnet werden, ohne das Stück zu fällen. Die Verletzungen würden das verhungern oder an Lungenentzündung sterben lassen. Das wäre schrecklich, nicht waidgerecht, sollte also gemieden werden. Sichere Trägerschüsse lassen sich also nur längs antragen. Nur das muß man sich merken. Dann ist alles gut.

7 g - 6,5 mm Scenar - 1.050 m/s - Würdigung.

Aus der 6,5x65 mit 3,8g R907 aus 65 cm Lauf auf 1.050 m/s beschleunigt ist das 7g 6,5 mm Scenar für mittleres Wild eine tödliche Waffe. Sie tötet schneller als alles bisher bekannte, wenn man mal von ähnlichen Geschossen aus der 6,5x68 absieht, die noch schneller werden. Rehrückrate werden auf 80 m breit zu Mus geschossen, dafür also zu stark. Auf die Kammer paßt's. Längs beschossene Füchse platzen. Geht es um den Balg, ist die Waffe dafür also zu stark. Sowohl Weißwedelhirschvorderlauf- als auch Hinterlaufknochen durchschlägt das Scenar. Trägerschüsse verbrauchen kein Wildpret, schließen Fluchten aus. Kammerschüsse ergeben bis 30 m Flucht, oder weniger bis zum Bannschuß. Dies ist der wesentlich Vorteil schneller Geschosse. Blutgerinnsel waren außer in der ganz unmittelbaren Trefferumgebung nicht zu finden. Aufgrund der hervorragenden Wirkung und guten Präzision aus der 6,5 x 65 empfehle ich also das eigentlich für Sportzwecke entwickelte windschlüpfrige Geschoß aus der 6,5 x 65 für alles mittlere Wild auf alle Entfernungen von 0 - 275 m. Während man in Finnland nur nah schießt und zwischen Elbe und Oder zwar weit auf Rehe, die doch kein mittleres Wild sind, trifft beides auf Gemsen in den Bergen zu. Gemsen sind von der Größe den Weißwedel- oder Damhirschen vergleichbar, bieten also ähnliche Zielwiderstände. Deshalb gilt: Das 7g Scenar aus der 6,5 x 65 ist ein ideales Gamsgeschoß.

Nachteilig ist die mangelnde Tiefenwirkung eigentlich nur für den mexikanischen Herzschuß (D. i. von hinten durch Waidloch), den man vermeiden sollte und, wenn man ihn irgend wann doch einmal wagen muß, dann nur mit einen äußerst harten nicht zu weichem Geschoß antragen sollte, weil sonst das Tier im Gescheide waidwund geschossen wird, ohne das Zwerchfell zu öffnen um so die Lunge zusammenfallen zu lassen und so den Erstickungstod herbei zu führen. Muß von hinten geschoßen werden, bietet sich statt des unsauberen mexikanischen der sauber finnische Trägerschuß von hinten an, sofern das Stück sein Haupt über den Widerrist erhebt, also für alle hirschartigen, jedoch nicht für Schweine. Da der Kopfschuß, sofern er von vorn angetragen wird in der Höhe genau sitzen muß, sollte er von vorn besser gemieden werden, von hinten ist er nur ein günstige Erweiterung des Trägerschusses.

Splitterglocke

Vom schnellen, platzenden Geschoß abreißende Splitter fliegen in Fleisch etwa 5 cm seitlich fort. So ergibt sich ein Splitterglocke, die bei schnellen Platzgeschoßen die inwendige Trefferfläche in der Kammer deutlich vergrößert. Schon mit kleineren Geschossen in 5,6 oder 6 mm mit um die 1.000 m/s, ganz gleich ob Vollmantel, Teilmantelspitz oder Hohlspitzgeschoß zeigten sich bei Rehwild immer deutlich kürzere Fluchtstrecken als bei langsameren größeren Geschossen. Die vom Anschuß abzusuchende Fläche mißt also Fluchtsrecke x Fluchtstrecke. Die von der schnellen Kugel in die Kammer getroffenen stücke rannten höchstens 30 m. Die abzusuchende Fläche beträgt dann 900 m². Das vom 18,5g schweren aber nur gut 700 m/s langsame Mega ebenfalls gut in die Kammer getroffen Kalb rannte hingegen noch 150 m. Die Fluchfläche beträgt dann 22.500 m² oder 25 mal so groß.

Bei der dicken 9,3 kann allerdings bei Weißwedelhirschen immer mit Ausschuß gerechnet werden. Wenn der Schweiß dann noch auf dem Schnee glänzt ist die Nachsuche auch nicht viel länger. Zu Ehrenrettung des schweren Brummers sei bemerkt das Jukka noch zwei Marderhunde damit schoß, die gleich lagen. Er hat sie ja auch mehr für Elche. Eine 6,5 mm hat er auch. aber auf der 9,3 war das bessere Glas. Das zählte.

Svante schoß aus der .300" Winchester Magnum 11,7g Sako Superhammerhead mit 900 m/s V0

Patrone: Sako Super Hammerhead 11,7 gram V0=900m/s

Entfernung: 35 - 40 m

Treffer: Herz oder Lunge hinter dem Vorderlauf.

Fluchten: der große Hirsch flüchtete etwa 250 m, ein Kalb etwa 50 m.

Die im letzen Jahr vom 9,7g Lapua Mega mit 1.050 m/s ortsüblich auf ähnliche Entfernung beschossenen Stücke beschossenen Stücke fielen dagegen am Platz.

Hello Lutz!

Maybe I was a bit brief in my reply. The box tells Sako Super Hammerhead 11,7 gram has approx. 900 m/s velocity. Have not checked speed in my rifle. In Finland I experienced, that the bullet opened very little. Entrance hole in was nearly same as exit hole. Very little expansion. The animals died, but not on the spot as with the light 9,7 gram Mega bullet at 1.050 m/s.

I saw two red stag, really big ones and shot two roedeer 18.12.

Best regards, Svante

„Bei Schlachtungen von Damtieren in Gehegen wiesen Stücke mit hohen Halsschüssen, bei denen die Halsschlagadern zerschossen wurden, das Herz aber noch einige Augenblicke weiter pumpte, einen perfekt ausgeschweißten Schlachtkörper mit pH Werten zwischen 6,7 und 7 auf, wohingegen selbst saubere Blattschüsse Schlachtkörper lieferten, die nicht ausreichend ausgeschweißt waren und deren pH Wert dadurch zwischen 3, 7 und 4 lagen. " /93) Renso Eck 1990 in ,,Schrotschuß auf Rehwild“.“

Weiter geht's in Loimaa 2002 | 6,5 mm Copper in Africa 2004 | Lies auch Lutz Möller KJG Geschoß | KJG wirken anders | KJG Genauigkeit | Hindernisse und Zweige !

Lutz Möller

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