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Lutz Möller GmbH

Lutz Möller 7 mm Rem. Mag. KJG Munition

Geschichte

Allgemeines

Inzwischen eine der bekanntesten US-Magnumpatronen, führen vor allem von Jägern die 7 mm Remington Magnum, die eine im Vergleich zur 7x64 gesteigerte Leistung und gestrecktere Flugbahn haben wollen. Der Leistungsvorsprung zur 7x64 beträgt etwa 10%, muß aber durch einen höheren Gasdruck, ein meist höheres Waffengewicht und höheren Waffenpreis sowie durch entsprechend stärkere Nebenwirkungen beim Schuß (Knall, Rückstoß) und verringerte Lauflebensdauer erkauft werden. Trotz der aufgezeichneten Nachteile im Vergleich zu einer bewährten Mittelpatrone gehört die 7 mm Remington Magnum zu den besseren Patronen dieser Kategorie

Geschichte

Die 7 mm Remington Magnum ist eine sogenannte ,,kurze Magnumpatrone" und nichts anderes als eine Version der englischen .275 Belted Nitro Express von 1912. Anlaß für die Vorstellung der 7 mm Remington Magnum im Jahre 1962 war vor allem der anfängliche Erfolg der 1959 eingeführten .264 Win. Mag.. Von dieser unterscheidet sich die 7 mm Rem. Mag. lediglich durch das Kaliber. Die 7 mm Re. Mag. ist die erste Remington-Entwicklung mit metrischer Bezeichnung des Kalibers und war der Anfang einer ganzen Reihe von Remington-Patronen, deren Kaliber in Millimetern angegeben wird.

Wiederladersicht

Die 7 mm Rem. Magnum ist keine sehr ausgeglichene Patrone. Das wird deutlich, wenn versucht wird, sie auch mit anderen als dem progressivsten Pulver zu verladen. Im Gegensatz zu bewährten Hochleistungspatronen reagiert die 7 mm Remington Magnum mit starken Gasdrucksteigerungen oder Drucksprüngen auf schnellere Pulversorten. Mit Ausnahme der leichten KS bleibt die Patrone deshalb auf ein Pulver beschränkt, wenn Höchstleistung verlangt wird. Ein weiterer Nachteil, den die 7 mm Re. Mag. mit vielen anderen sog. Magnumpatronen amerikanischen Ursprungs teilt, ist der kurze übergang im Patronenlager, der das Hülsenvolumen deshalb nicht voll zur Wirkung kommen läßt, weil die langen Spezialgeschosse sehr tief eingesetzt werden müssen. Auch der sehr kurze Hülsenhals bringt im gleichen Zusammenhang Nachteile: Das 11,2 g HMK muß so tief gesetzt werden, daß es von der Hülse nicht mehr gefaßt wird. Einkleben mit Randfugenlack ist erforderlich.

. . . schrieb RWS 1982

7 mm Rem Mag mit altem 7 mm KJG

Hallo Herr Möller,

Wie ich aus nun vielen Berichten zum Thema Waffen, Geschosse etc. entnehmen konnte, darf ich Sie als Profi bezeichnen. Darf ich Sie deshalb auch um einen Rat in Punkto Waffenführung und Geschosse bitten. Ich bejage seit 4 Jahren vorwiegend Reh und Gamswild in den Tiroler Alpen. Anfangs mit meiner .243" Win. Steyer Mannlicher (Federal Premium 5,5 g Boat Tail Geschoß) mit der ich Supererfolge auf Reh und auch Gams (selbst bis 300 m, jedoch junge Stücke) hatte.

Nun habe ich mir seit einem Jahr einen wirklich führigen Kipplauf (Suhler K1 im Kaliber 7 mm Rem Mag., 60 cm Lauflänge mit Magnaport) zugelegt.

Der Grund war einerseits ein Kaliber für wirklich weite Schüsse auf Gamswild zu haben, andererseits auch für Rotwild gerüstet zu sein. Die Schwierigkeiten begannen, als ich einen wirklich starken Gamsbock auf 300 m verfehlte. Ich glaube nun mit der sehr leichten Waffe und der relativ starken Patrone bei der Schußabgabe bzw. Handhabung, Auflage etc. zu machen. Können Sie mir hier weiterhelfen?

Welche leichten Geschosse können Sie mir für diese Patrone empfehlen? Mit dem 9,1 g Hirtenberger Ballistic Tip und dem Hornady 9 g. Light Mag. hatte ich in Punkto Schußbild wenig Erfolg. Derzeit muß ich das relativ schwere 10,7 g RWS schießen.

Besten Dank, Siegfried Hummel

Tag Herr Hummel,

mir scheint, mit Ihrer überschrift ,,Waffenführung" suchen Sie bereits in der richtigen Richtung. Mir fiel sofort meine Erfahrung mit einer leichten Mauser 66 für die starke Patrone 7x66 Super Expreß vom Hofe ein. Die Mauser 66 und Ihre Kipplaufbüchse ähneln sich in der Vorderschaftbefestigung, als in beiden fällen, sofern ich bei der K1 nicht irre, berichtigen Sie mich ggf. bitte, Lauf und Vorderschaft fest verbunden sind. Als ich auf dem Schießstand die leichte Mauser 66 mal vorn und mal hinten am Vorderschaft auf den Sandsack legte, wanderte das Trefferbild etwa 4 cm nach oben. Die Waffe schoß zwar insgesamt nicht so gut, aber die Abweichung war deutlich zu erkennen. An der Patron als solcher lag das nicht, denn ein anderes Mal konnte ich mit einer Brünner Mehrlader 3 Schuß auf hundert Meter binnen weniger 2 cm ins Ziel bringen. Solch Streukreis ist für einen Neuling an der Waffe gut! Der Mauser 66 konnte ich auf Anhieb nur mehr als 4 cm Abweichung abringen. Das ist schlecht!

Ich bitte Sie nun zu prüfen, ob Ihre Merkel K1 sich auch so verhält, sprich je nach vorderer oder hinterem Auflage auf einem festen Sandsack die Schüsse in der Höhe wandern läßt. Ich vermute das. Sollte es so sein wäre ein Handstop am Vorderschaft hilfreich, an den Sie immer ihre Hand anlegen und dann Ihre Hand abstützen, so daß Sie immer gleich Bedingungen haben. Ich erwarte Ihren Bericht!

An sich sind Gürtelhülsen schrecklich, aber da Sie in ihre Kipplaufwaffe nicht aus dem Magazin nachladen, stört die Krücke in Ihrer Waffe nicht. Die große 7 mm ist an sich eine gute Wahl. Schlechter ist Ihre Geschoßwahl. Stellen wir mal mein windschlüpfriges Lutz Möller 7 mm KJG Geschoß dem ungünstigeren RWS TIG gegenüber:

Patrone Geschoß Masse
[g]
Anfangs-
druck
[bar]
Lauf-
länge
[mm]
V0
[m/s]
GEE
[m]
± 5 cm
Reichweite
[m]
Reich-
weiten-
verlust
[m]
V300
[m/s]
Bahn300
[cm]

7 mm Rem MAg

KJG 7,5 150 650 1.071 234 271 0 844 -10
CDP 10,0 700 650 921 201 233 38 687 -23,5
TIG 11,5 250 650 910 198 229 42 666 -23,4

Während entsprechend auf GEE eingeschossen mein 7 mm KJG Geschoß auf 300 m binnen 10 cm bleibt, benötigt das TIG schon 23,4 cm. Da die Flugbahn weiter draußen krummer als zu Beginn ist, würden sich Entfernungsfehler bei dem von der Luft stärker gebremsten TIG stärker auswirken. Sofern Sie durch wandernde Vorderschaftauflage noch ähnlich der Mauser 66 noch 4 cm Höhenunterschied auf 100 m = 14 cm Höhenunterschied auf 300 m zu der Bahnkrümmung zufügen müssen, wird aus der Jage eine Lotterie. Wie schon angeraten, müssen sie prüfen, ob der Treffpunkt mit der Vorderschaftauflage wandert, und, wenn ja, wieviel.

Als leichteres Geschoß, daß, weil fester, ist mein 7 mm KJG Geschoß auf größeres Wild jaglich auch besser geeignet als das zu weiche TIG. Wenn die Waffe also mit leichtern Geschossen besser als mit schweren Geschosse schießt ist mein 7 mm KJG Geschoß aus 7 mm Rem Mag KJG Munition bis 300 m und sonstige weite Schüsse seine sehr gute Wahl.

Lutz Möller

Sehr geehrter Herr Möller!

die 7 mm KWJG sollen in einer 7 mm Rem Mag ( Rem 700, 62 cm Lauf, schießt mit 8 g KS/ 4,57 g N160 hervorragend), die 8 mm KJG in meiner 8x68 S ( Sauer 80 mit 66 cm Lauf, bisher mit 11,7 g KS / 76,0 grs R905, Schußleistung optimal, jedoch bis 150 m auf Rotwild starke Wildbretzerstörung und fehlender Ausschuß, daher bin ich froh auf Ihre KJG Geschosse umsteigen zu können. Wenn möglich bitte ich um Ladedaten für beide Kaliber, vorzugsweise mit R 905, R 904.

Besten Dank!

Mit freundlichen Grüßen, Dr. Ekkehard Widmann Donnerstag, 29. Juli 2004 12:53

Hallo Herr Möller,

ich habe gestern und heute geladen:

  1. 7 mm Rem Mag KJG Munition mit 7 mm 7,5 Gramm KJG 4,67 g N160 erreichte ich ohne Probleme und ohne zu überladen 1.115 m/sec mit ganz geringen Abweichungen. Die schießen auf meinem kurzen Kellerschießstand von 25 m Länge sehr gut zusammen. Da ich immer dort schieße, kann ich selbst über diese kurze Entfernung schon einschätzen was mit der Ladung los ist. Leistung, Schußverhalten und Mündungsfeuer bei 65 cm Lauf, alles bestens. Hat richtig Spaß gemacht.
     

  2. Ihre .30-06 Patronen mit 10,75 Gramm KDG-06

    Geschossen in einer Browning BAR II Light Evolve mit kurzem Lauf, ca. 55 cm, erreichen die Patronen ca. 865m/sec, und damit stolze und gleichmäßige 4.000 J E2. Das Zusammenschießen klappt auch sehr gut. Scheint eine tolle Sache zu sein, zumindest in Funktion und Leistung. Die Wirkung auf Wild kommt noch. Die Länge darf allerdings nicht einen Millimeter mehr sein, dann würden sie nicht mehr ins Magazin passen.

Weiter so!

Gruß, Hubert Bayer, Dienstag, 15. Februar 2005 19:26

Guten Abend Herr Bayer,

Ich freue mich gute Ergebnisse zu hören, aber wundere mich über die 1.115 m/s. QL sagt nur 1.035 m/s. Kann ein Fehler vorliegen?


Mit freundlichen Grüßen, Lutz Möller, Tuesday, February 15, 2005 8:20 PM

Herr Möller,

ich habe die Werte von meiner Mehl Meßanlage. Ganz sicher! Hatte bei Quickload 4,78 g N160 errechnet. Das ergab 1.145m/sec. Ich nahm dann auf 4,67 g zurück. Bei der Bar meinte ich Ihre .30-06 KDG, nicht .338" Win Mag.

Gruß Hubert Bayer, Mittwoch, 16. Februar 2005 23:03

Guten Abend Herr Bayer,

Werner Mehls Geräten will ich glauben. Danke für die Bestätigung!

Mit freundlichen Grüßen, Lutz Möller, 16. Februar 2005


Hallo Herr Möller,

ich habe die 7 mm Rem Mag KJG Munition   meines Bekannten heute nochmals mit einem neuen Zielfernrohr eingeschossen. Ich maß dabei nochmals 5 Schuß. Die lagen bei exakt 1.115 m/sec 2 m vor der Mündung. Das war übrigens eine Blaser Kipplauf K77. Ich mußte die Geschosse so tief setzen, weil der übergang so kurz ist. Warum diese Geschwindigkeit auftritt weich ich nicht. Ich habe keine Ahnung. Die Zündhütchen sehen normal aus. Bei den .30"-06 meinte ich, sie passen bis auf 0,5 mm in der Länge gerade so ins Magazin.

Gruß Hubert Bayer, Donnerstag, 17. Februar 2005 18:03


Hallo Herr Möller

ich komme gerade vom Schießstand. Die 7 mm Rem. Mag. KG Munition schießt Loch in Loch, aber nur mit der schnellsten Ladung . Wir haben es das erste Mal mit einer durchschnittlichen Ladung versucht, dann reduziert, kamen nie auf ein brauchbares Ergebnis, bis wir gesagt haben, wir probieren es mal mit der max. Ladung und jetzt geht das Ding! das Gewehr ist eine Steyr Luxus, super schöne Waffe mit toller Gravur und Wurzelholzschaft. So macht das Spaß!

Servus, Ralf Rauchberger, Samstag, 5. März 2005 18:50
 

7-mm-Rem.-Mag.-KWJG-Ladungen


S. g. Herr Möller!

Danke für Ihre rasche Antwort und die 7-mm-Rem-Mag KWJG Ladedaten!

Der Magazinkasten der Rem 700 in 7-mm-RM läßt 92,8 mm Patronengesamtlänge zu, der der Sauer 80 in 8x68S 92,6 mm. Wie sieht es aber dabei mit dem rotationslosen Geschoßweg aus, bzw. wie groß darf o. soll er bei den KJG sein? Nach meiner mehr als 20 jährigen Wiederladeerfahrung mit allen möglichen Kalibern bewegt sich der „ideale” rotationslose Geschoßweg zwischen 0,5 bis 2,0 mm, als Balance zwischen größter Präzison und Sicherheitsspielraum. Ein „Touch in lands” kommt m. E. nur bei Matchwaffen mit entsprechend engem Lager infrage, bei Normallagern führt dies nur zu schlechterer Präzision und Gasdruckerhöhung.

Bitte gelegentlich noch um die aktuellsten 8x68S Ladedaten für Ihr KJG Geschoß. Danke!

m. f. G. Dr. Ekkehard Widmann, Samstag, 31. Juli 2004 10:28

Dr. Widmann,

Schießversuche mit meinem 7,62 mm KJG Geschoß auf 425 m ergaben keine  nennenswerten Streukreisunterschiede zwischen meinem KJG fest in den Feldern und 3 mm davor. Der Streukreis betrug bei 5 Schuß etwa 8 cm.  

L. M.

Sehr geehrter Herr Möller!

Ich bin ein komplett unerfahrener Saujäger aus österreich, der heuer seine erste Sau strecken möchte! Ich besitze eine 7 mm Rem. Mag. 10,5 KS od. 11,5 TIG. Meine Frage: Ist die 7 mm Rem. Mag. KJG Munition zu rasant auf Sauen? Wie verhält sie sich auf das Wildbret?

Mit Weidmannsheil aus österreich, Arno Mattersberger, Mittwoch, 12. November 2003 09:04
 

Herr Mattersberger,

meine 7 mm Rem. Mag. KJG Munition ist für Sauen nicht zu rasant. Lediglich das 10,5g KS halte ich bei den angegebenen 903 m/s V0 für schon mittlere Sauen zu viel weich! Wenn RWS, dann 11,5g TIG, um die notwendige Tiefenwirkung mit hoffentlich, aber nicht sicher, Ausschuß zu zu erzielen.

Lutz Möller

Hallo Herr Möller,

zur Bergpatrone: Stabilisiert die 7 mm Rem. Mag. denn das ,,7 mm KWJG"? Das wäre ja dann für weite Schüsse in Namibia sehr interessant!

Gruß, Hubert Bayer, Freitag, 11. Juni 2004 18:49

Herr Bayer,

Nein! Mit 63,5 mm L3 und 83,57 mm L6 bleiben im CIP-mäßigen Magazin 20,07 mm für die Spitze übrig. Das Patronenlager ist 64,11 mm lang und daran schließt sich eine 3,3 mm lange Buchse mit mindestens 7,23 mm Durchmesser an, die meist weiter ist. Das 7 mm KWJG hat eine 20 mm Spitze bis zum ersten Führband. Das ginge also. Richtig wäre erst das KWJG weitere 3 mm bis zum 2. Führband mit 86,57 mm Patronenlänge rauszusetzen, wenn die Buchse 7,25 mm weit ist (könnte man nachreiben). Prüfen Sie bitte die freie innere Magazinlänge Ihrer Mauser 66 S und teilen mit das Ergebnis mit. Ohne das Maß kann ich weiter nichts raten.

MfG Lutz Möller, 11. Juni 2004

Hallo Herr Möller,

nun habe ich meine „neue“ Mauser 66S nachgemessen. Das Magazin fast 93 mm lange Patronen. Ich brachte .300" Rem Ultra ohne Probleme darin unter. Gestern konnte ich einen dickeren Lauf für die „66“ im Kaliber 7x64 für kleines Geld erwerben. Der sieht aus ein Matchlauf wie. Diesen will ich jetzt in 7 mm STW oder 7 mm Rem Ultra Mag aufreiben lassen. Wie sind die techn. Möglichkeiten bei der von Ihnen vorgeschlagenen 7x67? Gibt es Reibahlen, Matrizen und Hülsen? Wer arbeitet den Lauf auf?

Gruß Hubert Bayer, Sonntag, 13. Juni 2004 12:59

'n Abend Herr Bayer,

6,5x68, 7mm SEvH, 7mm BooBoo

6,5x68, 7mm S.E.v.H., 7mm Boo Boo

na prima. Knapp 93 mm sind eine gute Magazinlänge, um Patronen mit langen windschlüpfrigen Geschossen darin unterzubringen. Der 7x64 Lauf hat weitere Zug- und Feldmaße als die Amerikaner. Insofern passen die Maße nicht zueinander und Sie werden Schwierigkeiten beim Beschußamt bekommen den Lauf auf 7 mm STW umgearbeitet beschossen zu bekommen. Das wird also nichts!

Meine 7x67 leitet sich von der altbekannten 6,5x68 ab. Reibahlen und Matritzen müssen wir noch herstellen. Das dauert nicht lange. Ich habe inzwischen ein günstige Möglichkeit in Deutschland gefunden. Hülsen werden aus 6,5x68 aufgeweitet und feuergeformt, genau wie schon bei meiner 8,5x64.

Ich bin nicht der erste, der die Möglichkeiten der guten, druckfesten Mutterhülse von 1940 nutzt. Amerika kennt das Spiel bereits, siehe 7 mm Boo Boo / David Tooley , rechts im Bild. Tooley benutz David Manson Reibahlen und vermutlich Redding Matritzen. Sowohl Masonreibahlen als auch Reddingmatritzen sind hervorragend und mit beiden läßt sich gut zusammenarbeiten. Gleichwohl beherrschen wir Deutsche den Werkzeugbau mindestens genausogut wie die Amerikaner, sind daher nicht auf fremde Erzeugnisse angewiesen.

Die  7 mm Boo Boo kommt aber nicht in Frage, weil langdrallige und enge amerikanische 7 mm RM Läufe benutzt, statt die kurzdralligen deutschen 7 mm Läufe. Für wirklich weite Schüsse benötigen wir lange Geschosse und steilen Drall. Lutz Möller KJG Geschosse halten die hohen Drehzahlen aus ohne, wie manche dünnmantelige amerikanische Bleigeschosse von Sierra oder Berger, nach wenigen hundert Metern Flug vor dem Ziel zuplatzen und sich in Luft in eine kleine graue Bleistaubwolke aufzulösen. Der Vorgänger .280" Ross Rimless Nitro Expreß / 1910 setzte schon damals Maßstäbe, die Remington und Konsorten bis heute nicht eingeholt haben. Dazu kommt die Tatsache, daß maßgeschneiderte KWJG in ihrer jeweiligen Klasse dieselben Vorteile wie die neuen Kupfersportgeschosse, bieten, nämlich bei geringere Winddrift höher Geschwindigkeiten und flachere Flugbahnen.

 Hier spiele ich die Möglichkeiten aerodynamisch günstiger Haack-Gestalt (→ geringster möglicher Wellenwiderstand) und Drehzahlfestigkeit aus. Unser niedrig legiertes Kupfer, aus dem die Industrie sonst Trennschneiderdüsen (siehe rechts →) herstellt, bietet trotz verhältnismäßig niedrigen Massen aufgrund seiner Festigkeit dennoch die notwendige Tiefenwirkung um mit der Bergpatrone nicht nur weite, sondern auch große Tiere zu schießen.

Mauser und Brenneke wußten gute Gründe die 7x57 und 7x64 mit 220 mm Drallänge = 5,9° Drallwinkel und 6,98 mm Zug- und 7,24 mm Feld-Ø auszurüsten. Ihr Lauf ist also richtig. Dabei kommt es im Grunde weniger darauf an, als auf das Verriegelungsstück daran, das sonst neu gefertigt werden müßte. Das Teil neu zu fertigen ist aber auch gewöhnlicher Maschinebau, ohne besondere Schwierigkeiten. Insofern könnten Sie den 7x64-Lauf auch so benutzen, sich für die 7x67 einen neuen herstellen lassen. Ich rate diesen Weg einzuschlagen, auch um ggf. gleich Mündungsbremse oder Schalldämpfer mit vorzusehen. 

Ich habe die notwenigen Werkstätten und Büchsenmacher an der Hand, so daß der Erledigung der Aufgabe Ihre Mauser 66 S mit einem 7x67-Wechsellauf, die Bergpatrone, auszurüsten, nichts entgegensteht. Ich berate nur, führe selbst keine Büchsenmacherarbeiten durch.

MfG Lutz Möller, 13. Juni 2004


Sehr geehrter Herr Lutz!

Da ich einen Rat benötige, der mir auch wirklich weiterhilft, bin ich zum Entschluß gekommen: Ich kann eigentlich nur bei Lutz nachfragen!

Ich habe einen Steyr Pro Hunter, 7 mm Rem, mit dem ich jage, aber auch gerne auf den Schießstand gehe. Ich lade meine Patronen selber; habe einen Brünner Fox, .222" Rem. der mit meinen „Selbstgeladenen” 1 cm Streukreis schießt. Nur bei der 7 mm Rem will es nicht so klappen. Die Hirtenberger Fabrikmunition, 11,3 gr. Nosler Partition, hält einen Streukreis von 20 mm, nur meine Selbstgeladenen mit dem 11,3 gr. Nosler wollen nicht so recht. Die 10,4 gr. Nosler schießt schon etwas besser, aber auch nicht zufriedenstellend. Meine Frage: Ich würde gerne das 9,7 gr. Nosler Ballistic Tip probieren. Da meine .222" Rem Fox damit so gut schießt, hoffe ich, daß dies auch die Steyr tut. Kann es sein, daß das leichtere Geschoß für den Drall besser ist. Weiß leider nicht die Dralllänge meines Steyr. Auch möchte ich auf 300 m noch kleine Ziele damit treffen können. Ich hoffe Sie können mir eine paar „heiße” Tips geben können.

Herzlichen Dank, Harry Reichl, Donnerstag, 15. Juli 2004 22:07

Herr Reichel,

die amerikanischen .284" Geschosse durchmessen nominell 7,2136 mm. Das Zugmaß Ihrer 7 mm Rem Mag entspricht dem. Deutsche 7 mm Geschosse messen meist 7,25 mm, da deutsche 7 mm Läufe 7,24 mm Zugmaß haben. Mit einer leichten Preßpassung wird leicht genauer geschossen. Auch gute Handladungen streuen ein wenig. Welche Gewehrlaufschwingungen dabei auftreten ist ungewiß. Mit der Ladungsleiter können Sie allerdings ein Ladung finden, die auf Schwankungen weniger bis gar nicht antwortet. Also empfehle ich zunächst mit dem Geschoß Ihrer Wahl auf mindestens 200, besser 300 m mit kaltem Lauf die Ladungsleiter zu schießen, um herauszufinden bei welchen Durchlaufzeiten Ihr Gewehr unabhängige Eigenschwingungen und durchlaufzeitabhängige Biegungen verstärkt, oder auslöscht (zumindest teilweise).

Im weitern gibt es mein Lutz Möller 7 mm KJG Geschoß und das 7 mm KWJG. Beide sitzen bei Ihrem engen amerikanischen Lauf mit 240 mm Drallänge stramm, ohne zu klappern. Die bisher bekanntgewordenen KJG Treffergegebnisse deuten auf allgemein gute Verträglichkeit hin. 7 mm KJG - Ergebnisse mit der 7 mm STW, deren Lauf der 7 mm Rem Mag gleicht, sind sehr gut. Sollte also  die Ladungsleiter mit den Nosler BT nicht zum erwünschten Ziel führen, nehme meine Lutz Möller KJG Geschosse.

MfG Lutz Möller, 30. Juli 2004

 

7 mm Rem Mag für weite Schüsse

Hallo Herr Möller,

mit Freude las und lese ich Ihre Artikel. Die Tips von Ihnen finde ich toll und das jemand mit Ihrem Sachverstand die Leute mal aufklärt und ihnen mit Rat und zur Seite steht findet man heute auch nicht so oft. Aus diesem Grund möchte ich von Ihnen über die Patrone 7 mm Rem. Mag. etwas in Erfahrung bringen. Ich habe vor mit diesem Kaliber zum Longrangeschießen auf 1.000 m zu gehen. Als Geschosse dachte ich an  bis 500 m - 109 g Sierra MK und bis 1.000 m 10,5 g Hornady A-Max -  Die V0 würde bei 920 m/sek liegen, habe ich mir sagen lassen.

Ich möchte dieses Kaliber aus dem Grund, weil die .338" Lap. Mag., .300" Win. Mag., .308" Win. od. 6,5x55 schwedisch Mauser alle haben, aber eine 7 mm Rem. Mag. habe ich bei solchen Schießveranstaltungen noch nie gesehen und außerdem soll die Patrone sehr präzise sein. Da ich Wiederlader bin, würde ich von Ihnen gerne wissen auf was ich achten soll.

Mit kameradschaftlichen Gruß, Paul Hörsch, Donnerstag, 11. September 2003 02:37

Moin Kamerad Paul,

du solltest auf die Drallwinkel deiner Sportgeräte achten. Gewöhnliche 7 mm Rem. Mag. Läufe haben 241 mm langen Drall, oder 33,4 Kaliber oder 5,4°. Für drallstabile Langgeschosse, wie das 10,5g Hornady A-Max, zu wenig. Das Geschoß mit seiner Sekantogive, feinen Spitze und sogminderndem Kegelstumpfheck ist zwar mit BC 0,625 und vor 4,3g R805 bei 84 mm langer Patrone mit knapp 4.300 bar aus 65 cm Lauf an der Mündung 932 m/s schnell und fliegt besser als die Scenar aus der .338" LM. Allerdings stabilisiert ein werksmäßiger 241 mm Drall das 10,5 g Hornady A-MAx nicht. Du mußt also zu kürzerer Drallänge greifen, siehe unten. Dann kannst du mit der 7 mm Rem. Mag. den dicken Patron sich zu fürchten lehren.

Hornady A-Max Sekantogivegeschosse

Kaliber 5,6 mm 6 mm 6,5 mm 7 mm .30" .30" .30" .50"
Masse 4,86 g 6,8 9 10,5 10 10,9 11,5 48,6
Flächenlast 19,4 g/cm² 22,7 g/cm² 25,7 g/cm² 25,6 g/cm² 20,8 g/cm² 22,7 g/cm² 24,0 g/cm² 37.1
BC 0,44 0,5 0,55 0,625 0,435 0,475 0,495 1,05
Drall 5,2° 4,8° 5,2° 5,7° 4,7° 6,1°
Drall 200 mm 230 mm 230 mm 230 mm 350 mm 300 mm 280 mm 380 mm

Die Hornadyangaben vom 50er ergaben bei Nachmessungen nur BC 0,95. Dessen Daten waren also 10% geschönt. Ein großer BC macht sich in der Hochglanzbroschüre immer gut. Derartige Daten sind also mit Vorsicht zu genießen. Nichtsdestoweniger ist das 7 mm 10,5g Hornady A-MAx, eines der besten Geschosse für lange Strecken, daß die Welt zu bieten hat.  Das nächstbeste Geschoß ist das 6,5 mm 9g Lapua Scenar mit BC 0,615 aus einer 6,5x65, die ich für den Zweck empfehle.

Gut Schuß, Lutz

KS aus 7 mm Rem. Mag. für Rotwild zu weich

Sehr geehrter Herr Möller!

Nach nun bald wochenlangen Studien Ihrer Seite wage ich es doch meine Fragen loszuwerden. Ich besitze eine 7 mm Rem Mag von Blaser. Das Trefferbild mit einer 10,5 g KS von RWS ist jagdlich bei weitem ausreichend (3 Schuß auf 100 innerhalb 2 € Stück, auf 200 bisher innerhalb von 3 - 4 cm Kreis). Ich konnte im Jahr 2002/03 immerhin 22 Mal erfolgreich sein, 19 Rehwild, 3 x Rotwild. Alle Tiere verendeten entweder im Feuer oder nach ca. 30 Schritt. Beim Rotwild war kein Ausschuß vorhanden. Jetzt wollte ich auf etwas härtere Geschosse ausweichen. Sofort wurde mir gesagt, der Rückstoß nimmt unangenehm stark zu. …und so kam ich auf eine Mündungsbremse…

Frage: Welches Geschoß würden sie mir mit der vorhanden Ausrüstung nahe legen? Ist die Mündungsbremse bei der 7er Rem eine Empfehlung – das Kaliber hat doch eh´ schon den Ruf einer empfindlichen Diva? In Österreich bietet ein Herr Kurt Pritz  eine Bremse zu einem doch deutlich höherem Preis an als bei Ihnen genannt wird! Was halten sie von diesem „Pritz“ System?

Mein Schwager ist CNC Dreher und Fräser – können wir solch eine Bremse wirklich selbst herstellen ohne Gefahr zu laufen, daß meine Lebensversicherung meiner Frau Grund zur Freude gibt?

Mit der Bitte um Antworten verbleibe ich mit herzlichem

Weidmannsheil, Alexander Gänsler, (Jungjäger am Beginn des 2ten Jagdjahres)
 

Lieber Waidgenosse Gänsler,

wenn Sie aus der schnellen 7 mm Rem. Mag. bei Rotwild Ausschuß wollen, dann nehmen Sie meine Lutz Möller KJG Geschosse. Durch härtere Geschosse steigt der Rückstoß nicht. Die 7 mm Rem Mag sehr gut zu bremsen geeignet. Sagen Sie mir den Mündungsdurchmesser und ich lege Ihnen die Bremse aus. einen ,,Pritz“ kenne ich nicht. Der Preis ist jeden falls teuer! Als Ingenieur können Sie selbst eine bauen.

Waidmannsheil, Lutz Möller


Lieber Herr Möller!

Ich danke für die schnelle Antwort. Nun, gerade als Ingenieur ist man mit Risken und Gefahren eher vertraut als Außenstehende bzw. Nichttechniker. Leider habe ich beruflich mit der Beurteilung von Risken und den daraus resultierenden Ansprüchen laufend zu tun. Ich geb´ es ja auch zu – natürlich könnte ich auf meiner Afrikatwin die Bremsen selbst wechseln, genauso wie beim Wagen, aber ich fühle mich hier beim Fachmann doch sehr gut aufgehoben. ähnlich geht es mir bei änderungen an meiner Jagdwaffe. Das ist nun bei Gott kein Spielzeug und der Energiehaushalt an der Mündung ist auch nicht von schlechten Eltern. Folglich will ich mir da auch wirklich sicher sein, BEVOR ich da vielleicht Lehrgeld zahlen muß (weniger finanziell sondern mit der Gesundheit!). Ich denke, die Fräse und Bohrarbeiten bekommen wir hin, auch in der entsprechenden Präzision. Etwas interessant wird sicher  Material zu beschaffen werden.

Nun zu den Einzelheiten: Der Blaserlauf ist etwas konisch -> von 16,90 mm bei der Mündung zu 16,94 mm bei ca. 2,9 cm Von der Mündung. Bei 29 mm befindet sich die Halteschraube von der vorderen Visiereinrichtung (Kornsattelhalterung?!). Innendurchmesser bei der 7er Rem: 7,21 mm; wir wollen die Bremse kleben (mit dem Loctite 648). Somit ist sie bei einer Temperatur von 285 °C wieder lösbar und dieses Produkt ist zudem verarbeitbar ohne die Brünierung anschleifen zu müssen (zudem, glaube ich zumindest, ist der Blaserlauf nicht brüniert sondern sonst wie behandelt). Wir sind uns noch nicht ganz einig, ob wir die Mündungsbremse nicht etwas im Bereich des wieder zu montierenden Kornsattels ausnehmen sollen und ein Teil des Kornsattels abfräsen sollen. Wir werden sehen, wie es sich am leichtesten verwirklichen läßt. Blaser hat so eine Art stehende Schraube in den Lauf gedreht – vielleicht mache wir da einfach ein Korn darauf…. Mein Schwager, Martin, hat mich nach den Toleranzen gefragt? Nun, den bisher entnommenen Angaben konnte ich keine Toleranzen entnehmen. Wenn Sie mir also bitte die Unterlagen für die Auslegung mailen, würden Sie mir dann bitte auch Toleranzen bei der Fertigung vorschlagen (auf 10tel mm, 100tel mm?). Bei dem konischen Lauf werden wir einen Kegel mit 5/100 mm Anstieg auf 3 cm bei der Halterung versuchen. Am meisten würde mir eine kurze Bauform zusagen (á la 4 Kreuz -NAGY- Bremse); ich glaube fertigungsmäßig bekämen wir das schon hin. Im Revier beim Pirschen habe ich mich halt an die kurz gebaute Blaser schon sehr gewöhnt…

Ich bin, unter anderem, Drilling Ingenieur und Brunnenmeister– ich bohre Löcher in die Erde, wenn´s denn sein muß bis 13.000 m – und davon verstehe ich auch was. Alle unsere Werkzeuge sind groß und schwer. Mit so kleinen Dingen komme ich nicht so recht zusammen. (Fragen sie einen Elektroniker über ein Starkstromrelais – kennen wird er es schon aber damit arbeiten?) Ich werde also mit meinen Schwager zusammen dieses Projekt angehen – er ist – wie schon erwähnt – CNC Dreher und Fräser -> und davon versteht ER etwas! Ich bohrte ihm also voriges Jahr einen Hausbrunnen, jetzt kann er sich revanchieren (..mein Schwager steht gerade neben mir und lacht!). Aber angehen werden wir das Projekt umgehend – sie haben uns an unserer Ehre erwischt… Ich verspreche Ihnen, die Sache mit Photos zu dokumentieren und unsere Erfahrungen weiter zu geben, OK?

Nun noch zu den Geschossen: CDP fertigt für die 7er Rem nur mehr die Kugeln, es wird auch nie ein fertiges Geschoß zu kaufen sein. Nach langem Mailwechsel mit Blaser und RUAG bekam ich die Auskunft von RUAG, daß mit der 7 Rem einfach kein Schußbild mit der CDP zu garantieren ist. Blaser weiß das schon, hat aber bisher verabsäumt dieses Kaliber aus dem Angebot zu nehmen. Die Kugeln können zwar von RUAG bezogen werden, aber ein jagdlich vertretbares Schußbild ist nur durch Selbstladung erzielbar! Das ABC wird von Hirtenberger leider in diesem Kaliber ebenfalls nicht hergestellt. Ich habe bei Federal ein ähnliches Geschoß gefunden (Barnes XLC Coated X-Bullet mit 10,37 g) – aber derzeit ist das bei uns nicht zu bekommen (USA – IRAK?!?). So werde ich es auf Rotwild und Sau halt´ vorläufig mit einem Nosler Partition von Federal und einem Pro AMM probieren. Beim Rehwild hat sich das 10,5 KS von RWS auf der Rem sehr bewährt. Ich kann da beruhigt probieren, da ich auf Hirsch und Sau nicht in dem Rehrevier jagen darf bzw. auf Sau und Hirsch gesondert eingeladen wurde!

Mit Dank für Ihre Bemühungen verbleibe ich in Erwartung Ihrer geschätzten Antwort mit freundlichen Grüßen, Alexander Gänsler

Guten Tag Herr Moeller.

Habe mir die 9,3 vor drei Jahren zugelegt, da ich mit dem Ausschuß aus meiner Sauer 90 7x64 nicht immer glückliche Nachsuchen hatte. Die sind ohne Hund nicht immer einfach. Ich las sehr interessiert Ihren Beitrag mit der KJG Munition. Ich führe eine Heym SR 20 in 9,3 mm mit einem Swarowski 3-12x56 Zielfernrohr. Damit jage ich hauptsächlich Schwarzwild im Wald auf 50-70 m. Ich suche noch nach einem universellen Geschoß, da ich im Sommer auch Auen und Getreidefelder schützen möchte. Hier ist die Schußentfernung meist weiter als 100 - 150 m. Außerdem möchte ich eine Waffe für möglichst viele Gelegenheiten, wie z.B. auf Reh im Feld (150-200m) einsetzen können. Zu welchem Geschoßtyp würden Sie mir raten? Schon mal vielen Dank für eine Antwort.

Mit freundlichem Jägergruß, Olaf Pohl, Mittwoch, 14. April 2004 20:03


Hallo Herr Möller!

Ich muß sagen, eine wirklich beeindruckende Seite. Gratulation!

Vergangenen Winter bekam ich Jungjäger, 2 Büchsen vererbt. Nun weiß ich nicht, welches Gewehr ich auf Rehwild einsetzen kann/soll. Eine 7 mm Rem Mag. Ist dieses Kaliber nicht zu stark für Rehwild? Wenn nicht, welche Patrone(n) würden Sie mir raten? 2 Kombinierte Bockbüchsflinte Kal .222 Rem. Ich redete mit Jagdfreunden geredet und die reiten mir von dem kleinen "Schonzeitkaliber" für Rehe eher ab. Da mein Vertrauen in solche selbsternannten Wirtshausballistiker eher gering ist, möchte ich Sie um Ihren Rat fragen. Ich danke Ihnen schon im Voraus.

Mit den besten Grüßen, Adrian Reichhold, Montag, 10. Mai 2004 16:55

Herr Reichhold,

schnelle weiche Geschosse sind ein Problem Schnell harte Geschosse nicht. Mit beiden komme Siw auf Rehwild zurecht, wenn Sie Lutz Möller KJG Geschosse nehmen. Mit der Großen brauchen Sie sonst nichts anderes, während die kleine, leise 222 nur für Reh und Fuchs taugt.

Mit freundlichen Grüßen, Lutz Möller
 

7 mm Rem Mag Geschoß

Hallo Herr Möller,

herzlichen Glückwunsch zu der gelungenen und informativen Website, die den jaglichen Diskurs außerhalb der Foren a´ la Wild und Hund fördert. Ich habe da einige Fragen bezüglich der 7 mm Rem. Mag., da ich mir überlege einen Repetierer in selbigen Kaliber zu kaufen (günstiges Angebot). Welche Werksladung bzw. welches Geschoß würden Sie, mal abgesehen von Ihrer Abneigung gegenüber Patronen mit Gürtelhülsen, für die Jagd auf Reh-, Rot- und Schwarzwild (Entfernung 100 - 200 m) empfehlen? Der Lauf der angebotenen Waffe hat eine Dralllänge von 241 mm. Was geschieht bei Schüssen auf Distanzen, die kürzer als 100 m sind (Wundwirkung, Ausschuß, Wildpretentwertung? Wie sehen Sie die 7 mm Rem. Mag. im Vergleich zur 7x64? Was würden fertige Patronen mit KJG von Ihnen kosten?

Vielen Dank, Gerald Bender, Mittwoch, 28. April 2004 18:08

Herr Bender,

vom Gürtel abgesehen, ist die 7 mm Rem Mag ein gute Patrone, leistungsstark aber nicht zu groß. Mit dem richtigen Geschoß eignet sie sich für alles hiesige Wild, auch wenn es weiter draußen steht. Für weniger weite Entfernungen genügt 7x64 KJG Munition und nur im Wald auch 7x57 KJG Munition.

Mit einer gut 3 mm langem 7,23 mm Buchse vor dem 3° Kegel ist sie eine moderne Patrone, die genaues Schießen fördert, obwohl sie schon so alt ist. RWS zog in der 7 mm Rem Mag Geschichte nur deshalb über die Patron so her, weil RWS kein passendes Geschoß anbietet. Die üblichen RWS-Geschosse mit sehr langem Schaft, aber kurzer Spitze, zudem mit 7,25 mm dicker als die 7,23 mm Buchse passen nicht so recht in die füllige 7 mm Rem Mag. Auch gibt es heute andere Pulver als vor 25 Jahren, so daß die Patrone auch deshalb nicht abgelehnt werden muß.

Das RWS 9,4 g TMS mit 970 m/s v0 platzt schon in der Oberfläche, eignet sich also nur um Rehe und Füchse in Stücke zu schießen, besonders auf kurze Entfernungen. Der Hund freut sich, der Koch nicht! Was soll das?

Das  RWS 10,5g KS mit 930 m/s v0 ist nicht viel besser. Auch hier ist kein große Tiefenwirkung zu erwarten, besonders nicht auf kurze Entfernungen, weil zuviel Bleistaub wegspritzt, statt im Stück durch das Ziel zu jagen. 

Das  RWS 11,5g TIG mit 890 m/s v0 dringt besser ein, wäre also eher für Hirsch und Sau geeignet.

Das RUAG 10 g CDP mit 10 g mit 960 m/s v0 ist von den Werksladungen meiner Meinung nach für die 7 mm RM am besten geeignet, weil sein Steg, obwohl zu weit hinten, eine gewisse Restmasse erwirkt.

Nur leider fliegen die alle nicht so weit, weil mangels Aerodynamik die Luft die Geschosse zu sehr bremst. Schauen wir mal wie das aussieht, wenn wir 100 m Fleck einschießen.

Geschoß

Masse
[g]

BC
[-]

v0
[m/s]
Fall [cm] 
200 m 300 m
Möller KJG 7,5 0,380 1.082 10,2 46,8
RUAG CDP 10,0 0,375 960 15,1 67,0
RWS TMS 9,4 0,346 970 15,8 71,8
RWS KS 10,5 0,381 930 16,4 72,0
Brenneke TIG 11,5 0,356 890 19,8 88,6

Daß das CDP trotz  im Vergleich zum KJG 1/3 in Luft weniger gebremst wird, zeigt wie schlecht der Luftwiderstandbeiwert des CDP und der andern betrachteten Geschosse ist.  Matchgeschosse fliegen zwar besser, sind aber für Wild, außer sehr kleines, zu weich. Ich erlebte wie 9,7 g TIG aus der .30-06 auf ein 138 kg Keiler eben nicht ausschossen. Andere schreiben oben das KS sei für Rotwild zu weich. Das kennen wir schon von der ebenfalls flotten 8 x 68 S. Insofern ist ihre Fragen nach einem passendes Geschoß für großen und kleines Wild, nah und fern, gar nicht so einfach zu beantworten. Wenn es etwas Passendes gegeben hätte, daß alle Anforderungen erfüllt, müßte ich kein KJG Geschoß bauen, aber ich muß! Mit dessen Geschwindigkeit ist ein Fuchs von weiterem Tun abzuhalten und der Tiefenwirkung kann notfalls Großwild begegnet werden.

Meine Empfehlung sollte also klar sein: 7 mm REM KJG Munition!

MfG, Lutz Möller, Donnerstag, den 29. April 2004

Sehr geehrter Herr Möller,

einem Bekannten besorgte ich die Repetierbüchse Mauser 98 Jagd Match mit 67 cm Lothar Walther Matchlauf (fabrikneue handgefertigte Präzisionsbüchse) in 7 mm Remington Magnum. Sind schwerere Geschosse weniger geeignet als leichtere, weil im genannten Kaliber schwerere über den Übergangskonus hinaus in die Züge geraten könnten und somit im Laufe der Zeit die Lebensdauer des Laufes verkürzen?

LM: Diese Vorstellung trifft nicht den Sachverhalt. Sie sollten sie vergessen!

Wenn ja, wo ist der Grenzwert und welche Laborierungen, auch vom KJG, sind zu empfehlen, um lange Freude an der obengenannten Waffe zu haben?

Für Ihre Bearbeitung danke ich Ihnen vielmals.

Mit freundlichen Grüßen, Matthias Ahlborn, Mittwoch, 27. September 2006 16:58

Tag  Herr Ahlborn,

nicht die Geschosse bedingen die Lauflebensdauer, sondern das Pulver. Bitte lesen Sie da nach. Ich empfehle Ihnen nur meine 7 mm Rem KJG Munition!

Waidmannsheil, Lutz Möller

7 mm Bremse

Hallo Lutz!

Da ich Dauergast auf deiner sehr gelungenen HP bin habe ich sehr aufmerksam deine Artikel über Mündungsbremsen gelesen! Ich besitze unter anderem eine Mauser 98 im Kaliber 7*64. Diese wurde vom Vorbesitzer auf 510 mm (inkl. Patronenlager gekürzt). Mit den herkömmliche Patronen war außer einen riesigem Feuerball nichts zu erreichen deshalb ließ ich mir Patronen fertigen. Ich verschieße zu Zeit Hornady Interlock 11,3 g mit 3,24 g R 907. Soweit, so gut. Doch ist der Rückstoß der Waffe ist unvertretbar! Meine original 9,3x62 schießt sich bei weitem angenehmer! ist auch schwerer. Nun überlege ich den Lauf vorne abzudrehen (17 mm) ein Gewinde zu schneiden und eine aufschraubbare Mündungsbremse zu fertigen (mit gleichem Laufdurchmesser). Welchen Durchmesser (innen) sollte die MB aufweisen bzw. wie lang sollte die Baulänge sein (bei wieviel Entlastungsbohrungen+ Durchmesser). Da du bei weitem mehr Ahnung von dieser Materie hast hoffe ich du kannst mir einige gute Ratschläge erteilen!

Ich verbleibe mit einem Waidmannsheil!
Gerd Pelzmann / österreich Mittwoch, 11. Juni 2003 19:57

Bei dem Anschluß ist auf einen dünnen Klebespalt, je nach Kleber zu achten. Bei 7 cm Bremsenlänge und 3 cm Befestigungslänge wirken sich alle Ungenauigkeiten mehr der Befestigung mehr als doppelt so stark aus. Bei knapp 0,15 mm Luftspalt sind 0,01 mm Passung vorn bereits mehr als 0,02 mm schräg. Das geht. Mehr sollte nichts ein. Ab 0,1 mm Schräge ist zu viel. Die 7,5 mm Geschoßbohrung soll soll auf ± 0,05 durchmessen. Wichtiger sind Flucht und Mittigkeit, wie immer bei bei Schußwaffen. Darin liegt der Kern aller Genauigkeit. Die  Düsen können ± 0,5 mm sein, sofern sie gleich sind. Der Außendurchmesser kann bis auf 20 mm verringert werden, sofern an der Laufmündung die dicke bleibt, sprich auf 10 mm kegelig und dann wieder rund.

Viel Vergnügen - ich erwarte Bilder und Bereichte, Lutz Möller

Lieber Herr Möller! Lieber Lutz! Lieber Frank!

 ..und herzliche Grüße an den Rest der Interessierten. Wie versprochen halte ich euch am laufenden hinsichtlich des Projektes „ Blaser – 7 mm Rem Mag Mündungsbremse“

Teil 1 – erste Projektfortschritte:

Der Enthusiasmus hält weiter vor. Konnte nun auch beim Schwager Neugierde erwecken und ihn in die Projektverantwortung hinein nehmen. Habe zusätzlich bei befreundeter Nachbarfirma Chef und ACAD Zeichner für das Projekt gewinnen können. Ich habe also Lutz´s übersendete Graphik und Auslegung der Bremse diesem Team zur Verfügung gestellt und nach nicht ganz 48 Stunden das mittels Photos dokumentierte Ergebnis erhalten. Zudem haben wir auch gleich ein gewünschtes ACAD File beigelegt. Die benötigten Programme habe ich im PS beschrieben. Die Bremse wurde leicht modifiziert (ohne jedoch an den technischen Grundlagen etwas zu verändern!). Ist mehr eine optische Aufwertung und Gewichtsoptimierung. Bin schon auf das geänderte Schwingungsverhalten des Laufes neugierig.

Nun, zur Materialbeschaffung: Kleber LOCTITE Produkt 648: Ich habe doch dann die passende Homepage von LOCTITE gefunden. Auch den empfohlenen Kleber - aber leider nur ein Datenblatt in Englisch; um uns allen die Arbeit zu erleichtern habe bin ich gerade dabei auch ein Deutsches Datenblatt aufzutreiben. Der Kleber wurde aber auch von der technischen Abteilung von LOCTITE – Anwendungen bestätigt – tolle Arbeit lieber FRANK!
Anbei noch die dazugehörige Homepage : http://www.loctite-europe.com/at/Retaining.htm .  Die Gebindegrößen vom Kleber sind auch angenehm so 5 ml, 10, 20 und so fort. Preisbasis LOCTITE : 5 ml ca. 6,5 €; Problemlos über Autohandel zu beziehen (z.B. Forstinger oder lokale technische Bezugsquellen; wenn nicht vorhanden im Internet unter obiger Homepage nachsehen)

Die Bremse in der nun geplanten Form wäre ja schon an sich ein Schmuckstück, aber wir werden sie doch nicht in Edelstahl oder Duraluminium machen sondern ganz normalen Automatenstahl mit nachfolgender Brünierung den Vorzug geben. Gegen Edelstahl spricht, daß auch im gebürsteten Zustand Reflektionen nicht ausgeschlossen werden könne (soll ja doch eine Jagdwaffe sein!) und beim Duraluminium  kommt beim Eloxieren vielleicht die Maßhaltigkeit ins schwanken!?! Wie Ihr den Skizzen entnehmen könnt, haben wir uns eine Art Hilfszapfen überlegt. Wenn wir beim Lauf satt sitzend diesen Zapfen einschieben (saugend) haben wir dann für die Bremse ebenfalls eine Art Steckführung bis zum Anschlag an der Mündungsbremse am Lauf. Damit sollten wir dem Problemkreis „zentrische Montage einer Mündungsbremse bei einem Kegellauf mit 0,04 mm Durchmesserzunahme auf 4 cm unter Berücksichtigung einer schnellen Aushärtung des Klebemittels und erforderlicher passgenauer Berücksichtigung der vorderen Kornsattelmontageschraube“ eigentlich gelöst haben – wir werden im Praxistest darüber im Teil 2 oder 3 der Story berichten.

Bevor nun mein Familienleben leidet (Sohn erwartet Papa beim Kindergarten) mache ich für heute Schluss. Ich hoffe, Ihr könnt der Sache auch etwas Vernünftiges abgewinnen und verbleibe mit freundlichen Grüßen und kräftigem Weidmannsheil
Ali

PS: Nüchtern betrachtet wäre es also sicher sehr viel billiger die ganze Sache bei der von Lutz Möller empfohlenen Adresse fertigen zu lassen! Aber wir sind ja als „Ingenieure“ zum Spaß mit „vorsätzlich“ gewecktem Ehrgeiz an die Sache heran gegangen! So gesehen ist der Kostenrahmen und der Zeitaufwand nicht so wichtig… Ich will aber den Zeitaufwand auch vermerken, um auch weniger bewanderten Laien einen nachvollziehbaren Aufwand vermitteln zu können! Die anderen Aufnahmen sind Screenshots aus einem Programm mit dem Namen „Pro Engineer“ was so 1.800 MHz Rechner plus 128 MB Graphikkarten und mindestens 512 MB RAM erfordert – also meines Erachtens für den Herrn Normalverbraucher unbezahlbar und unbenutzbar. Die Stunden von CAD Zeichnern sind ebenfalls nicht günstig. Und was wir so an Zeit versch…. ist sowieso unverantwortlich – aber wir leisten uns ja sonst nichts J

Alexander Gänsler

Schönen Tag zusammen!

nun, der nächste Schritt ist getan. Wir haben das Material aufgetrieben (Automatenstahl) und den ersten Rohling hergestellt. Es sind noch die Grate zu entfernen und die Ausnehmung für die Visierung herzustellen, aber der Rest sieht schon ganz gut aus. Der Rohling paßt auch auf den Lauf. Wir haben keinen Kegel (Lauf ist konisch!) gebohrt, sondern sind gleich auf das größere Außenmaß gegangen. Man merkt beim aufschieben schon, daß das knapp hergehen wird. Wenn die Bremse ganz aufgeschoben ist, sitzt sie hinten sehr gut („satt“), kann aber vorne leicht bewegt werden. Diesen Spalt sollte, laut „Loctite“, der Kleber problemlos abdichten. Sich einen Führungs- bzw. Aufschiebe- bzw. Montagestift herzustellen, um wirklich einen „mittigen“ Sitz am Laufende zu erreichen, ist also angeraten.

Das hier dargestellte Muster wiegt 108 g. Nun, das ist wirklich nicht viel, aber sofort kam die Diskussion mit DURAL auf. Nun, die Beteiligten einigten sich soweit, daß vermutlich vor der Montage auch ein DURAL – Muster hergestellt wird. Das im Gespräch gefallene Produkt ist ein Aluminium, daß eine 15 % höhere Zugfestigkeit als der eingesetzte Automatenstahl besitzen soll. Wir sind also bald wieder am Anfang der Diskussion: „…brauchen wir denn das auch wirklich am Gewehr?...“ Verunstalten wir uns damit nicht unsere schöne Waffe? Ist der zu erzielende Vorteil im Bereich „geminderter Rückstoß“ wirklich so groß, als daß mehr zu üben die Schußleistung auch verbesserte (Gewöhnungs- und übungswirkung beseitigen auch das „MUCKEN?!?!?“).

Nun, darauf kann ich zumindest noch keine Antwort geben; da ist sicher noch Antwortbedarf bei Dir lieber Lutz. Freue mich schon auf deine Antwort.

Bis bald und Weidmannsheil

Ali Gänsler

PS: Ich kann mich noch an die ersten ABS – Autos erinnern. Da haben wir gehört: „Ich kann doch auch so bremsen, ich verlasse mich nicht auf so ein bißchen Elektronik“ usw. usw. Heute fahren wir alle damit. Es wäre doch einfach dumm, auf Vorteile zu verzichten, wenn keine Nachteile zu erwarten sind – oder?

PPS: Beim Auftreiben vom deutschen Datenblatt sind wir gescheitert, die gibt es leider vorläufig nur in Englisch – die offizielle übersetzung ist uns zu teuer, aber mit ein bisserle Englisch geht es schon auch so.

Alexander,

Hans Peter Sigg zeigt in Einige Mündungsbremsen einen Bremsvergleich deutlich kürzerer Bremsen, indem der Rückstoß halbiert wird. Deine längere Bremse wirkt noch besser. Zu Mucken gewöhnst du dir ab, weil du keinen Angst vor der Waffe mehr haben wirst. Deshalb wirst du besser treffen! Mit tretenden Waffen die, kann und will man nicht viel üben. Also helfen Mündungsbremsen die Schießfertigkeit zu heben.

Gruß Lutz

Lieber Lutz!

danke für dein Email – OK, Abstände stimmen also – wieder eine Sorge weniger. Irgendwie ist das schon beunruhigend, da ß die Kugel mit 2/10 mm „übermaß“  durch die Züge des Laufes gepre ß t wird; das ist mir eigentlich erst jetzt richtig bewu ß t geworden. Nun zu den weiteren Geschehnissen:

Wie den Bildern zu entnehmen ist, haben wir den mechanischen Anteil der Bremse erfolgreich fertig gestellt. Die Kornsattelhalterung wurde einfach ausgenommen. Wir haben uns eine Kräftebilanz erstellt. Laufdurchmesser: 16,9 mm; Länge der Mündungsbremse im überschubbereich: 29 mm; daraus resultiert eine Klebefläche von 15,38 cm²; davon müssen wir die ausgenommene Kornsattelfläche abziehen – das sind bei 24 mm Länge  und 10 mm Breite 2,4 cm². Somit bleibt eine Klebefläche in zylindrischer Form von 1298 mm² also rund 13 cm² über. Das fehlende Stück Material, verursacht durch die Ausnehmung bei der Kornsattelhalterung, entspricht einer Klebeflächenverminderung von ca. 20% über die ausgenommene Länge (Durchmesser 16,9 mm ergibt einen Umfang von ca. 53 mm; davon fehlen also ca. 10 mm für die Ausnahmen). So gesehen haben wir doch noch erhebliches Restmaterial auf der ausgenommenen Montageseite der Mündungsbremse (über 60 % stehendes Material auf der ausgenommenen Hälfte des Zylinders!). Diese Erläuterungen sollen zeigen, daß sich trotz der Ausnehmungen nichts, bzw. nur unwesentlich am Charakter der Zylinderpassung ändert!

Hinsichtlich der Abschätzung der zu erwartenden Festigkeit ist nachzuvollziehen:

Klebewirkung LOCTITE Produkt 648:

Durchschnittlicher Festigkeitswert (ISO 10123 bzw. ISO 54452): 26,5 bzw. 23; Die möglichen Festigkeitsbereiche sind festgelegt von 18 bis 35 bzw. 16 bis 30 N/mm². Bis 150 °C Erwärmung ist laut technischem Regelblatt kein Festigkeitsverlust nachweisbar; bei ca. 180 °C verliert der Kleber binnen einer Stunde bis zu 70 % seiner Festigkeit, wenn die Temperatur zumindest über diesem Zeitraum konstant hoch bleibt. Diese Restfestigkeit wird auch nach mehreren Stunden bei 180 °C nicht unterschritten. Bei 285 °C kann die Klebestelle wieder geöffnet werden. Von einem Einsatz eines Aktivators ist abzuraten – der Kleber härtet zwar schneller aus, erzielt aber nicht die mögliche Endfestigkeit (siehe dazu Abb. 4 vom technischen Datenblatt) ! Die Temperatur spielt keine so große Rolle. Bei normalen Temperaturen (5 -45 °C) ändert sich nur die Aushärtedauer, die Endfestigkeit wird aber binnen 24 Stunden immer erreicht, wobei bei 25 °C schon nach 1 Stunde die maximale Endfestigkeit erreicht ist! Der Spaltabstand darf 0,2 mm nicht überschreiten, da wir ab 0,25 mm nur mehr 75 % der möglichen Festigkeitswerte erzielen können – somit bleibt noch immer die Verantwortung bei der Passung möglichst genau zu arbeiten und die Toleranzen einzuhalten!

Wir nehmen also den schlechtesten Fall zur Abschätzung der Sicherheit an (worst case szenario) : 16 N/mm² x 1298 mm =  20768 N Festigkeit; davon bleiben bei ausreichender Erwärmung auf 180 °C nur mehr 30% Festigkeit über -> also 6230 N .

Ich darf an dieser Stelle die von Lutz Möller erstellten Festigkeitsberechnungen erinnern :

Kräfteabschätzung nach L. M.: „ Wenn 5g Pulver von 1000 m/s Längsgeschwindigkeit binnen 1 ms auf seitlich abgelenkt werden, also auf 0 m/s Längsgeschwindigkeit lässt sich die Kraft einfach als zeitliche Impulsänderung ausdrücken. Die Qualität der Annahmen bestimmt die Genauigkeit. Ich schätze hier bloß. Mit Masse m [kg], Geschwindigkeit v [m/s], Impuls p [kg m / s] und  Kraft F [N], ergibt sich die Kraft als Impulsänderung je Zeit dp/dt zu:  F = d/dt x p  und m x (d/dt) dv  mit ca. 2500 N .“

Wir können also festhalten, daß wir auch mit einem sehr warm geschossenen Lauf (180 °C) und einer ausgenommenen Mündungsbremse immer noch eine 2,5 fache Restsicherheit haben - so ist das gut!

So nun das Ende der theoretischen Abwandlungen. Das Stück wurde zum Büchsenmeister gebracht und nach genauer Betrachtung nach Ferlach zum Brünieren geschickt. Etwas überrascht mu ß ten wir feststellen, da ß die Bremse auf einen anderen Blaserlauf mit gleichem Kaliber nicht pa ß te! Der Lauf war eigentlich nicht augenscheinlich dicker als meiner ….

Nächste Woche kommt das gute Stück zurück. Bis dahin werden wir auch den Führungszentrierstift fertig haben (aus Alu oder Messing, um den Lauf nicht kaputt zu machen!).

Bis dahin verbleibe ich mit herzlichem Weidmannsheil

Alexander

Mündungsbremsen und Kalibergedanken . . .

Hallo Lutz!

Ich habe dich nicht vergessen, aber die Mündungsbremse ist einfach noch nicht gekommen. Wir haben schon die Zweite fertig bekommen und gestern ebenfalls nach Ferlach geschickt. Bin ja schon neugierig, wann die zurück kommt. Am Sonntag stehen wir im Wald auf dem 100 m Stand. Folgende Gewehre werden ein letztes Mal ohne Bremsen getestet: 7mm Rem. Mag., 30-06 und 300 Win. Mag.; wenn Alles glatt geht, haben wir nächste Woche die Bremsen da und können sie montieren. Dann geht´s natürlich gleich wieder am Stand. Die Eindrücke werden dann selbstverständlich wieder übermittelt und mit Fotos dokumentiert. Bin auf die Leistungen schon sehr gespannt. Ich hoffe, daß wir das noch vor Donnerstag hinbekommen, weil sonst verschieben wir die Aktion bis hinter das Osterfest – zu Ostern wollen wir in Zeiten wie diesen hier kein Gewehr in die Hand nehmen…

Nur noch eine Frage – ich habe mir meine Rem Patrone einmal näher angesehen – die schaut doch fast genauso aus wie die 300ter auch mit dem Gürtel am Ende. Habe dann nochmals alles auf deiner Homepage durchforstet, aber die Rem scheint dich weniger zu belasten als die 300ter. Ist die 300ter wirklich so daneben? OK, wenn ich ein neues Gewehr oder Lauf in Betracht ziehen würde, wäre ich wahrscheinlich auch bei der 8x68 angekommen, aber manches Mal sind halt andere Umstände für Entscheidungen verantwortlich (z.B. die Länge des Daumens ). Ich habe mich bei unseren Jägern im Bezirk umgehört, was die halt so benützen – also die „Alten“ wechseln nicht mehr, die bleiben bei der 7x64; ist ein gutes Kaliber, bei mir so wie bei der Rem alles gelegen und riesige Auswahl an Geschossen. Ein paar haben sich mit der 30-06 und der 308er angefreundet, kann ich nichts dazu sagen, sind auch eher selten anzutreffen. Gelegentlich kommen nun auch 7er Rem vor, sind aber noch seltener wie die beiden vorigen. Ziemliche oft sind aber mittlerweile die 300ter unterwegs. Die scheinen zumindest hier bei uns (südlicher Alpenkamm, zumeist gebirgiges Revier mit mittlerer bis weiter Schu ß entfernung, Reh Gams Bergrotwild) der 7x64 den Rang abzulaufen…. Als ich vor einem Jahr von meinem Ungarnabenteuer zu erzählen angefangen habe, wollten sie mir die 300ter schon damals nahe legen. Ich bin nämlich selbst mit der 8x86 S angekommen - aber irgendwie hatte ich den Eindruck, vor dem Kaliber haben sie erheblichen Respekt…

Ich habe mir dann die möglichen Kugeln und Leistungen angesehen, also konkret beim 10,5 / 10,7 g RWS KS ist der Vergleich gut möglich. Ich finde, daß der Unterschied zur Rem eigentlich nur in de höheren Energie und den etwas höherem Durchmesser liegt. Die Möglichkeit schwererer Geschosse ist bei der 300ter gegeben, bei der Rem ist bei ca.12 g Schluss gewesen…; Flächenlast ist auch ähnlich – so what? Die 8ter ist zweifellos ein deutlicherer Schritt in Richtung großes Kaliber, aber ich hoffe, mit der 300ter auch gute Erfahrungen zu sammeln. Ich werde die Wundwirkungen genauestens verfolgen und mit den gemachten Erfahrungen mit der Rem vergleichen. Sollte es sich herausstellen, daß da einiges schief geht ist die 300ter genau so schnell Geschichte wie sie auf der Bildfläche erschienen ist. Ich beabsichtige auch vorläufig bei der RWS KS zu bleiben – mit der habe ich bei der doch sehr ähnlichen 7er Rem gute Erfahrungen bei uns gemacht. Auf die geplanten Sauen im Juni in Ungarn überlege ich mir das schwere und langsamere Pro Amm zu besorgen (ca. 12,7 g). Die Ungarn haben schlechte Erfahrungen mit den härteren Geschossen – die haben angeblich zu wenig Wundwirkung, ihnen laufen einfach zu viele angeschweißte Stücke weiter….

Na wir werden ja sehen.

Herzliche Grüße nach Deutschland und bis bald

Alexander Gänsler

Alexander,

danke für deine ausführliche Post. Die amerikanischen 300 Rem-chester sind faule Kompromisse und daher daneben.  Die 7 mm Rem Mag, hat zwar auch den ekeligen Gürtel aber zumindest einen hinreichend langen Hülsenmund und ebenfalls hinreichend Pulverraum, um die Geschosse schnell auf den Weg zu bringen. Dabei sind die Flächenlasten der jagdlichen 7 mm Geschosse und ballistischen Koeffizienten deutlich besser. Das bedeutet meine 7 mm KJG Geschosse fliegt flacher und eignen sich für größere (Flächenlast) und kleineres (Geschwindigkeit) Tiere besser.

Gruß Lutz

Hallo Lutz!

Sapperlot - das wäre fast in´ s Aug´ gegangen. Nun aber der Reihe nach.

Die 7er Bremse ist gekommen, wurde montiert und es ist sofort auf den Schießstand gegangen. Kurz zusammengefaßt – einfach herrlich. Angenehmer, fast weicher Rückstoß. Bestimmt aber nicht grob. Schußbild kann ich leider nicht sagen, da alle 4 nur einmal probieren wollten und somit ein einschießen nicht möglich war. Es darf aber festgehalten werden, daß sich die Treffpunktlage erheblich verstellt haben muß, da nur 2 Schuß auf der 100 m Tafel plaziert werden konnten! Das Gewehr war aber mit diesem Zielfernrohr doch sehr genau eingeschossen worden. Treffpunktlageverstellung um zumindest 40 cm – sowohl in Höhe als auch in die Breite.

Die 300ter Bremse ist auch gekommen, wurde montiert und vom Büchsenmacher zwecks Montage des Zielfernrohres selbst eingeschossen. Heute einen Anruf bekommen, daß sich die Bremse schon beim ersten Schuß verabschiedet hat! – Lauf hat keine Beschädigung, Bremse in der Dunkelheit nicht gefunden – wird heute gesucht und dann untersucht. Nach seinen Beschreibungen spürte er zwei Stöße – und die Kugel ist auf der Scheibe gewesen! – daher ist folgende Erklärung durchaus anzunehmen: Kugel durch Bremse – Staudruck überstieg am Ende die Festigkeit der Klebeverbindung und beförderte die Bremse vom Lauf – phu!

Schuß: Die Klebeverbindung als solche konnte bei der Rem den gewünschten Erfolg nachweisen – bei der 300ter nicht? Fehler muß in der Ausführung der Bremsen und der Montage liegen sonst wäre der Versuch schon bei der Rem dann eben gegangen und könnte bei den anderen geschilderten Kalibern nicht so gut funktioniert haben!

Wahrscheinliche Fehlerursache: Bei der Passung auf den Lauf der Gewehre! Bei der 7er Rem war deutlich ein Spiel zwischen Bremse und Lauf zu bemerken – das war ja letztendlich auch der Grund für von uns vorgeschlagenen Führungsbolzen zwischen Lauf und Bremse. Bei der 300ter waren wir eigentlich auf einem „saugenden Sitz“. Schon beim Kleben ist aufgefallen, daß die Bremse den Kleber mehr oder weniger den Kleber vor sich her geschoben hat. Vermutlich war der Klebespalt zu gering um den Kleber die erforderliche Festigkeit zu ermöglichen. Die gute Nachricht ist zweifellos, daß beim Lösen der Klebeverbindung nichts passiert ist und sich die Bremse einfach nach vorne verabschiedet hat…

Weitere Vorgangsweise: Wir werden die 300ter Bremse bei der Laufpassung um 1/10 tel erweitern und nochmals Kleben- dann das ganze noch einmal am Stand probieren - werden wir ja sehen.

Bis dahin

Alexander Gänsler

Hallo Lutz!

Nun, wir haben am Beginn es Projektes die uns zur Verfügung stehenden Läufe genauer Untersucht. Letztendlich hängt die Funktionalität der Mündungsbremse von einer möglichst korrekten Montage dieser Bremse auf den Lauf ab. Wir haben feststellen müssen, daß bei keinem – tatsächlich keinem – Lauf die Bohrung tatsächlich zentrisch angeordnet war! Somit ist eine Montage der Mündungsbremse, zentriert über die Außenwände des Laufes unweigerlich mit Abweichungen der Achsen – Lauf /Mündungsbremse – verknüpft. Bei der Herstellung der Bremse ist die Außenwand der Bremse parallel zur Achse der Bohrung. Die ist zumindest bei uns mit dem Herstellungsproze ß der Bremse verbunden. Wenn nun, wie bei uns der Fall, die Bremse sehr genau auf den Außenlauf angepa ß t ist, und die Laufachse nicht parallel zu der Laufaußenwand ist, ist unweigerlich die Laufachse einige 1/10 Grade abweichend von der Mündungsbremsenachse.

Da zudem noch ein Mindestspiel für die Klebeverbindung von Loctite verlangt wird, hat der Mündungsbremsensitz unweigerlich ein deutlich merkbares Spiel aufzuweisen. Ein saugender Sitz – wie bei der 2ten Bremse von uns versucht – hat unweigerlich zur Folge, da ß manche Stellen zu wenig bis gar keinen Kleber mehr vorzuweisen hatten (durch das Aufschieben der Bremse wird der Kleber einfach weggewischt!). Bei der Rem. Bremse hatten wir den entsprechenden Spalt und in Folge auch ausreichend Kleber über die gesamte Sitzfläche erzielt.

Da wir uns vorgenommen haben, ein möglichst optimales Ergebnis zu erzielen, bedeutete das, da ß die Bremsenachse eine direkte Verlängerung der Laufachse zu sein hat. Dies ist aber über so „Exzentrisch angeordnete Laufbohrungen“ wie bei unseren Gewehrläufen festgestellt wurde und dem erforderlichen „Spiel der Mündungsbremse“ um den Lauf nicht im gewünschten Umfang realisierbar. Als Lösung ist uns eben dieser Zentrierzapfen eingefallen, welcher definitiv eine Montage der Bremse mit sich verlängerten Achsen garantiert (Mündungsbremsenachse ist zugleich die verlängerte Laufachse!). Wie schon gesagt, bei der 7er Rem ist das Ergebnis so, wie es von dir vorhergesagt worden ist.

Ich habe am Anfang des Projektes schon darauf hingewiesen, das mit einem Eingriff am vorderen Ende des Gewehres nicht leichtfertig umgegangen werden sollte! Ich kann meine Bedenken hier nur wiederholen. Solche Eingriffe sind zwar von engagierten Laien durchaus realisierbar (siehe 7er Rem), aber es verbleibt ein nicht unerhebliches Restrisiko (siehe 300ter). Die sich beim Schu ß gelöste 300ter Bremse hat am Stand ein 3 cm Eichenbrett glatt durchschlagen (nach ca. 3 m in unserem Schu ß kanal Teil eines Rahmens vor dem Austritt ins Freie). Die Bremse ist dann hinter dem Brett, vor der dahinter liegenden Betonmauer  gelegen – auch auf der Mauer waren deutlich die Einschlagspuren zu erkennen! Die Bremse war bis zur Mitte voll Holz und ist interessanter Weise mit der Montageseite eingeschlagen! Von einer neuerlichen Montage dieses besonderen Stückes wird Abstand genommen, da keine Festigkeit und Formhaltigkeit mehr garantiert werden kann.

Zusammenfassung des Projektes Mündungsbremse:

  1. Die „nutzbaren Kräfte“ sind also erheblich und können bei den Bremsen auch verwendet werden.
     

  2. Die Verbesserungen hinsichtlich Rückstoßverhalten sind so signifikant, da ß man sich die Frage stellt, warum die Bremsen nicht schon Standar d sind.
     

  3. Mündungsbremsen sind mehr als bloß Löcher in einem Stahlrohr – um Leistung zu steigern und Rückstoß zu mindern , mu ß eine Bremse berechnet werden! Mit einer falschen Bremse kann man die Leistung einer Waffe auch versauen!
     

  4. Es gibt am Markt viele verschiedene Systeme, wobei in unserem Projekt das System „Lutz Möller“ sowie „Kurt Pritz“ direkt verglichen werden konnten. Beide Systeme konnten ihre Tauglichkeit in der Praxis (am Schi eß stand) unter Beweis stellen.
     

  5. Die Realisierung ist auch für den „sachkundigen Laien“ machbar – es ist aber im Interesse der Gesundheit doch empfehlenswert, auf einen Fachmann zurück zu greifen. Die Realisierung durch einen Fachmann ist schon in Hinblick auf die Gewährleistungen und des Versicherungsschutzes „im Falle des Falles…“ sehr zu empfehlen!
     

  6. Ob nun Kleben oder Schrauben der richtige Weg ist , sei dahingestellt. über kurz oder lang werden bei Klebern Ermüdungserscheinungen zu erwarten sein und die Bremse wird vermutlich neu zu montieren sein. Das spielt in der Praxis wahrscheinlich wenig Rolle. Der sichere Weg bleibt aber die Schraubverbindung! Mit Bedacht auf den Umgang mit dem Gewehr geachtet ist aber auch das Risiko mit Klebeverbindungen meines Erachtens durchaus tragbar.

Ich bin sehr froh, dieses Projekt realisiert und deine Bekanntschaft auf diesem Weg gemacht zu haben. Ich fange die Saison diese Woche mit der ersten Pirsch auf die Maiböcke an – mit einem neuen Lauf, neuen Kaliber und einer Mündungsbremse . Die 7er Rem (mit geklebter „Lutzbremse) leistet bis auf Widerruf ihren Dienst bei einem, der bei seiner alten eigenen 7er Rem ohne Bremse fürchterlich gemuckt hat, hervorragende Dienste. Bei mir arbeitet auf der 300ter jetzt eine geschraubte Pritzbremse (mangels Zeit um einen neue „alte Lutz“ selbst wieder zu fertigen). Lassen wir somit die Diskussionen mit den Kalibern also wieder in den Hintergrund treten und freuen wir uns auf das, was uns verbindet, unsere Passion -  das Weidwerken!

Ich werde hinsichtlich Wildentwertung und Schußwirkung weiter meine Erfahrungen bekannt geben (so gewünscht….) und wünsche dir lieber Lutz und allen anderen geneigten „Projektverfolgern“ ein herzliches Weidmannsheil und einen guten Anblick für 2003.

In diesem Sinn verbleibe ich mit freundlichen Grüßen, Alexander Gänsler

Hallo Herr Möller!

Danke für die Antwort. Ich würde mich für 2 Stück Rückstoßbremsen für folgende Waffen interessieren:

1) Kaliber .300 Win Mag, Laufstärke an der Mündung 14,8 mm (Repetierer der Marke Krico)

2) Kaliber 7 mm RemMag. Laufstärke an der Mündung ebenfalls 14,8 mm (Repetierer der Marke Krico)

Ist möglich, auf diesem Lauf mit einer Mündungsstärke von 14,8 mm die Rückstoßbremse zu montieren?

LM: Ja.

Wenn ja, senden Sie mir bitte für jedes Kaliber ein Stück.

LM Gern.

Gruß, Karl Sungi

Guten Tag Herr Möller!

So, die erste Rückstoßbremse habe ich auf die 7 mm RemMag montiert. Ich kann Ihnen sagen: Ein Wahnsinn! Ich hätte mir nie gedacht, daß der Rückstoß derartig gemindert werden kann. Die 7 mm Rem Mag mit 65 cm Lauf schießt sich weicher als meine 6,5x57R. Ich bin begeistert!

Schußergebnis: 8 cm Hochschuß gegenüber vorher, keine seitliche Abweichung!

Die Montage auf die .300" Win Mag folgt morgen. Ich melde mich mit den Ergebnissen.

Gruß, Karl Sungi, 14. Dezember 2006

 

Steyr-Mannlicher

7 mm hdp-Rückstoßbremse

Guten Morgen Lutz!

Ich habe nun eine weitere Rückstoßbremse von Ihnen (es ist mittlerweile schon die dritte) auf einen Repetierer Steyr Mannlicher Luxus, Kaliber 7 mm Rem Mag, Lauflänge: 65 cm, montiert (geschraubt und geklebt). Das Korn mußte etwas ausgefräst werden. Die ersten beiden hdp-Bremsen habe ich jeweils auf einem Repetierer der Marke Krico 600 (Kaliber .300 WinMag) mit einer Lauflänge von 60 cm und Krico 700 (Kaliber 7 mm RemMag) mit einer Lauflänge von 65 cm montiert.

Der Steyr Mannlicher Luxus schießt sich nun butterweich. Jedenfalls hat das Gewehr jetzt wesentlich weniger Rückstoß als vorher.

Treffpunktlage gegenüber Verwendung ohne hdp-Bremse: 17 cm Linksschuß.

Grüße aus dem Süden Österreichs, Karl Sungi, Mittwoch, 28. März 2007 09:23

 

Sicherheit

Sehr geehrter Herr Möller!

Habe diese Woche Ihre KJGs erhalten - sehr schön verpackt, alles OK! Nun geht es um das richtige Pulver. Aber ich Habe heute zufällig im Wild-und-Hund-Forum Diskussionsbeiträge bezügl. KJG entdeckt:

Mein Gott, was für eine Hetze! Wer hat das denn nötig? | Hallo Lutz, du brauchst dich nicht aufzuregen; Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muß man sich verdienen! Meine Schweine wissen was ich schieße, sie können es nur nicht mehr weiter sagen. Gruß Klaus, 20. April 2007

Es wird berichtet, daß Sie viel zu starke Ladungen empfehlen, sogar ein Todesfall wird als „Beweis“ angeführt.

LM: Mein Gott, was für eine Hetze! Wer hat das denn nötig?

Wenn ich nun die 7 mm Rem. Mag. KJG Munition von ihrer Seite hernehme, empfehlen Sie Norma 203B. Bei fast gleicher V0 hätte das Rottweil R903 aber weniger Druck. Um fast 600 Bar weniger Druck hätte lt. Ihren Angaben das Norma URP!

Meine Fragen: Stimmt es, daß Ihre Ladungsangaben bedenklich sind ?

LM: Nein, sieh Gasdruck, Zündhütchen und Stoßbodenkraft!

Wäre das R 903 wegen des niedrigeren Druck doch die sicherere Lösung ?

LM: Norma 203B oder Rottweil 903 ist gehupft wie gesprungen. Beide werden aus demselben Bofors RP3 (NT) abgleitet.

Hat die Norma URP - Ladung wirklich so wenig Druck, und wäre sich deshalb auch eine gute Wahl?

LM: Wenn Sie denn tatsächlich die Menge in die Hülse bekommen. Bei Normahülsen wäre das wohl möglich, da die immer viel Innenraum bieten, bei anderen möglicherweise nicht. 

Bitte mich nicht falsch zu verstehen: Ich möchte das KJG schießen, aber als Vater von 3 kleinen Kindern ist mir die Sicherheit am wichtigsten. Bitte geben Sie mir verläßlich Bescheid!

Herzlichen Dank, Harald Reichl, Freitag, 27. April 2007 17:09

Tag Herr Reichel,

jahrelange Erfahrung mit den Boforspulvernder der Marken Norma, Rottweil und Alliant, sowie die freundschaftlich Verbindung zum dortigen Pulverlabor und dem Rat von dort in Verbindung mit Hartmut Brömels QuickLoad und dessen Rat und Hilfe lassen mich Ihnen leichten Herzens vergewissern, eingedenk Ihrer Kinder können beruhigt darauf vertrauen, daß die empfohlene Ladungen mit diesen Pulvern Ihre Sicherheit nicht gefährden. Bei Vihtavuori haben wir bei dem N550 Pulver hingegen schon gelegentlich unliebsame Überraschungen erlebt. Norma ist und bleibt das beste Kanisterpulver, daß Sie für Geld kaufen können. Pulverlebhaftigkeiten schwanken genauso wie Hülseninnenräume und so weiter und so fort. Dennoch vierstellige Angaben zu machen ist eigentlich etwas abwegig, weil die tatsächlichen Werte weit mehr als in der vierten Stelle schwanken. Aber darauf kommt es gar nicht an. Meine Erfahrungen mit QuickLoad und Boforspulvern in Büchsenpatronen sind schlicht gut. Jede errechnete Ladung, sofern das Pulver denn in die Hülse ging und sich darein noch ein Geschoß setzen ließ, ohne wieder herausgepreßt zuwerden, brachte auf Anhieb jagdlich brauchbare Ladungen mit Mündungsgeschwindigkeiten, die erstaunlich nahe an den Voraussagen lagen.

Als Sicherheit vor verwechseltem Pulver können Sie von jedem neuen Kanister ja den ersten Schuß aus der freien Hand, nicht angebackt, vor sich in den Sand knallen. Niemand weiß was in den Dosen ist. Sollte mal ein falsches Etikett drauf sein, würden Sie eine Verwechselung so abfangen können.

Also dann gut Schuß, Lutz Möller


KJG spitz Setztiefe

Danke für die rasche und beruhigende Antwort bezüglich der 7 mm Rem Mag KJG Munition!

Nun hätte ich aber noch ein paar Fragen: Sie schreiben in Ihrer 7 mm Rem Mag. KJG-Ladungen 83,6 mm fertige Patronenlänge  vor. Soll ich diese Länge übernehmen oder soll ich, das das erste Führband in den Feldern anliegt, die Patrone erst einmal zu lange laden und dann in das Patronenlager repetieren und so die optimale Länge herausfinden?

Bitte um Rat und verbleibe mit herzlichen Grüßen, Harald Reichl, Freitag, 4. Mai 2007 10:24

Tag Herr Reichl,

Leider sind viele neuere amerikanische Hülsen nur mit einem sehr kurzen Hals ausgestattet.

Ihnen bieten sich zwei Möglichkeiten, die ich anhand einer Schnittzeichnung erläutern will:

7 mm RM KJG Munition bei 83,6 mm Gesamtlänge, wenn die Hülse die vorgeschriebene Länge aufweist, geschnitten.
 

Bei Normhülsenlänge sitzt mein Lutz Möller 7 mm KJG Geschoß in der 7 mm Rem Mag Hülse bei 83,6 mm mit dem hintersten Führband gerade noch vor der Schulter. Die Hülse kann dann vor das zweite Führband gekrempt werden.

Soll aber, warum auch immer, das Geschoß tiefer gesetzt werden, setzen Sie das zweite Führband in den Hülsenhals, genau hinter den Hülsenmund. Weitere Längenbasteleien bringen nichts.

Waidmannsheil, Lutz Möller


Ist zu krempen unbedingt notwendig ?

Sehr geehrter Herr Möller!

Ich habe mit Hineinschieben einer zu langen 7 mm Rem Patrone 85,3 mm Länge mm herausbekommen, bei der das erste Führband an den Feldern anliegt! Dabei schließt der Hülsenmund mit dem 3. Führband bündig ab. Soll ich nun diese Länge beibehalten (damit nichts klappert) oder doch auf Ihre empfohlene Länge von 83,6 mm gehen und fast 2 mm rotationslosen Geschoßweg in Kauf nehmen (für Magazin wären die 85,3 mm kein Problem).

LM: In KJG spitz Setztiefe hatte ich mich doch bereits dazu geäußert. Was ich da geschrieben habe, war so gemeint gewesen! Der rotationslose Geschoßweg ändert daran nichts! Ihre Bezeichnung „Freiflug“ in Ihrer Zuschrift traf nicht zu, habe ich deshalb gegen den richtigen Begriff getauscht.

Mit dem Krempen habe ich so meine Bedenken. Ich habe noch nie gekrempt und mit meiner Matritze werde ich höchstwahrscheinlich nur einen gestauchten Hülsenhals erzielen. Sie erwähnen auch eine Spannzange,  kenne ich leider nicht, wäre aber wahrscheinlich die einfachere Lösung!

Aber ... MUSS DAS KREMPEN ÜBERHAUPT SEIN? Ich habe wie schon oben erwähnt das KJG in eine fertige Hülse gesetzt, mit meiner RCBS Matritze (sogar mit bereits aufgesetzter schwarzen Spitze), Länge 85,3 mm, KJG sitzt bombenfest: beim Versuch es wieder herauszuziehen, benötigte ich die Hebelwirkung meiner Ladepresse und eine Zange (KJG hält genau so fest wie z. B. Nosler BT). Wenn es nicht unbedingt nötig wäre, würde ich mir das krempen lieber ersparen.

Herzliche Grüße, Harald Reichl, Steiermark, Sonntag, 6. Mai 2007 21:53

Tag Herr Reichl,

Büchsenpatronen zu krempen haben sich Leute ausgedacht, deren Waffen kein Magazin mit Schulteranlage haben, wie die richtiger Weise gebaut sein müßten und die daher fürchteten der Rückstoß könne ein Geschoß in die Hülse schieben und den Gasdruck erhöhen. Ich bete wie ein tibetanischer Mönch mit seiner Gebetsmühle immer wieder wieder vor: Nur ein volle Hülse ist ein gute Hülse. In eine volle Hülse in einen schlechten Magazin kann aber der Rückstoß das Geschoß nicht weiter hineindrücken und auch nicht den Gasdruck erhöhen. Gute Magazine mit Schulteranlage verhindern das besser von vorn herein.

Als muß man Büchsenpatronen nicht krempen. Bei Patronen für Revolver ist das anderes.

Waidmannsheil, Lutz Möller


Erste Erfahrungen mit 7 mm KJG  spitz

Sehr geehrter Herr Möller!

Vor einigen Wochen erhielt ich Ihre 7 mm KJG Geschosse und kann nun folgendes berichten:

Zuerst besorgte ich mir RWS 7 mm Rem Hülsen und wog diese dann erst mal - Gewichte von 16,97 bis 17,15 Gramm - fast 0,2 g! Das kommt mir doch viel vor !

LM: Binnen 0,1 g Schwankung wären sehr gut, binnen 0,2 g Schwankung sind noch gut. Darüber würde ich mustern. 

Dann habe ich 3 etwa gleichschwere Hülsen mit je 4,16 g Norma 203B geladen und das spitze KJG gesetzt - Gesamtlänge wie von Ihnen befohlen 83,6 mm.

Das Setzen der schwarzen Kappe gestaltet sich sehr nervenaufreibend. Ich habe alles versucht: Schaft der Spitze eingeölt, mit einem Dreh ins Kupfer gedrückt, sehr schwergängig, Spitze verbiegt sich um Schaft, sitzt seitlich versetzt auf KJG, die Spitzen lassen sich biegen wie Gummi, oft bleibt kleiner Spalt - MIT EINEM WORT - DAS SOLLTE BESSER UND EINFACHER
VON DER HAND GEHEN !

Ich habe ganz bewußt keine Ladungsleiter geschossen, weil ich für die Jagd  nur stärkste Ladungen haben will !

Dann kamen die ersten Schüsse auf die Zielscheibe: Meinem CHRONOTECH Geschwindigkeitsmesser (kann über Genauigkeit nichts sagen) zeigte ~ 1.140 m/s V5 , gewaltiger Rückstoß!

LM: Den mindert meine hdp Rückstoßbremse!

Von kreisrundgestanzten Löchern keine Rede, Einschläge sternförmig zerfranst. Vielleicht drückt es die Kunststoffspitze überkalibergroß breit:

LM: Nein, das ist nicht zu erwarten und haben wird bis 1.165 m/s V0 geprüft!

Streukreis 50 mm. Ich bin vorerst einmal sauer: unangenehmer Rückstoß

LM: Leistung hat ihren Preis! Sanfter schießt sich die hdp Rückstoßbremse

Gießkannenstreukreis. Mit BT waren 15 mm möglich.  Zudem ließ sich die 3. Patrone schwer repetieren und beim wieder
herausrepetieren blieb das KJG im Lauf stecken, aber nur dieses eine Mal.

Also die nächsten 3 Patronen geladen, diesmal mit 4,14 g Pulver (0,02 g weniger als vorher): Wieder unangenehmer Rückstoß, 50 mm Streukreis - SAUER !

Die nächsten 3 Patronen mit 4,13 g Pulver: unangenehmer Rückstoß, V5 ~ 1.125 m/s, 30 mm Streukreis - etwas besser, aber ich erwarte mehr!

Wieder 3 Patronen mit 4,12 g N203B: immer noch sehr starker Rückstoß, 25 mm Streukreis, V5 ca. 1.115 m/s, immer zerfranste Löcher.

Die nächsten 3 mit 4,1o g Pulver: starker Rückstoß, 40 mm Streukreis, wieder etwas mehr betrübt, sollten die 25 mm schon das Beste gewesen sein?

Dann die nächsten 3 Patronen, und dieses mal mehr Risiko: 4,08 g 203B und die Länge auf 84 mm verlängert: starker Rückstoß, V5 ca. 1.105 m/s und Streukreis 8 mm bei drei Schuß (siehe Bild LM: Nicht leserlich). Jetzt bin ich zufrieden. Das habe ich mit dem BT nicht geschafft. Etwas stutzig machen mich noch die zerfransten Löcher. Ich glaube die schwarzen Kappen halten den hohen Geschwindigkeiten nicht stand, man kann sie ja wie Gummi auf dem KJG hin- und herbiegen.

LM: Doch!

Mein Schluß: Kein Vorteil beim Rückstoß, sehr hohe Geschwindigkeit, sehr gute Präzision, einziger Kritikpunkt ist die Kunststoffspitze: Ein Alptraum zu setzen, macht keinen vertrauenserweckenden Eindruck, hält diese filigran wirkende Spitze die Beschleunigung und die Geschwindigkeit aus ?

LM: Ja!

Die jetzt anstehenden Versuche auf 250 m werden es zeigen, ich bin gespannt ! Dann wird damit auf die Jagd gegangen und wieder berichtet.

Was meinen Sie zu den Bedenken bezüglich der schwarzen Kunststoffspitze?

Danke für Ihre baldige Antwort

Harry Reichl, Steiermark, Montag, 28. Mai 2007 22:32
 

Tag Herr Reichl,

mir scheint, sie verfolgen die Neuigkeiten nicht aufmerksam. Bereits im Januar 2007 in Finnland '07 trafen verschieden mit  7,62 mm KJG Geschosse, 8 mm KJG Geschossen und  9,3 mm KJG Geschossen bei Geschwindigkeiten bei und über 1.100 m/s v0 einwandfrei. Die schwarze Kappe ist dafür gebaut und hält das aus.

Wenn Sie vorher Setzen gelesen und entsprechend gesetzt hätten, würden Sie jetzt nicht so schimpfen.  Bedenken die Wärme steigert die Pulverlebhaftigkeit. Reihenfeuer heizt das Patronelager und damit das Pulver in der nachfolgenden Patrone. Jagdwaffen werden dreckig und kalt geschossen. Haben Sie das bedacht?

Ihre Weise eine gutes Trefferbild zu erreichen verbraucht mehr Munition als die Ladungsleiter, liefert aber geringer Erkenntnisse, ist insofern unwirtschaftlicher.

Im übrigen sind nicht alle Gewehrläufe für eine Patrone, oder jeder Pulverdoseninhalt,  gleich. Daß Sie bei der empfohlenen Geschwindigkeit ihr beste Ergebnis erzielten gefällt mir gut. Damit können Sie recht weit rauslangen!

Ihre Bilder könnte ich nicht lesen. Bitte senden Sie die noch mal.

Waidmannheil in die schöne Steiermark, Lutz Möller

Das Landeswappen der Steiermark ist in grünem Schild ein silberner, rotgehörnter und rotbewehrter Panther, der aus dem Rachen Flammen hervorstößt. Der Wappenschild trägt den steirischen Herzogshut.

Dieses Wappen kommt erstmals auf dem Siegel des Markgrafen Otakar II. im 12. Jahrhundert vor und wurde auch von den Babenbergern verwendet. In Farben ist es seit 1246 überliefert. Quelle

 

Streuer

Sehr geehrter Herr Möller!

Vorweg: mit meiner langsamen Internetverbindung schaffe ich es nicht, Ihnen Bilder zu senden, leider! Wie angekündigt habe ich nun auf gut 200 m mit den KJGen geschossen; mit der präzisen 100 m-Ladung. Ergebnis: 13 cm Streukreis - miserabel. Ich habe dann wieder auf 100 m probiert, hier war der Streukreis wieder OK. Ich kann mir das schlechte Schußbild auf 200 m nicht erklären?!

Ich schieße immer auf einen mit Sand gefüllten Eimer. Die auf 100 m geborgenen Geschosse waren so platt, daß ich die Führungsbänder nicht mehr begutachten konnte, aber bei den geborgenen Geschossen auf 220 m hatte ich noch 3 Führungsbänder. Da fiel mir etwas auf: Der Abdruck der Felder auf dem KJG hatte etwa die doppelte Breite der tatsächlichen Felder.

Altes Lutz Möller 7 mm KJG Geschoß mit Feldabdrücken,
das auf einer Drückjagd einen 80 kg Keiler fällte, der auf den Treffer hin wie ein Hase rollte.

Lutz Möller 7,62 mm KJG Geschoß nach ½ m nassem gefrorenem Holz

Diesen Holzstapel durchdrang obiges Geschoß von rechts nach links bis zu Mark, wohl  ½ m

Noch dazu war die linke Seite dieses verbreiterten Abdruckes vom Pulverschmauch schwarz.

LM: Ja. Die Hülse weitet sich unter Druck bevor der das Geschoß bewegt und umströmt das Geschoß.

Meine Meinung ist, das schnelle KJG dreht im Lauf (ein bißchen) durch. So kann dann Druck entweichen.

LM: Kaum, sobald der Druck das Geschoß durch den Kegel in den Lauf eingepreßt hat, dichten die Führbänder.

Vielleicht leidet hier auch die Präzision?

LM: Nein!

Wenn Sie mir eine Anschrift geben, schicke ich Ihnen die geborgenen Geschosse gerne zu, damit Sie sich selber überzeugen können.

LM: Das tue ich gern und will die Geschoßreste abbilden und veröffentlichen.

Leider muß ich sagen, so ist das Geschoß für mich jagdlich nicht brauchbar. Die Präzision ist auf weitere Jagdentfernungen  nicht vertretbar. Gespannt auf Ihre Antwort verbleibe ich mit freundlichen Grüßen

Harald Reichl, A-8283 Bad Blumau, Sonntag, 24. Juni 2007 09:44

Tag Herr Reichl,

leider stokeln Sie mit Ihren Vermutungen auf dem Holzwege. All die Dinge sind an vielen Stellen hier auf diesem Netzplatz  beschrieben und erklärt. Wenn Sie das alles gelesen und verstanden hätten, würden Sie nicht so schreiben. Also nehmen Sie sich mal die Zeit weiter zu lesen. Andere Jäger liefern mit meiner 7 mm Rem Mag KJG Munition beste Ergebnisse, sieh hier

7 mm Rem. Mag. auf 100 m

Hallo Lutz,

hier was für den „Ehrenplatz“ 7 mm Rem. Mag. auf 100 m.

7 mm Rem Mag KJG Munition  mit 1.080, 1.077 und 1.086 m/s v0 Mündungsgeschwindigkeit auf 100 m

Wenn du mehr brauchst, muß ich das nächste mal die Scheiben photographieren. Ich bin an solche KJG - Ergebnisse auf der Zielscheibe schon gewöhnt, mache daher für mich keine Bilder mehr. Die Scheibe im Anhang ist von einem befreundetem Jäger, der Ihre Lutz Möller KJG Geschosse im Herbst in .30-06 und 7 mm RM einsetzen wird. Er ist schon recht gespannt!

Gruß Ronny, Montag, 4. Juni 2007 20:50

Nunmehr im dritten Jahr gewinnen mein Langstreckengeschoß LM-105 bei internationalen Scharfschützenwettbewerben 1. und leider auch mal 2. Preise. Ich weiß, was ich biete. Ihre Schlußfolgerung zu Ihren Vermutungen die Streuursache im Geschoß zu suchen ist abwegig. Ich vermute die Ursache entweder bei der Waffe oder beim Schützen. Beide können Sie prüfen, indem Sie einerseits eine anderen, bekanntermaßen guten, Schützen mit ihre Waffe und Munition auf die 200-m-Bahn schicken und andererseits Ihre Munition aus einer anderen Waffe auf die Entfernung schießen (lassen). Nur wenn Sie Stück für Stück jede mögliche Fehlerursache prüfen und ausschließen, werden Sie die Wahrheit erkennen können, die Fehlerursache finden und abstellen können. Mit unhaltbaren Vermutungen aber werden Sie gar nichts erreichen.

Beispiele für gefunden Fehler finden Sie auf meinem Netzplatz in „Waffe streut“.

Waidmannsheil, Lutz Möller

Seltsame Sandgeschosse

Sehr geehrter Herr Möller!

Wie in Streuer versprochen sende ich Ihnen nun die geborgenen KJGe zu!

H. R.

Inzwischen war ich mit meiner Lutz Möller 7x64 KJG Munition in Afrika. Geschoßbilder finden sich bei Gnu, allerdings ohne Makroobjektiv und nur aus der Hand. Ich lichtete ja schon einige Geschosse ab, wie hier:

7,62 mm Geschoßparade im Januar 2007 nach Finnland '07

Für Afrika schaffte ich mir mal wieder eine neue Photoausrüstung an. Weil die Sonne hier nicht immer auf den Boden scheint, bestellte ich mir bei der Gelegenheit auch eine Makroblitzanlage, die gerade eben kam - kaum ¼ Jahr nach Bestellung. Na gut. Besser spät als gar nicht! Damit konnte ich Harald Reichls im Juni 2007 bemängelten und anschließend zugesandten  7 mm KJG Geschosse vernünftig ablichten, obwohl die Tiefenschärfe immer noch zu wünschen übrig laßt (kann mir da jemand einen Rat geben?). So sahen die aus:  

In den Sand geschossene Lutz Möllere 7 mm KJG Geschosse von oben, weiß leuchtet Quarzstaub

In den Sand geschossene Lutz Möller 7 mm KJG Geschosse seitlich, blauweiß leuchtet Quarzstaub.

Da sieht nun  gar nicht gut aus. Was ich da erkenne ist knapp gesagt der Untergang jeder Vorhersage, oder das strikte Gegenteil des Gewollten. Harald Reichl schrieb früher

„Sehr geehrter Herr Lutz!

Da ich einen Rat benötige, der mir auch wirklich weiterhilft, bin ich zum Entschluß gekommen: Ich kann eigentlich nur bei Lutz nachfragen!  Ich habe einen Steyr Pro Hunter, 7 mm Rem, mit dem ich jage, aber auch gerne auf den Schießstand gehe. Ich lade meine Patronen selber; habe einen Brünner Fox, .222" Rem., der mit meinen Selbstgeladenen 1 cm Streukreis schießt.

Nur bei der 7 Rem will es nicht so klappen. Die Hirtenberger Fabrikmunition, 11,3 gr. Nosler Partition, hält 20 mm Streukreis, nur meine Selbstgeladenen mit dem 11,3 gr. Nosler wollen nicht so recht. Die 10,4 gr. Nosler schießt schon etwas besser, aber auch nicht zufriedenstellend.

Meine Frage: Ich würde gerne das 9,7 g Nosler Ballistic Tip probieren. Da meine .2222 Rem Fox damit so gut schießt, hoffe ich, daß dies auch die Steyr tut. Kann sein, daß das leichtere Geschoß für den Drall besser ist? Ich weiß leider nicht die Dralllänge meines Steyr. Auch möchte ich auf 300 m noch kleine Ziele damit treffen können. Ich hoffe, daß Sie mir eine paar heiße Tips geben können.

Herzlichen Dank, Harry Reichl“ (LM: Datum nicht mehr bekannt)

Hier haben wir also mal wider so einen ähnlichen Fall wie bei Walter Plöger mit der abgesägten 7x64 Waffe, die vorher nicht zufriedenstellend traf und nach der Umstellung auf Lutz Möller KJG Geschosse auch nicht. Mit Herrn Plöger werde ich nächste Woche auf einem Schießstand nach den Ursachen forschen. Nicht nur die Abgesägte sondern auch ein paar andere 7x64er werden hoffentlich dabei sein. In den Neuigkeiten wird zu gegebener Zeit darauf hingewiesen werden.

Aber Betrachtungen über zweifelhafte Waffen sollen nicht von den seltsamen Sandgeschossen ablenken, nämlich daß einerseits Ronny seine 7 mm Rem. Mag. auf 100 m eng zusammensetzte und schrieb:

„Ich bin an solche KJG - Ergebnisse auf der Zielscheibe schon gewöhnt, mache daher für mich keine Bilder mehr.“

aber andererseits Harald Reichel ganz anders schrieb:

„Leider muß ich sagen, so ist das Geschoß für mich jagdlich nicht brauchbar. Die Präzision ist auf weitere Jagdentfernungen  nicht vertretbar. “

paßt überhaupt gar nicht zusammen. Warum ist das so? Daß ein Mann und seine Waffe anders trifft als ein Anderer kennen wir alle. Das ist nicht ungewöhnlich, aber hier hat Harry Reichl mit seinen seltsamen Sandgeschossen etwas Neues gezeigt,, daß gar nicht gut ist, nämlich den Anschein erweckt, als könnte seine Vermutung

„Meine Meinung ist, das schnelle KJG dreht im Lauf (ein bißchen) durch.“

womöglich doch zutreffen, zumindest in seiner Waffe. Vom Schrauben kenne wir das alle: Nach „fest“ kommt  „lose“! Das reibungsarme Führbandvollgeschoß lebt von den dünnen Führbändern. Sie erst ermöglichend die geringen Einpreßwiderstände, die dann die sprichwörtliche KJG-Genauigkeit liefern. Zu dünn bemessen aber hieße die Schraube zu überdrehen.

Um der Sache auf den Grund zu gehen werden wir mit einigen Sonderanfertigungen mit geändertem Führbandquerschnitt die Rechnungen noch mal nachmessen, gerade in den zweifelhaften Waffen. Zu weite Läufe, oder zu flache Felder könnten nämlich neben ausgebrannten Läufen durchaus die Grenze des Machbaren setzen. Ob da die Ursachen für Harry Reichls ungenügende Treffer zu finden sind, oder aber beim KJG Geschoß, wie er vermutet, gilt nun zu erforschen. Wir werden sehen. Wie immer hilft nur die Wahrheit zu erkennen. Die Folgen müssen getragen werden.

Lutz Möller, 31. August 2007

7 mm Breitband

Udo Richter rief an und meinte seine 7x57 streue. Er will am Breitbandversuch teilnehmen. Vorraussetzung dafür sind schonend aufgefangene eingesandte 7 mm KJG, also nicht plump zwischen die Füße in den Sand geknallt, wie der linke Klumpen auf dem folgenden Bild, sondern solche, bei denen die Führbänder noch heil sind. Wie Geschosse zu fangen sind, siehe in „Wassertankversuche“ in Finnland '07 und in „Versuche“ ein 7x64 Afrika '07.

7 mm Parade

KWJG Rest | MEN SF | Bleiding | KJG alt | KJG spitz | KJG Breitband

Mitte das neue Lutz Möller 7 mm Breitband KJG Geschoß

7 mm KJG Geschoß alt | 7 mm KJG Geschoß Schmalband | 7 mm KJG Geschoß Breitband

Altes 7 mm KJG Geschoß aus 95 kg Keiler, der im Treffer wie ein Hase rollte, guter Kugelfang, in heller Sommersonne abgelichtet

Ich kämpfe immer noch mit meiner neuen Photoausrüstung. Eigentlich müßten besser Bilder hinzukriegen sein, aber - ich krieg's leider noch nicht hin. Heute beinhalten die Geräte Software mit übermäßig vielen Möglichkeiten. Jedes „dusselige“ Objektiv hat inzwischen seine eigene Recheneinheit. Inzwischen komme eher ich mir als Dussel vor, weil das Objektiv macht, was es will,  bzw. sein Entwickler ihm einprogrammierte, ich aber in Unkenntnis seiner Gedanken wie der „Ox vor'm Scheunetor“ dastehe. Das wird sich ändern, aber das dauert. Auf die Dauer können die Dinge keinen bleibenden Widerstand gegen kluges Verständnis bieten. Aber Verständnis will erarbeitet und erdacht sein. Harry Reichls Vermutung muß geprüft werden. Sanft aufgefangene 7 mm KJG Geschosse herkömmlicher und von der Breitband-Art sind bestimmt Licht in das Dunkel seiner Vermutung zu leuchten. Solche Grenzfälle, bei denen zudem die Waffen zum Ergebnis beitragen, sind nicht einfach zu durchschauen. Aber wenn Zusammenhänge zu erkennen grundsätzlich möglich sein sollte, dann wird das geschehen.

In „Waffe streut“ und „Oh Schreck“ finden sich vielfältige Beispiele für geglückte Fehlersuchen. Mal sehen wir die Landung hier aussehen wird.

Lutz Möller, 1. September 2007

Gönne Dir MJG der Lutz Möller GmbH vom Erfinder selbst.

Du wirst kein besseres Jagdgeschoß finden.

Lutz Möller

Lutz Möller, .de