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MJG, KJG und Munition liefert die Lutz M�ller GmbH
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Lutz Möller GmbH

links 9,3 mm KJG | Mitte 9,3 mm KDG | Rechts 9,3 mm Swift A-Frame-Geschoß

Kaputte Rehe

oder der Sargnagel auf Alexander Gänslers 2004er Ruf nach mehr Wirkung
für die KJG, der das 2005er 9,3 mm KJG dreifacher Leistung hervorbrachte.

Hallo Herr Möller,

wir haben ja vor einiger Zeit telefonisch ausführlich über das von Ihnen entwickelte KJG gesprochen, woraufhin ich 100 Stück bestellt und von einem Kumpel mit folgenden Daten laden lies: Kaliber 9,3 x 62, Geschoß 9,3 mm KJG-2005, 12 Gramm, Pulver R 901, Ladung 3,82 g, Zünder FED 210, Patronenlänge 82,50 mm:

Patrone: 9.3 x 62
Geschoß: 9.3, 12., Möller 9,3 mm KJG
Patronenlänge L6 : 82.50 mm
Lauflänge: 600.0 mm
Pulver : Rottweil R901

DiffFüll. Ladungv0 E0 PmaxPmündAbbrandD_Zeit % %Grammm/s Joule barbar%ms
+00,0 963,82086945553286509 98,61,132

Gemessene Geschwindigkeit (3 m vor der Mündung, R93 Standard-Lauflänge): Ladung 3,62 g: 909 m/s Ladung 3,95g : 936 m/s Ladung 4,08 g: 941 m/s

 Schußtafel bei Army Std. METRO Atmosphäre
-------------------------------------------------------------------------------------
 Waffe / Munition : 9.3 x 62
 Geschoßtyp : 9.3, 12., Möller 9,3 mm KJG
 Geschoßgewicht : 12,05 Gramm
 V0 : 869 m/s
 Seitenwind : 4 m/s 
 Ballistische(r) Koeffizient(en) (G1): 
 C1=0.345@V>800 m/s;C2=0.309@V>400 m/s;C3=0.481@V>340 m/s;C4=0.334@V>300 m/s;C5=0.369@V>0 m/s;

 Tabelle verschiedener Fleckschußentfernungen - Flugbahnen zur Visierlinie in cm
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
 Entfernung50 m100 m150 m200 m250 m300 m350 m400 m450 m500 m 
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
 188 m GEE +2,0 +4,9 +3,9 -1,8-12,7-29,2-52,3-83,9 -124,4 -174,2 
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Geschw. m/s 825,4781,0735,1690,8648,0606,8566,9529,2493,5459,5 
Energie Joule4106,3 3676,0 3256,6 2875,9 2530,9 2219,3 1936,7 1688,1 1468,1 1272,7 
Windabweich. cm 0,83,06,5 12,3 20,1 29,8 41,9 57,4 75,9 96,8 
Korrektur MOA/m/s 0,1230,2290,3350,4710,6180,7630,9201,1041,2971,489 
Flugzeits 0,0590,1220,1870,2570,3330,4120,4960,5890,6870,792 

Die geringfügige Abweichung von den von Ihnen empfohlenen Ladungsdaten resultieren einfach aus meiner/unserer Übervorsichtigkeit, um nicht mal in die Nähe des maximal zulässigen Gasdrucks zu kommen.

Zunächst möchte ich aber auf die zugesandten KJG-Geschosse eingehen. Mir fiel als erstes auf, daß sich die Geschosse in Farbe und Oberfläche zum Teil deutlich unterschieden.

Bild 2

Bild 5

Zu sehen ist dies auf dem Bild 5, während Bild 2 Geschosse mit gleichen Farben zeigt. Mein Kumpel hat mir von einem Wiederlader in Süddeutschland zusätzlich 10 weitere KJG mitgebracht, von denen ich nun leider kein Foto habe, die aber keine Farbunterschiede aufwiesen. Ob hier verschiedene Kupferlegierungen oder eine Wärmebehandlung des Materials die Ursache ist, kann ich nicht sagen. Wenn die Legierungen tatsächlich unterschiedlich sind, welche Auswirkungen hat dies dann auf die Zielwirkung des Geschosses?

LM: Der Hersteller meinte es gut und versuchte die Bohrsplitterrerste in einem Ultraschallbad zu entfernen. Das klappte gut, war aber unnötig. Bei der Trocknung liefen die Geschosse in allen Regenbogenfarben an. Vermutlich wäre Grünspan besser gewesen ☺! Die Farbe hat nichts zu sagen.

Gravierender fand ich die Tatsache, das die Geschosse zum Teil erhebliche Werkzeugspuren aufweisen (siehe Bild 3). Andere Exemplare (Bild 2) und auch die 10 ZusatzGeschosse waren absolut glatt. Ich vermag nicht beurteilen, welche Auswirkungen diese Unebenheiten auf die Präzision des Geschosses haben, aber ich denke, daß dies nicht in Ihrem Sinn sein kann.

Bild 3

Bild: Lutz Möller, künstlich verdeutlichte Oberflächen
9,3 mm MJG | 9,3 mm KJG | 9,3 mm KDG, alles verschiedene Werkstoffe

Bild: Lutz Möller, 9,3 mm KDG | 9,3 mm MJG | 9,3 mm KJG, alles verschiedene Werkstoffe

LM: Nein, das ist nicht in meinem Sinne.! Wir haben mal eine andere Maschine versucht, bei der die Ergebnisse nicht so gut waren. Die Oberflächen waren eher wie bei dem links oben gezeigten 9,3 mm MSG rauh. Die MSG sind aber nie abgegeben worden. Ich habe die in Afrika 2005 versuchsweise mit guter Genauigkeit Geschossen. Auch wenn die Drehteile nicht so schön aussehen, stört die Rauhigkeit aerodynamisch nicht, weil Kleinwirbel größere Wirbel, die mehr stören, behindern. Eine rauhe Oberfläche ist also an sich erstrebenswert.

Da mein Kumpel in seinem Wiederladekeller eine Präzisionswaage von Satorius rumstehen hat, habe ich mir den Spaß erlaubt, die Geschosse stichprobenhaft zu wiegen (siehe Excel-Tabelle). Dabei habe ich drei Wiegelose gebildet (Los 1a. glatt, ungleiche Farbe, Los 1b. Werkzeugspuren, ungleiche Farben, (beide Lose aus dem 100er-Paket) und Los 2. glatt, gleiche Farben (aus dem 10er-Paket)). Auch hier weiß ich nicht, welche Auswirkungen Gewichtsabweichungen von bis zu 0,1645 Gramm auf die Präzision haben. Das mögen andere beurteilen. Hiermit möchte ich aber die Aussage von Herrn Danner etwas relativieren.

Sehr geehrter Herr Möller,

die 6 mm KJG wiegen zwischen 5,015 – 5,020 Gramm.

Mit freundlichen Grüßen, Hary Danner, Mittwoch, 3. August 2005 10:48

Die Massen schwankten hier unter 1/100 Gramm, oder bis 0,005 g auf 5 g = 1 ‰ = ein Promille! Für ein mechanisches Teil ist das sehr genau!

LM: Ihre Mängelmeldung zu schwankenden Massen ist eine Ausnahme. Das Los 1b mit den Werkzeugspuren weicht im Mittel 0,1g ab. Das ist deutlich zu viel. Aussagen, wie die von Herrn Danner sind die Regel. Ihr Los 2 mit 0,02g Abweichung ist schon eher typisch, wenn auch klein. Innerhalb eines Loses schwankende Massen und Maße wünschen ich hingegen überhaupt nicht. Schicken Sie mir bitte die zweifelhaften Geschosse zurück. Ich prüfe und ersetze die.

Gespannt war ich nun auf die Ergebnisse auf dem Schießstand. Leider kann ich hier nur auf 100 m schießen, aber dabei konnte ich (sitzend aufgelegt auf Sandsäcken, Glas Zeiss VM 2,5-10x50, absehen 11) keine Unterschiede zwischen den Losen feststellen. Der Streukreis lag mit meiner R93 bei ~ 5 cm. Vielleicht kann mir mal jemand einen Tipp geben, wo in meiner Nähe (Braunschweig/Hannover) eine 200 oder 300 Meter-Bahn zu finden ist.

Bild und Schütze L. S.

LM: Man kann und muß über die R93 meckern wie man will, aber schlechte Schußleistungen gehören nicht dazu. Eher das Gegenteil, nämlich gute bis sehr gute Leistungen, sind der Fall. 5 cm Trefferbild mit dem 9,3 mm KJG aus einer R93 sind ein schlechtes Trefferbild. Das geht besser, siehe oben, sogar noch viel besser!

Interessant war der allererste Schuß mit KJG (vorher Lauf entölt und mit zwei Norma-Vulcan-Geschossen zusätzlich „nachgespült“). Auf der Bahn befand sich auf ~ 60 m ein Busch, den wir zwar gestutzt hatten, um freies Schußfeld zu bekommen, der aber mit einem 1,5 cm. dicken Ästchen noch in die Anschußtafel reinragte. Es kam wie es kommen mußte, der erste Schuß traf diesen Ast, schlug aber dennoch in eine Schußtafel ein. Das Geschoß blieb offensichtlich unversehrt, trudelte jedoch und schlug quer ein. Die Abweichung vom zweiten und dritten Schuß betrug dabei übrigens ~ 30 cm tief.

Nun zu meinem jagdlichem Zwischenbericht! Ich sage bewußt Zwischenbericht, denn ich halte wenig davon, nach ein oder zwei Abschüssen bei einer Wildart sofort eine Patrone zu lobpreisen oder zu verdammen. Ich werde bis Jahresende die Patronen sowohl bei Ansitz- als auch bei Stöberjagden verwenden und dann auch weiter berichten. Anfang Mai war ich ein bißchen in Wald und Wiese unterwegs und habe praktische Erfahrungen mit der KJG gesammelt. Entsprechend der dann leider doch nicht verwendeten Auswertungsliste für bleifreie Geschosse des Forst-Ministeriums in Brandenburg, habe ich alle Umstände dokumentiert und auch noch einige Fotos gemacht.

Bild 1

2. Mai.'05, 11 kg Reh, Ansitz, vertraut äsend, 120 m, Einschuß hinter Blatt zwischen Rippen, Ausschuß durch Blatt, mehr als faustgroß, keine Flucht, starke Zerstörungen am Ausschuß

Bild 2

2. Mai.'05, 11 kg Reh, Ansitz, vertraut äsend, 120 m, Einschuß hinter Blatt zwischen Rippen, Ausschuß durch Blatt, mehr als faustgroß, keine Flucht, starke Zerstörungen am Ausschuß

Bild 3

2. Mai.'05, 11 kg Reh, Ansitz, vertraut äsend, 120 m, Einschuß hinter Blatt zwischen Rippen, Ausschuß durch Blatt, mehr als faustgroß, keine Flucht, starke Zerstörungen am Ausschuß

Bild 5

3. Mai '05, 10 kg Reh, Ansitz, vertraut äsend, 60 m weit, Einschuß auf Blatt, Ausschuß mehr als faustgroß, keine Flucht, starke Zerstörung des Blattes am Ausschuß, Einschuß zwischen den Rippen

Bild 6

3. Mai '05, 10 kg Reh, Ansitz, vertraut äsend, 60 m weit, Einschuß auf Blatt, Ausschuß mehr als faustgroß, keine Flucht, starke Zerstörung des Blattes am Ausschuß, Einschuß zwischen den Rippen

Bild 8

3. Mai '05, 10 kg Reh, Ansitz, vertraut äsend, 60 m weit, Einschuß auf Blatt, Ausschuß mehr als faustgroß, keine Flucht, starke Zerstörung des Blattes am Ausschuß, Einschuß zwischen den Rippen

Ohne Bilder: 3. Mai 2005, Reh, 11kg, Ansitz, vertraut äsend, 70 m weit, Einschuß auf Blatt, Ausschuß hinter Blatt, Ausschuß 30 cm langer Riß, keine Flucht, Bauchdecke vom Ausschuß hinterm Blatt bis zur Keule aufgeplatzt. Rippenabriß am Rücken.

Bild 9

6. Mai 2005, Reh, 11kg, Pirsch, vertraut ziehend, 10 m weit, Einschuß hintere Rippen, Ausschuß hinter Blatt, Ausschuß 5 cm groß, keine Flucht, Verletzungen durch Splitter auf Ein- und Ausschußseite, rippen am Rücken abgerissen.

Bild 10

6. Mai 2005, Reh, 11kg, Pirsch, vertraut ziehend, 10 m weit, Einschuß hintere Rippen, Ausschuß hinter Blatt, Ausschuß 5 c m groß, keine Flucht, Verletzungen durch Splitter auf Ein- und Ausschußseite, rippen am Rücken abgerissen.

Bild 14

6. Mai 2005, Reh, 11kg, Pirsch, vertraut ziehend, 10 m weit, Einschuß hintere Rippen, Ausschuß hinter Blatt, Ausschuß 5 c m groß, keine Flucht, Verletzungen durch Splitter auf Ein- und Ausschußseite, Rippen am Rücken abgerissen.

Bild 16

6. Mai 2005, Reh, 11kg, Pirsch, vertraut ziehend, 10 m weit, Einschuß hintere Rippen, Ausschuß hinter Blatt, Ausschuß 5 cm groß, keine Flucht, Verletzungen durch Splitter auf Ein- und Ausschußseite, Rippen am Rücken abgerissen.

Bild 17

7. Mai 2005, Reh, 18 kg, Ansitz, unruhig ziehend, 100 m weit, Einschuß hinter Blatt, Ausschuß hinter Blatt, Ausschuß 5 cm, 75 m Flucht, kam flüchtig aus dem Wald, ging nach Schuß ohne sichtbare zu zeichnen hochflüchtig ab.

Bild 18

7. Mai 2005, Reh, 18 kg, Ansitz, unruhig ziehend, 100 m weit, Einschuß hinter Blatt, Ausschuß hinter Blatt, Ausschuß 5 cm, 75 m Flucht, kam flüchtig aus dem Wald, ging nach Schuß ohne sichtbares Zeichnen hochflüchtig ab.

Bild 19

9. Mai 2005, Reh 12 kg, Ansitz, vertraut plätzend, 120 m weit, Einschuß hinter Blatt, Ausschuß hinter Blatt, Ausschuß 7 cm groß, keine Flucht, starke Verletzungen, Rippenbrüche, im Wildkörper Blutergüsse unter Rippen bis zum Rücken sichtbar.

Bild 20

9. Mai 2005, Reh 12 kg, Ansitz, vertraut plätzend, 120 m weit, Einschuß hinter Blatt, Ausschuß hinter Blatt, Ausschuß 7 cm groß, keine Flucht, starke Verletzungen, Rippenbrüche, im Wildkörper Blutergüsse unter Rippen bis zum Rücken sichtbar.

Bild 21

9. Mai 2005, Reh 12 kg, Ansitz, vertraut plätzend, 120 m weit, Einschuß hinter Blatt, Ausschuß hinter Blatt, Ausschuß 7 cm groß, keine Flucht, starke Verletzungen, Rippenbrüche, im Wildkörper Blutergüsse unter Rippen bis zum Rücken sichtbar.

Bild 22

9. Mai 2005, Reh 12 kg, Ansitz, vertraut plätzend, 120 m weit, Einschuß hinter Blatt, Ausschuß hinter Blatt, Ausschuß 7 cm groß, keine Flucht, starke Verletzungen, Rippenbrüche, im Wildkörper Blutergüsse unter Rippen bis zum Rücken sichtbar.

13. Mai 2005, ohne Bilder, Sau, 32 kg, Ansitz, vertraut ziehend, 100 m weit, Einschuß hinter Blatt, Ausschuß hinter Blatt, 5 cm groß, 20 m Flucht, kaum Verletzungen im Wildkörper, nach Abschwarten kaum Blutergüsse.

Bild 24

13. Mai 2005, Reh, 11 kg, Ansitz, vertraut äsend, 80 m weit, Einschuß hoch hinter Blatt durch Rippe,Ausschuß 5 cm groß, 50 m Flucht, ging nach Schuß mit tiefer Flucht ab, geringe Verletzungen im Wildkörper mit leichten Blutergüssen am Rücken, Tag vorher am Vorderlauf angekratzt.

Bild 25

13. Mai 2005, Reh, 11 kg, Ansitz, vertraut äsend, 80 m weit, Einschuß hoch hinter Blatt durch Rippe,Ausschuß 5 cm groß, 50 m Flucht, ging nach Schuß mit tiefer Flucht ab, geringe Verletzungen im Wildkörper mit leichten Blutergüssen am Rücken, Tag vorher am Vorderlauf angekratzt.

Bild 26


13. Mai 2005, Reh, 11 kg, Ansitz, vertraut äsend, 80 m weit, Einschuß hoch hinter Blatt durch Rippe,Ausschuß 5 cm groß, 50 m Flucht, ging nach Schuß mit tiefer Flucht ab, geringe Verletzungen im Wildkörper mit leichten Blutergüssen am Rücken, Tag vorher am Vorderlauf angekratzt.

Bild 27

13. Mai 2005, Reh, 11 kg, Ansitz, vertraut äsend, 80 m weit, Einschuß hoch hinter Blatt durch Rippe,Ausschuß 5 cm groß, 50 m Flucht, ging nach Schuß mit tiefer Flucht ab, geringe Verletzungen im Wildkörper mit leichten Blutergüssen am Rücken, Tag vorher am Vorderlauf angekratzt.

Bild 28

13. Mai 2005, Reh, 8 kg, Ansitz, vertraut äsend, 120 m, Einschuß hoch hinter Blatt,Ausschuß hoch hinter Blatt, 5 cm groß, keine Flucht, geringe Verletzungen im Wildleib

Bild 29


vorn: 13. Mai 2005, Reh, 8 kg, Ansitz, vertraut äsend, 120 m, Einschuß hoch hinter Blatt,Ausschuß hoch hinter Blatt, 5 cm groß, keine Flucht, geringe Verletzungen im Wildleib

hinten: 13. Mai 2005, Reh, 11 kg, Ansitz, vertraut äsend, 80 m weit, Einschuß hoch hinter Blatt durch Rippe,Ausschuß 5 cm groß, 50 m Flucht, ging nach Schuß mit tiefer Flucht ab, geringe Verletzungen im Wildkörper mit leichten Blutergüssen am Rücken, Tag vorher am Vorderlauf angekratzt.

Bild 30

vorn: 13. Mai 2005, Reh, 11 kg, Ansitz, vertraut äsend, 80 m weit, Einschuß hoch hinter Blatt durch Rippe,Ausschuß 5 cm groß, 50 m Flucht, ging nach Schuß mit tiefer Flucht ab, geringe Verletzungen im Wildkörper mit leichten Blutergüssen am Rücken, Tag vorher am Vorderlauf angekratzt.

hinten: 13. Mai 2005, Reh, 8 kg, Ansitz, vertraut äsend, 120 m, Einschuß hoch hinter Blatt,Ausschuß hoch hinter Blatt, 5 cm groß, keine Flucht, geringe Verletzungen im Wildleib

Bild 31

13. Mai 2005, Reh, 8 kg, Ansitz, vertraut äsend, 120 m, Einschuß hoch hinter Blatt,Ausschuß hoch hinter Blatt, 5 cm groß, keine Flucht, geringe Verletzungen im Wildleib

Die Angabenmöchte ich doch zum Teil kommentieren: Die Ausschüsse sind teilweise wirklich brutal groß und erinnern mich an die Zeit, als ich noch mit der 8x68S jagte. Genau aus diesen Gründen habe ich damals die Waffe abgeschafft und durch die 9,3x62 ersetzt. Da ich schon seit Jahren Vulcan und Oryx schieße, war ich über den Anblick der am Rücken abgetrennten Rippen und der durch Splitter durchtrennten Rippen doch überrascht. Am übelsten sah das Reh aus, dessen Bauchdecke vom Blatt bis zur Keule aufgeplatzt war, hier war viel Wasser und großzügiges Wegschärfen nötig.

Splitterschauer? Nein danke!

Hallo Herr Möller,

nun muß ich Ihnen leider erneut etwas von der Wirkung des KJG mitteilen, das mich wahrscheinlich veranlassen wird, dieses Geschoß abzusetzen. In meiner Mail vom 19. Mai 2005 berichtete ich bereits über Pansenreste im Brustkorb bei vier erlegten Mai-Rehen trotz optimaler Treffer. Dieses führte ich seinerzeit auf die zu allen Seiten wegfliegenden Splitterschauer zurück, das auch zutreffen dürfte. Von den beschossenen vier Stücken lagen drei im Knall, eines lief taumelnd noch ~ fünf Meter.

Nun habe ich vor einigen Tagen einen schwachen Jährlingsbock (13,5 kg aufgebrochen) wiederum mit meinem KJG 8 mm-kurz (9 g) auf ~ 25 Meter beschossen. Das Stück zeichnete überhaupt nicht, flüchtete um 180 Grad gedreht noch etwa 30 Meter in eine nahe gelegene Anpflanzung, flüchtete zum Schluß aber deutlich. Meines Schusses absolut sicher, begab ich bereits nach wenigen Minuten zum Anschuß, den ich trotz Grasbewuchs nicht finden konnte. Nach etwa fünf Meter Fluchtstrecke fand ich den ersten „dreckigen“(?) Schweiß auf dem gut handhohen Ölrettich des angrenzenden Feldes, der dann in Abständen sichtbar zunahm. Der Bock lag längst verendet zusammengebrochen in seiner Fährte knapp in der Anpflanzung. Der Einschuß saß im hinteren Bereich des rechten Vorderlaufs etwas tief, der Ausschuß knapp hintern linken Vorderlauf auch etwas tief (wie abgekommen). Der Ausschuß war fast vollständig vom Rest des Herzens verstopft. So weit – so gut.

Da die Dämmerung rasch einsetzte zog ich das Stück zum Wegrand und holte mein Fahrzeug. Nach dem Verladen des Stückes im Kofferraum meines PKW machte sich bereits übler Geruch bemerkbar, . . . es sollte doch nicht schon wieder? An der Jagdhütte angekommen, versorgte ich das Stück, um im Licht des Strahlers festzustellen, daß wiederum der Pansen und der Schlund gerissen, geplatzt waren und der grüne Inhalt sich teilweise innerhalb des Brustkorbs verteilt hatten. Nach dem Ausspülen nahm ich mir vor, die „grünen“ Anhaftungen am Ausschuß am nächsten Tag großflächig wegzuschneiden. Also wieder das gleiche Resultat wie im Mai.

Die große Überraschung kam dann aber am folgenden Tag, als ich das Stück nach dem Durchkühlen über Nacht aus der Decke schlug und zerwirken wollte. Bereits einschußseitig waren zwischen Blatt und Rippenbögen deutlich Blutergüsse und auch Panseninhalt festzustellen (siehe Bild 1). Nahezu katastrophal sah jedoch die Ausschußseite aus (siehe Bild 2 und 3).


Bild 1:Einschussseite des Rehbocks nach Abtrennen des Vorderlaufs mit KJG 8 mm-kurz.

Bild 2: Ausschußseite des Rehbocks nach Abtrennen des Vorderlaufs mit KJG 8 mm-kurz

Ausschußseite des Rehbocks (Rippenbögen und Vorderlauf) mit KJG 8 mm-kurz.

Beide Rippenbögen inklusiv Bauchfell und beide Blätter konnte ich verwerfen, da selbst nach großzügigem Umschneiden, Säubern und Waschen der anhaftende Geruch nicht wegzubekommen war. Und das alles mit einem sauberen Herzschuß auf ein breit stehendes Stück!

Die durch die KJG-Geschoßwirkung auftretenden Geschoßsplitter verletzen derart die sich in der Nähe des Schußkanals befindlichen Organe, daß zwangsläufig bei gefülltem Pansen dessen Inhalt austreten muß. Den vielen Panseninhalts, einschließlich der Blutergüsse im Bereich des Schußkanales, führe ich im Gegensatz zu den Mai-Rehen darauf zurück, daß dieses Stück nicht am Anschuß lag, sondern noch etwa 30 Meter wegflüchtete. Diese relativ geringe Schußweite reichte jedoch augenscheinlich aus, um nicht nur den Brustkorb teilweise zu füllen, sondern sich auch auf Grund der Fluchtbewegungen zwischen die Blätter und Rippen zu pressen. Gleiches dürfte auch hinsichtlich der Blutergüsse zutreffen. Das Einschußloch des KJG war wie immer zu klein, um irgendwelche Flüssigkeiten nach außen dringen zu lassen (fehlende Pirschzeichen). Der Ausschuß war im vorliegenden Fall fast vollständig durch das durchschossene aber noch festhängende Herz verstopft, so daß auch hier kein ergiebiger Austritt möglich war. Hierfür sprechen auch die fehlenden Pirschzeichen am Anschuß bzw. die nur geringe und dann zunehmende Schweißfährte.

Grundsätzlich kann ich meinem KJG im Ansatz gute Eigenschaften attestieren, wie die Sache mit den Führbändern, günstige Geschoßform, Präzision, Tiefenwirkung, etc.. Aber für mich hat das Geschoß (zumindest das KJG 8 mm-kurz) einen entscheidenden Nachteil: Das sind die übermäßig auftretenden Splitterschauer.

Bei kleinen Zielmedien (wie Rehwild) bewirken die Splitterschauer zwar eine hervorragende Tötungswirkung (Schrotschußeffekt), verursachen aber auch unschöne Begleiterscheinungen wie das Austreten von Panseninhalt. Dieses Phänomen habe ich bei Winterrehen jedoch kaum feststellen können oder zumindest nicht entsprechend beachtet und scheint vordergründig bei Sommerrehen bedingt durch die frische Grünäsung zu Tage zu treten.

Die freiwerdenden Geschoßsplitter haben hingegen keine starke Tiefenwirkung. Bei Zielmedien > 20 cm (bspw. bei Rot-, Dam-, Schwarzwild) brauchen sich die einzelnen Kupfersplitter auf bzw. bleiben spätestens Ausschußseitig stecken (in Rippen, Blatt, Decke/Schwarte). Hier fliegt dann nur noch der kalibergroße zylinderförmige Geschoßrest aus und lieferte bislang auf Grund des kleinen Ausschusses und Verschluß desgleichen fast nie irgendwelche Pirschzeichen. Diese Eigenschaft konnte ich im Januar 2005 auf vorhandener Schneedecke bei sechs beschossenen Stücken (Rot- und Schwarzwild) feststellen. Die Fluchtdistanzen betrugen 0, 20, 25, 80, 90 und 120 Meter. Schweiß war meistens nur sehr gering und überwiegend erst nach etlichen Metern oder auch gar nicht in der Fluchtfährte zu finden. Leider keine überzeugende Leistung dieses Geschosses auf Hochwild.

Von den mir zur Verfügung gestellten KJG 8 mm-kurz aus der 2005er Produktion mit tieferen und größeren Bohrungen wird die Präzision der ersten TestLadung in den nächsten Tagen auf dem Schießstand ausprobiert. Ich werde diese 2005er Produktion informationshalber danach sicher noch an dem ein oder anderen Stück testen, bin in der großen Linie inzwischen aber von den Nachteilen einer Splitterwirkung von Geschossen absolut überzeugt (egal ob Kupfer, Messing, Blei etc.). Und hierin sehe ich derzeit auch den einzigen Nachteil der KJG. Durch das Absplittern des Geschoßkopfes im Wildkörper haben Sie ein sehr schulterstabilisiertes Geschoß mit enormer Tiefenwirkung entwickelt. Wie bereits an anderer Stelle ausgeführt kann man doch leicht etwas opfern, von dem man reichlich hat. Lassen Sie doch ruhig die Dinger beim Durchqueren eines Wildkörpers sich in ihrem Querschnitt vergrößern. Auch wenn daß ein wenig zu Lasten der Stabilität und der Tiefenwirkung geht.

Geschosse mit starker Splitterwirkung (egal welcher Werkstoff verwendet wurde) werden meiner Meinung nach in Zukunft nur eine untergeordnete Rolle spielen. Auch wenn zweifelsohne eine möglichst sofortige Tötungswirkung allein aus Gründen des Tierschutzes angeraten ist, Geschoßsplitter oder – partikel haben hinsichtlich materieller und hygienischer Verunreinigung und auch toxischer Nebenwirkungen in der Fläche eines Wildkörpers eigentlich nichts zu suchen. Das Vorkommen derartiger Restkörper, -stoffe muß auf ein Minimum reduziert werden. Da ich mich beruflich u. a. mit Umwelt- und Lebensmittelanalytik beschäftige, meine ich hier die Zeichen der Zukunft klar zu erkennen.

Meine (und nur meine) Empfehlung kann deshalb nur lauten: Bitte ändern Sie das KJG so ab (oder entwickeln Sie ein zusätzliches Geschoß oder ergänzen und verbessern Sie die Palette des KDG), daß

  1. die Splitterwirkung der KJG deutlich reduziert wird (dadurch geringere innere Zerstörungen).
  2. das Material zumindest im vorderen Bereich ein Aufpilzen des Geschoßrests oder ein kontrolliertes Aufrollen von Geschoßfahnen zuläßt (dadurch einen größeren Ausschuß und somit Pirschzeichen auf stärkeres Wild).
  3. wenn möglich auch noch ein Scharfrand vorhanden ist (dadurch auch einschußseitig Pirschzeichen).

Die Entwicklung eines solchen Geschosses scheint doch recht schwierig zu sein (als Laie habe ich da gut Reden). Dieses hängt sicher nicht nur von den verwendeten Materialien ab, sondern muß zwangsläufig auch seinen Niederschlag in den unterschiedlichen Geschoßdurchmessern und deren unterschiedlichen Geschwindigkeiten finden. Mir ist auch vollkommen bewußt, daß man es dabei nicht allen recht machen kann.

Seit nunmehr fast 20 Jahren teste ich die unterschiedlichsten Geschoßentwicklungen aus dem Bereich Vollgeschosse, weil ich hierin zumindest in der Theorie seit langem die Zukunft bei den Büchsengeschossen sehe. Mein Vater machte bereits Anfang der 70er Jahre seine ersten Erfahrungen mit dem Hirtenberger ABC-Geschoß. Bleifreie Geschosse stoßen seit einigen Monaten bekanntermaßen auch auf das öffentliche Interesse bedingt durch die Seeadlerproblematik in Brandenburg. Dieser „Vorfall“ kommt uns Jägern als reine Geschoßanwendern eigentlich nur wie gerufen. Auf einmal sind alle Konstrukteure und Produzenten landauf, landab damit beschäftigt, hier etwas vorweisen zu können. Und das, obwohl die Problematik ja nicht neu ist. Konkurrenz belebt nun mal das Geschäft, und das ist gut so, zumal unsere Funktionäre und auch die Politik auf Ergebnisse warten. Mit großem Interesse verfolge ich dabei seit einigen Monaten die unterschiedlichsten Abhandlungen in der Jagdpresse und im Internet.

Bislang behaupten alle, ihre Entwicklungen seien die besten. Nur durch das Schlechtreden der Produkte der Wettbewerber kann man seine eigenen Produkte auch nicht besser machen. Am Ende werden sich die am Markt behaupten, die Tatsachen schaffen und pragmatische Lösungen anbieten können. Ein Geschoß, das eine führende Stellung einnehmen will, muß folgende Eigenschaften aufweisen:

  1. Gute Präzision.
  2. Ausreichende Tötungswirkung.
  3. Wenig verbleibende Geschoßreste im Wildkörper (denn fast alle bislang verwendeten Werkstoffe sind als toxisch einzustufen – mal mehr, mal weniger!).
  4. Wenig Wildbretzerstörungen bei geringen Blutergüssen und geringen hygienischen Verunreinigungen.
  5. Sicherer Ausschuß bei ausreichend Pirschzeichen.
  6. Möglichst breit gefächerte Einsatzbereitschaft auf fast alle in Deutschland vorkommenden Schalenwildarten.

Sehr geehrter Herr Möller,

Sie sind mit Ihrem KJG eigentlich nah dran, aber ein wenig fehlt meiner Meinung nach noch. Bislang konnten Sie von dem Meer an Wiederladern partizipieren, die ihre Geschosse in der Praxis eingesetzt und getestet haben. Nun aber werden erwartungsgemäß in Kürze eine Fülle von bleifreien Geschossen auf den Markt sprudeln und Sieger wird zum einen, wer möglichst die o. a. Eigenschaften aufweisen kann und zum anderen, wer dann „en masse“ in Produktion geht, um den Löwenanteil nichtwiederladender Jäger kostengünstig bedienen zu können.

Ich für meinen Teil werde das Testen wohl so schnell nicht dran geben. Nur schade, daß leider fast immer ein Jahr dabei drauf geht, bis man abschußzahlenmäßig ein Geschoß richtig beurteilen kann. Aber solange uns der Staat nichts entsprechendes vorschreibt, werde ich auf das Beste, was der bleiernde Markt bislang für meine 8 x 57 IS hergibt, zurückgreifen (TOG und CDP).

Wenn Sie Ihren geistigen Vorsprung in diesem Bereich weiter ausbauen, und davon bin ich eigentlich überzeugt, dann wäre ich dankbar, wenn Sie mich gelegentlich in Ihrem Mail-Verteiler berücksichtigen könnten. Das Durchblättern Ihrer Homepage ist zwar äußerst interessant, kostet aber inzwischen eine Unmenge an Zeit und durch das schlecht zu durchblickende Ablagesystem findet man auf Anhieb nicht immer das, was man sucht bzw. etwaige Aktualisierungen. Ansonsten weiterhin viel Erfolg!

Mit freundlichen Grüßen, und Waidmannsheil, Friedhelm Bode, 29. August 2005

Hallo Herr Möller,

um Mißverständnissen vorzubeugen: Bei meinen Berichten auch bezüglich des Rehbocks handelt es sich komplett nicht um das KJG 8 mm-kurz aus 2005er Fertigung, sondern alle Geschosse stammen noch aus 2004er Fertigung (~ 10-12 mm Bohrtiefe). Also auch dort zu starke Splitterwirkung. Die 2005er Fertigung (~ 18 mm Bohrtiefe) steht noch zu Testzwecken an. Dieses kann ich mir aber zumindest auf Rehwild scheinbar sparen. Vielleicht teste ich diese auf stärkeres Wild oder nutze diese dann irgendwann zum „billigen“ Schießvergnügen auf dem Schießstand. Frage: Können Sie inzwischen das KDG in 8 mm S anbieten?

Mit freundlichen Grüßen, Friedhelm Bode, 30. August 2005

Lieber Herr Bode,

daß Sie in Ablagesystem vermuten, ehrt mich, ist aber ein eher vergebliche Hoffnung, da über die Jahre der Umfang so angewachsn ist, daß ich selbst Schwierigkeiten habe mich ohne Suchmaschine zurechtzufinden. Gleichwohl arbeit ich an einer Vereinfachung. Wenn Sie etwas Neues such, schauen Sie halt bei Neuigkeiten rein. Da stehen seit Dezember 2004 Hinweise auf alle erwähnenswerten neuen Beiträge drin.

Ich bemühe mich derzeit einen vernünftigen Wirkungsquerschnitt für alle Patronen zu finden. Ich vermute, der liegt so bei 200 - 250 m³/s WQ. Alexander Gänslers falsch verstandene Anregung führte für ein kurzen Zeitraum zu der 3-g-Splitter-Formel. Jetzt habe ich für die 2006er Geschosse, die nun gebaut werden eher 1,9 - 2 g vorgesehen und hoffe damit richtig zu liegen. Ihre 8 mm mit 18 m Tiefe werden sehr gut wirken, aber zu gut, für ihren Geschmack, so wie ich den jetzt kennen.

Gleichwohl gilt Verschiedene Treffer? ↔ Verschiedene Wirkungen! Ich konnte jedenfalls auch mit der mächtigen 9,3x64 ein kleines Schweinchen für Tante Traudel schießen, ohne mit dem 9,3 Zerstörer mit immerhin sagenhaften 461 m³/s WQ das kleine zarte Tierchen nennenswert zu entwerten. Lesen Sie da bitte mal nach.

Nein, es gibt kein 8 mm KDG.Aber was sollte so eines denn besser als ein Lutz Möller KJG Geschoß können?

Waidmannsheil, Lutz Möller, 30. August 2005

Hallo Herr Möller,

vielen Dank für Ihre Antwort. Da Sie wie angekündigt die 2006er KJG wieder annähernd den 2004er KJG anpassen werden, nämlich wieder kürzere Bohrtiefe – was durchaus richtig erscheint, werde ich mich leider vom KJG verabschieden. Eine Alternative in Form des KDG werden Sie in 8 mm auch nicht anbieten.

Das KJG 8 mm-kurz bietet für mich leider keine Alternative. Das zeichnet sich jetzt nach knapp neunmonatiger Testphase mit 16 Abschüssen ab. Meine jagdlichen Aktivitäten erbringen im langjährigen Mittel etwa 15 bis 20 Stück Schalenwild, wovon etwa 70 % Rehwildabschüsse darstellen. Im Winterhalbjahr kommen noch Schwarz-, Rot- und Damwild hinzu.

Abschußzusammenfassung:

Rehwild (10 Abschüsse; 5 lagen am Anschuß, sonst 5, 20, 30, 70 und 70 Meter Fluchtstrecken): Durch die Splitterwirkung der 2004er KJG werden leider zumindest beim Sommerrehwild trotz optimaler Treffer immer die Pansen der Stücke mit aufgerissen, so daß mäßige bis sehr starke Wildbretentwertungen auf Grund hygienischer Verunreinigungen auftreten. Die eigentlichen Zerstörungen im Bereich des Schußkanals können als gering bezeichnet werden, obwohl ausschußseitig häufig mehrere Rippen gebrochen sind. Unförmige und längliche Ausschüsse zeugen von mit ausfliegenden Geschoßsplittern (? = bei anderen Geschossen könnte man auch an taumelnde Geschosse denken). Blutergüsse und Blutgerinsel von gering bis sehr stark.

Hochwild (Rot-, Schwarzwild; 6 Abschüsse; 1 lag am Anschuß, sonst 20, 25, 80, 90 und 120 Meter Fluchtstrecken): Bei allen beschossenen Hochwildstücken flog i.d.R. nur noch der zylindrische nicht abgeplattete und nur kalibergroße Geschoßrestbolzen aus. Schweiß war meistens nur sehr gering und überwiegend erst nach etlichen Metern oder auch überhaupt nicht in der Fluchtfährte zu finden.

Fazit: Aus meiner 8 x 57 IS verschossen wirkt das 2004er 8 mm-kurz KJG bedingt durch die Splitterschauer nicht unbedingt brutal auf Rehwild, verursacht aber mehr oder weniger unschöne Pansenverunreinigungen mit entsprechenden Wildbretentwertungen. Auf Hochwild liefert nur das ausfliegende kalibergroße Restgeschoß keine oder zu geringe Pirschzeichen, so daß anstehende Totsuchen insbesondere im Wald deutlich erschwert wurden. Dank optimaler Kammerschüsse fielen längere Nachsuchen nie an, so daß diesbezüglich keine Aussagen getätigt werden können.

Das KJG hat durchaus seine Vorteile. Die Nachteile dieses Geschosses wurden jedoch bei 75% der von mir getätigten Abschüsse sehr deutlich. Und diese liegen zwangsläufig in der Splitterwirkung in Verbindung mit dem sich nicht im Querschnitt vergrößernden Geschoßrest. Aus diesen Gründen stellt das KJG 8 mm-kurz für mich auch keine Alternative dar. Das können andere am Markt befindliche Geschosse in 8 mm S deutlich besser, auch wenn man immer irgendwelche Abstriche in Kauf nehmen muß. Mag sein, daß die Wirkung des KJG in anderen Kalibern auch anders oder besser ausfällt. Die grundsätzliche Problematik des KJG (s. o.) dürfte aber überall identisch sein. Geschossen mit Splitterwirkung oder nur kalibergroßen Ausschüssen sage ich leider keine großen Zukunftschancen voraus.

Bodes Forderung

Die Lösung liegt meines Erachtens genau zwischen den KJG und den KDG. D.h. ein KJG ohne großartige Splitterwirkung mit sich im Querschnitt vergrößerndem Geschoßrest wäre die 1. Wahl. Hierzu müßte vordergründig die Elastizität des verwendeten Werkstoffs geändert werden. Daß das zu Lasten der so von Ihnen propagierten schulterstabilisierten Tiefenwirkung geht, ist mir bewußt. Aber breitstehendes mitteleuropäische Schalenwild weist nun einmal nur Durchschußtiefen von ~ 15 bis 40 cm auf. Da braucht man keine Tiefenwirkungen von 80 bis 100 cm. In Afrika mag das anders aussehen, aber da bin ich nun mal nicht jede Woche.

Mit freundlichen Grüßen, und Waidmannsheil, Friedhelm Bode, 31. August 2005


RWS 8 mm 11,7g KS zerstört

Bockausschuß mit RWS 8 mm 11,7g KS

Fuchsausschuß mit 8 mm 11,7g RWS KS

Fuchssauschuß mit 8 mm 11,7g KS


RWS 8 mm 14,5 g KS zerstört

Bockausschuß RWS 8 mm 14,5g KS

Das zum obigen Bild passende Herz

Bockkkeulen verwüstete das RWS 8 mm 14,5 g KS

RWS 8 mm 14,5g KS wirkt schon, aber wo bleibt das gute Wildpret?


RWS 7,62 mm DK zerstört

RWS 7,62 mm 10,7g DK Rehbockeinschuß

RWS 7,62 mm DK Rehbockausschuß


RWS 9,3 mm DK zerstört

RWS 9,3 mm RWS DK Bockeinschuß tiefblatt


RWS 9,3 mm DK Rehbockausschuß. So einen großen Ausschuß sah Herr Lübbering noch nie!

Es geht doch!

Nicht leistungsgesteigertes 8 mm KJG, Ausführung 2003, rechts aus längs durchschossenemOryx

Hallo Lutz,

am Freitag war ich mit der 8x68S erfolgreich auf Damwild eingeladen, zwei Kälber auf kurze Entfernung, so 60 und 70 m. Im Anhang schicke ich Dir einige Bilder.

Kalb, 8x68S KJG, Einschuß
Damkalb, Einschuß mit dem 8x68S KJG

Kalb, 8x68S KJG Ausschuß

Damkalb, Ausschuß vom 8x68S KJG

Kalb, 8x68S KJG, ausgelöst
Der ausgelöste Rücken des Damkalbes nach 8x68S KJG-Treffer.

Ein Kalb verwertete ich selbst. Ich traf leider zu hoch. Damwild äugt sehr gut. Die Tiere hatten mich eräugt Daher mußte der Schuß schnell raus!

Nun zum ersten Stück. Der Einschuß ist von außen kaum zu sehen. Wie erwartet war bei beiden Kälbern Schnitthaar am Anschuß. Der Ausschuß war erstaunlich klein. Die Wirbelsäule war glatt durchtrennt! Nach dem aus der Decke schlagen kam am Ausschuß ein größerer Blutfleck zum Vorschein. Daß der nur äußerlich war, war aber sofort zu sehen. Erstaunt war ich dann, als der Rücken ausgelöst war. Wildbret ging nur unmittelbar im Schußkanal selbst verloren! Keinerlei Blutergüsse fanden sich im im Rücken!

Das zweite Stück schoß ich hinters Blatt. Auch dies lag im Knall. Der Einschuß ging durch eine Rippe und war ~ 2 cm im Durchmesser. Der Ausschuß wiederum durch eine Rippe und ~ 4 cm groß.

Damkalb in Decke, 8x68S KJG Ausschuß

Damkalb 8x68S KJG Ausschuß in Rippen

Damkalb in Decke, 8x68S KJG Einschuß

Damkalb 8x68S KJG-Einschuß in Rippen/p>

 

Damkalb Brustkorb von innen.

Wenn ich dann an Drückjagden denke und mir dort die Strecke ansehe, bin ich immer wieder erstaunt, wie zerschossen manche Stücke auch mit ,,schwachen" Ladungen aussehen! Ich bleibe auf jeden Fall bei der 8x68S und dem KJG! Ich brauche übrigens Nachschub.

Ein Mitjäger fragte mich nach der Jagd nach meiner Patrone. Er hatte es sich gedacht, weil er schon die 3. 8x68-Waffe führt! Er fand die Mündungsbremse interessant. Ich bot ihm einen Probeschuß an. Beim Anschlag war zu sehen, daß er die 8x68 kannte! Nach dem Schuß konnte er nicht glauben, daß eine 8x68 aus einer so leichten Waffe (R93) so angenehm zu schießen ist. Er wird sich auch eine Rückstoßbremse bauen lassen.

Viele Grüße und Waidmannsheil, Burkhard B., Dienstag, 16. Dezember 2003 18:33

LM: Wie Sie an Burkhard B.s Beitrag zur „Deutschen Magnum“, der 8x68S sehen, geht es auch anders, als mit dem schrecklichen „9,3 mm Zerstörer“.

Sie sind nicht der Erste, der sich darüber beschwert, siehe KJG-Geschichte, aber in jedem Fall der Sargnagel zu Alexander Gänslers Forderung nach mehr Pirschzeichen. Siehe Alexander Gänsler 9,3x62 mit KJG in Afrika 2004. Im übrigen gilt Verschiedene Treffer → Verschieden Wirkungen. Aber sehen Sie mal hier:

6,5-284 - Patrone mit 6,5 mm KJG

Gams mit schnellem 6,5 mm KJG

Gams mit 6,5 mm KJG aus 6,5-284

Hallo Herr Möller,

Hier noch ein Bericht für Sie. Anfang August eine passende Gamsgeis auf 125 m erlegt.6,5-284 mit mittlerweile gemessenen 1.074 m/sek (mehl bmc18). Einschuß hinter Blatt, Ausschuß durch den Oberarmknochen vor das Blatt. Geis liegt am Anschuß, Pirschzeichen vorhanden, nicht sehr viel, aber doch. Wildbret wurde komplett zerwirkt, Verlust vernachlässigbar (Bild). Keine Splitter durch das Zwerchfell, alles sauber. Bis jetzt das beste Geschoß, das ich kenne, besonders in Hinblick auf die Geschwindigkeit u. Flugbahn!

Mit Dank und Waidmannsheil Wolfgang Voglstätter, Freitag, 12. August 2005 17:05

6,5 mm KJG auf Gamsgeis, Einschuß hinter dem Blatt

6,5 mm KJG auf Gamsgeis, Ausschuß durch Oberarmknochen vor dem Blatt

vernachlässigbarer Wildpretverlust

LM: Ich habe verstanden! Es geht doch! Bisherig Nutzer der nicht leistungsgesteigerten KJG preisen KupferjagdGeschosse im Unterschied zu vorhanden BleiGeschossen oder anderen KupferGeschossenfolgendermaßen:

Flache Flugbahn

erlaubt weit draußen stehendes Wild meist ohne Haltepunktänderungen Fleck anzuhalten und ins Leben zu treffen.

Geringe Zerstörung

bei guter Wirkung durch vernünftiger KJG-Wirkungsquerschnitt gepaart mit sehr guter Tiefenwirkung bietet gutes Wildpret

Wenig Rückstoß

verhindert Mucken, erlaubt angenehm zu schießen und beruhigt zu treffen.

Die Schlußfolgerung ist, die 2005er Leistungssteigerung zurückzunehmen. Sie war ein Irrweg:

Wie ich die meisten Jäger verstehe wollen die windschnittigen KupferjagdGeschosse, die weiter tragen weiter weniger aerodynamisch gestaltete herkömmliche Geschosse tragen. Sie wollen mit KupferjagdGeschossen aus allen Patronen zwischen 6,5 und 9,3 mm sowohl weiche Rehe als auch kräftige Sauen oder große Hirsche erfolgreich bejagen, ohne die Kleinen kaputt zu schießen, oder die Großen weit flüchten zu lassen. Dabei sollen KupferjagdGeschosse auch Hindernisse (Gras, Zweig, Busch, kleinen Baum, Zaunpfahl) kurz (wenige m) vor dem Ziel durchdringen, ohne sich gleich zu zerlegen, sondern ihr Ziel wie geplant erreichen und dort wirken.

Ich war lange Zeit nur mit kleinen 6,5 mm Patronen, nämlich 6,5x65 und .260" R unterwegs. Das hat mich Großkaliber etwas vergessen lassen. Diesen Mangel abzustellen nahm ich diese Jahr zwei Heym SR 20 in 8x68S und 9,3x64 an. Seit Afrika 2005 mit 9,3x64 mit dem 2005er „9,3 mm Zerstörer“, weiß ich um zu große Wirkung. Viel kürzer als mit der lütten 6,5er in 6,5 mm Copper in Africa 2004 mit damals unter 200 ,²/s WQ flohen die Tiere heure auch nicht. Ob ein Tier nun 20 oder 40 m weit rennt, ist doch ganz gleich. Will man Schweiß, muß man nur genügend tief anhalten, damit der Schweiß aus Kammer auch gleich rauslaufen kann, um einsichtbar Spur zu erzeugen. Hohe Kammerschüsse bieten das nicht, weil erst die ganze Kammer bis zum Rand vollgeschweißt sein muß, damit der rote Saft überläuft. Um den Inhalt möglichst schnell und vollständig ablaufen zu lassen sind bei Badewannen deshalb die Stöpsel auch am tiefsten Punkt angebracht. Nur der Notüberlauf ist oben. Deshalbrate ich den Freunden der Schweißspur zum „Badewannentrick“:

Willst du eine Schweißspur bei kurzer Flucht, halte Kammer tief an!

Dabei muß man wissen, daß ins Herz getroffen Tiere fast immer sofort abgehen, zum Teil wie angestochen. Beim Lungentreffer, besonders bei weiten Schüssen, bei denen das getroffene Tier die Schmerzursache nicht auf den Schützen bezieht, rennen die Biester meist nicht so doll und so weit. Mir scheint, ein Herztreffer löst immer einen unbedingten Fluchtreflex aus, währen das bei einem Lungentreffe nicht der Fall ist.

Die Hämatombildung ist, wie nun alle wissen, von verschiedenen Faktoren abhängig, wenngleich die Geschoßgeschwindigkeit einen wichtigen Faktor darstellt. Ich kann nur sagen, daß bei den Rehen unter den Rippen teilweise erhebliche Blutergüsse sichtbar waren (siehe z.B. Fotos 21 und 26). Der Überläufer war dagegen nach dem Abschwarten völlig frei von Blutergüssen, obwohl er nach dem Schuß noch ein paar Meter gegangen ist. Die übrigen Stücke habe ich nur noch in die Wildkammer gehängt und konnte keine Aufnahmen der Ein- und Ausschüsse ohne Decke machen.

LM: Wie Sie oben bei der Gams mit schnellem 6,5 mm KJG sehen, muß Geschwindigkeit (hier mit 1.074 m/s v0 oder 980 m/s vZ) nicht notwendigerweise Blutergüsse erzeugen.

Für eine Erscheinung habe ich aber keine Erklärung. Voller Vertrauen in die Patrone habe ich bei entsprechender Auflage auf einen Bock Geschossen, der auf (später abgeschrittenen) 190 m breit vor mir stand. Auf den ersten Schuß kurzes Zeichnen, anschließend weitergeäst, 2. und 3. Schuß ohne Änderung des Haltepunktes hinter das Blatt. Keine Reaktion beim Bock! Ich habe die Waffe dann in die Ecke gestellt und nach Verschwinden des Bockes und ergebnisloser Kontrollsuche mit meinem Hund einen Probeschuß von diesem Hochsitz auf eine auf 160 m angebrachte Schußtafel abgegeben. Ergebnis waren 20 cm Tiefschuß (ohne Abweichung nach rechts oder links). Tage später habe ich diesen Bock doch noch zur Strecke gebracht. Auf Bild 27 ist der Kratzer zu sehen, den ich mit dem ersten Schuß angebracht habe. Dieser Treffersitz bestätigt meine Vermutung, daß zumindest aus meiner Waffe mit dieser KJG-Ladung keine Weitschußwaffe geworden ist. Ich war danach übrigens wieder auf dem Schießstand, wo ich keine Änderung der Treffpunktlage erkennen konnte (Hochschuß 2 cm). Sobald ich mit dem Gewehr auf einen 200 oder 300 Meter-Stand gewesen bin, melde ich natürlich die Ergebnisse.

LM: Siehe Schußtafel. Ihre Erscheinung kann ich auch gar nicht erklären. Ich bin baff. Das ist vollkommen ungewöhnlich.

Bei den nächsten Stücken habe ich aus Vorsicht dann grundsätzlich höher angehalten, was die Hochblatt-Treffer erklärt.

LM: Die Hochblatttreffer begünstigen die entstanden Verwüstungen.Blattschüsse sind mit dem KJG vollkommen unnötig. Sie bieten genügend anfänglichen Wirkungsquerschnitt, um auch bei Lungentreffernhinter das Blatt, kurze Fluchtstrecken zu gewähren. Tiefe Ausschüsse aus der Kammer gewähren hinrechend Abflußmöglichkeit für roten Schweiß auf der Fluchtfährte, wenn das Tier denn noch geht.

Auf dem Schießstand haben wir dann später die unten genannten Geschoßgeschwindigkeiten ermittelt. Gemessene Geschwindigkeit (3 m vor der Mündung, R93 Standard-Lauflänge): Ladung 3,62 g: 909 m/s Ladung 3,95g : 936 m/s Ladung 4,08 g: 941 m/s. Zur Kontrolle haben wir auch noch eine Norma-Oryx 15 Gramm mit 800 m/s gemessen. Aus meiner Sicht kann es aber doch für mich keine Lösung sein, noch mehr Geschwindigkeit (und damit auch höheren Gasdruck) zu erzielen, um die gewünschte gestreckte Flugbahn zu erreichen. Für einen Tipp an dieser Stelle wäre ich dankbar.

LM: Eine gestreckte, rasante, Flugbahn verlangt immer nach Geschwindigkeit. Je mehr, desto besser!Anders geht das nicht. Auf lange Strecken darf das Geschoß nicht zu sehr gebremst werden. Es muß seine Geschwindigkeit gegen den Wind möglichst halten. Das Maß ist ein großer ballistischer Verzögerungsbeiwert BC. KupferjagdGeschosse sind in Masse und Aerodynamik für gestreckte Flugbahnen bis unter 500 m entwickelt. Für darüber hinaus gibt es MessingsportGeschosse. Mit dem LM-105 konnte dieses Jahr der 7. Lapua Sniper Cup 2005 mit Schußweiten bis zu 750 m gewonnen werden. Das brauchen Jäger (auf Tiere) aber nicht.

Insgesamt sind die Fluchtdistanzen im Vergleich zu der vorher von mir verwendeten Norma-Vulcan bzw. Oryx nicht schlechter, allerdings auch nicht besser (wie gesagt, abschließendes Urteil erst am Ende der Jagdsaison, da ich in den letzten Jahren das meiste Wild auf Stöberjagden erlegt habe).

9,3 mm KDG nach 810 m/s schrägem Wasserbeschuß, daher asymmetrische Einwirkung

Für mich stellt sich aber schon heute die Frage, ob ich bei meinem Kaliber nicht mit dem KDG besser bedient bin. Ich habe immer einen meiner Hund dabei und kann also auch mal ein paar Meter Fluchtdistanz vertragen. Ein doppel-kaliber-großer Ausschuß, den ich von der KDG erwarte, wäre bei meiner 9,3 sicherlich groß genug, um Pirschzeichen und Schweiß zu finden.

Dazu käme der Vorteil, daß der Hülsenmund an der Rille angelegt werden könnte. Ein Problem der KJG (zumindest in meiner R93 und wohl auch in anderen Waffen mit Magazin ohne richtige Hülsenschulterabstützung) ist, daß bei den im Magazin unten liegenden Patronen die Geschosse bei jedem Schuß etwas reinrutschen, allerdings nur bis sie genau an dem nächsten Führungsband anliegen.

LM: Lesen Sie dazu bitte Krempe und sagen Ihrem Kumpel, wie de er den Hülsenmund einwürgen kann, um ein Einrutschen zu verhindern. Da klappt bei meiner gewiß leichten Büche mit ordentlichem Rückstoß, der den Magazindeckeln aufklappt, so daß ich eine afrikanische Notmaßnahme mit Draht anweden mußte, um das Aufklappen zu verhindern, siehe Umbau. Wenn dasbei einer heißgeladenen 9,3x64 geht, muß die zahmere 9,3x62 dann auch das Geschoß halten.

Die andere Frage für mich ist, ob eine geringere Geschoßgeschwindigkeit die Gefahr der Wildbretzerstörung reduziert. Ich schieße nie weiter als 200 m und brauche daher auch keine entsprechend hohen Ladungen. In Ihrer Ladungsliste zur 9,3x62 gibt es aber nur einelangsamere Ladung, d.h. unter 900 m/s.

LM: Nein. Die KupferjagdGeschosse sind auf die üblichen Patronen und Entfernungen eingestellt, darunter zu bleiben ist nicht ratsam. Wie in schlechten Beispielen in 7,62 mm Wundwirkung und in guten Beispielen in Rehwildgeschoß gezeigt, sinken bei Rehwild die Fluchtstrecken oberhalb 900 m/s vZsprunghaft ab. Daher sollen KupferjagdGeschosse mit Volldampf Geschossen werden.

Ich würde mich freuen, wenn Sie auf diese nicht ganz unkritischen Anmerkungen und Hinweise eingehen. Wenn Sie für das Veröffentlichen auf Ihrer Netzseite die Anhänge in anderen Dateiformaten (z.B. die Tabellen als Excel-Dateien) benötigen, bitte ich um Info.

Zuletzt noch eine Bitte: Ich weiß, daß Sie grundsätzlich nur Geschosse in größeren Losen abgeben, aber ich würde gern mit 20 KDG-Geschossen auf dem Schießstand herumprobieren (Präzision und Geschwindigkeit). Wäre es möglich, ausnahmsweise mal 20 oder aber zumindest deutlich weniger als die sonst üblichen 100 Geschosse zu ordern?

Mit freundlichen Grüßen und Waidmannsheil, Michael Stapp, 12. August 2005


Tag Herr Stapp,

oder besser guten Morgen. Es ist 1:12 Uhr. Danke für Ihren Bericht. Ich stelle den jetzt erst mal so ins Netz. Ein paar übrige 9,3 mm KDG bekommen Sie als Dank. Die Erklärung für die Wirkungsvorgänge steht in Wirkungsquerschnitt. Ich habe in Afrika 2005 mit der schnelleren 9,3x64 dieselben Erfahrungen auf große Tiere gemacht. Das 2005er 9,3 mm KJG wirk schlichtweg zu stark. Daher baue ich es nicht weiter, sondern nehme den Wirkungsquerschnitt wieder zurück. Das Ding war ein Monstrum und Irrweg! Die Geschwinddigkeit ist nicht die Ursache der Zerstörungen. Bestes Beispiele ist 6,5 mm KJG mit 1074 m/s auf Gams (ebenfalls von gestern). Ich setze mich später nach mal dran und erkläre etwa mehr. Jetzt will ich erst mal in Bett und schlafen.

Mfg, Lutz Möller, 13. August, 2005

p.s. Wir sprachen heute ja schon. Noch mal herzlichen Dank für Ihre Mühe. Sie hätten sich schon früher äußern sollen. Ihre Fragen sind am 13.August abends oben im Text beantwortet. Wenn Sie noch etwas wissen möchten, fragen Sie bitte.


Hallo Herr Möller,

die KDGe sind heute angekommen. Vielen Dank. Unten ist übrigens die Mail, mit der das Übel der kaputten Rehe begann . . .

Hallo Herr Möller,

die KJGe sind gestern angekommen. Vielen Dank!

Geliefert haben Sie jetzt die "alte" Ausführung mit 4 Führungsrillen. Welche Tiefe hat hier die Hohlspitze und welches Splittergewicht ist zu erwarten?

Mit freundlichen Grüßen, Michael Stapp, Donnerstag, 17. März 2005

Herr Stapp,

Sie haben bereits 2005er mit tiefere Spitze gegenüber 2004. Das eine Band macht den Kohl nicht fett. 4,9 g Splitter.

Mit freundlichen Grüßen, Lutz Möller, Donnerstag, 17. März 2005

Ich telefonierte heute ausführlich mit Herrn Bühlert.

Er bestätigte mir letztlich bestätigt, daß ich mit der 2005er-Ausführung nicht glücklich würde. Er hat die Tiefe der Bohrung nachgemessen und meinte, daß die Schlimmen eine ~ 18 mm Bohrung hätten und die Guten 10-12 mm tiefe Löcher. Als Qualitätsmaßstab für die nächsten KJG sehe ich die KDG an. Alle mit der gleichen Farbe, ohne Werkzeugspuren und völlig glatt! So hatte ich mir die ersten KJG auch gewünscht. Ich hoffe, daß Ihre neue Version auch wieder mit 4 Führungsbändern ausgestattet ist. Um den Streukreis zu verbessern, werde ich auch die Ladung verändern und die für mein Gewehr optimale Ladung ermitteln.

Sie können sicher sein, daß ich auch im September alle Erfahrungen dokumentiere und anschließend berichte. Diesmal warte ich aber nicht so lange.

Schönen Gruß, Michael Stapp, Donnerstag, 18. August 2005

Das ist Geschichte

Lieber Lutz,

Ich habe auf Deiner Seite viele Berichte über die schlimme Wirkung des KJG gesehen und gelesen (d. h. Kaputte Rehe). Leider muß auch ich dem beipflichten. Ich habe mir die 2005 laden lassen. Zur Vorgeschichte: Ich schieße eine Sauer 200 .300" Weath. Mag.. An Ladungen habe ich so ziemlich alles durch von leicht bis schwer durch. Zum Schluß war es gewöhnlich das 11,7g Ballistic Tip. und für 14,24g die Drückjagd.

LM: Für die Drückjagd verkehrt, siehe Vorhaltewinkel!

Ich glaube, es bedarf keiner Schilderung für den Schuß mit dem Ballistic Tip auf Rehwild ! Das geht einfach nicht!

Ich wollte nur ein Geschoß für alles! Der Dienst meines Patronestopfers war klasse. Vier verschiedene Lose zu versuchen, schießen gehen, beste Gruppe rückmelden und bestellen. Das hat alles super geklappt.

Dann war ich Ende 2005 auf Drückjagd in Polen. Ein Kitz wechselte über einen Weg und bekam auf ~ 60 m den Schuß auf die linke Seite kurz hinter dem Blatt. Es ging wie ein Karnickel über Kopf und mein Nachbarschütze meinte noch „Sie schießen wohl öfter! Oder? Als wir beide nach dem Treiben an das Stück traten, war ich sehr erschreckt. Auf der Ausschußseite hätte man einen Handball leicht hineinlegen können. Auch der Nachbarschütze fragte gleich nach Kal. Mun etc.

Bei schwereren Stücken ( besonders Schwarzwild) ist das Geschoß super, aber alles Rehwild ist einfach grausam, sogar schlimmer als die Ballistic Tip.

Ich muß dies leider so sagen, da ich ja gerade auch für Rehwild ein Geschoß in diesem Kaliber suchte, daß nicht so brutalist.

Viele Grüsse, Georg Stolz, 13. Juni 2007

Tag Herr Stolz,

zwei Jahre ist es her, das wie uns unterhielten. Zwei Jahre ist ebenso der Irrweg der Zerstörer her, siehe Geschichte. Dem Anfang 2005 geäußerten Wunsch nach mehr Wirkung bin ich damals nachgekommen und baute nur für ein kurze Zeit anfang 2005 die sogenannten Zerstörer. Den Irrweg konnte ich selbst den Sommer in Afrika 2005 erkennen. Der Weg war falsch. Inzwischen weis ich das. Die Kupferjagdgeschosse heute wirken anders.

Sie haben Ihre Einheitsgeschoß also schon gefunden, nämlich das

Lutz Möller KJG Geschoß mit schwarzer Kappe über Hohlspitze

Das Lutz Möller KJG Geschoß bietet dem Jäger Vorteile, insbesondere flacher Flugbahnen, größere Reichweite, somit einfacheres Zielen (binnen ± 5 cm Reichweite sorglos Fleck anzuhalten), vorherbestimmten Wirkungsquerschnitt und Tiefenwirkung bei guter Wundwirkung, ohne deshalb sonderlich Wildpret zu zerstören. Das KJG liefert auch bei schwierigen Schüssen (Weichschuß) immer gutes Wildpret.

Im Vergleich zu herkömmlichen Geschossen aus Bleikern mit Tombakmantel und besonders nicht reibungsarmen Vollgeschossen mindert es Abrieb und Laufbelastung deutlich, siehe Messungen und Lauflebensdauer. Mit meinem KJG schonen Sie ihre Waffen, brauchen weniger zu putzen!

Waidmannsheil, Lutz Möller

Blattschüsse

Hallo Lutz Möller,

wie telefonisch besprochen, schicke ich Ihnen anbei einen Bericht über den Abschuß von 6 Rehen mit Ihrem KJG. Daten zu Waffe und Rehen sowie Bilder zu den Rehen 2, 3 und 6 siehe Anhang. Nachdem ich wieder zurück von der Jagd in Ungarn sein werde, werde ich mich in KW3 telefonisch bei Ihnen melden.

Grüße, Erich Wöss, Dienstag, 6. Januar 2009 13:38

Waffe: Blaser R93 Professional, Patrone .300" WIN Mag., Lauflänge 65cm
Munition: Geschoß 7,62 mm KJG , 8 Gramm
Normal Hülse
Rottweil R903 / 4,763 Gramm
Zündhütchen WLRM (LM: unnötig stark! Siehe Zündhütchen)
Patronenlänge 84,8 mm
Gemessene V3m = 1105 m/s (chrony)

Reh Nr.1

Gewicht 11 kg, Schußentfernung 70 m, Sitz des Schusses Tiefblatt (Herz und teilw. Lunge), Einschuß sehr groß und
Brustspitze total aufgerissen, Fluchtstrecke 40 m

Reh Nr.2

Gewicht 11,8 kg, Schußentfernung 100 m, Sitz des Schusses Blattschuß leicht schräg, Einschuß größer (schräger Riß)
als Ausschuß, Fluchtstrecke 40 m

Bild 1, Reh 2 Blattschuß, Ausschuß

Bild 2, Reh 2 Blattschuß, Ausschuß

Bild 3, Reh 2 Blattschuß, Ausschuß

Bild 4, Reh 2 Blattschuß, Ausschuß

Bild 5, Reh 2 Blattschuß, Blattausschuß

Bild 6, Reh 2 Blattschuß, Ausschuß innen

Reh Nr. 3

Gewicht 16,6 kg, Schußentfernung 180 m, Sitz des Schusses Blattschuß leicht schräg, starke Blutergüsse auf der
Einschußseite, Fluchtstrecke 80 m

Bild 7, Reh 3, Blatteinschuß

Bild 8, Reh 3, Blattschuß, Ausschuß in der Decke

Bild 9, Reh 3, Blattschuß, Einschuß aus der Decke, außen

Bild 10, Reh 3, Blattschuß, Einschuß aus der Decke, außen ohne Vorderläufe

Bild 11, Reh 3, Blatteinschuß, innen

Reh Nr.4

ohne Bilder, Gewicht 11 kg, Schußentfernung 60 m, Sitz des Schusses Tiefblatt (Herz total), Ein- und Ausschuß normal, Fluchtstrecke keine

Reh Nr.5

ohne Bilder, Gewicht 11,8 kg, Schußentfernung 130 m, Sitz des Schusses Rückenschuß, Wirbelsäule durchschossen, Fluchtstrecke keine

Reh Nr.6

Gewicht 10,6 kg, Schußentfernung 100 m, Sitz des Schusses Blattschuß, beide Lungen im hinteren Bereich durchschossen, Fluchtstrecke 100 m

Bild 12, Reh 6, Einschuß in der Decke

Bild 13, Reh 6, Ausschuß in der Decke

Tag Herr Wöss,

Ihr sogenannter „Blattschuß“ vom Reh Nr. 6 ist keiner, siehe Reh!

Beim lebendigen, in natürlicher Haltung auf vier Läufen stehenden, nicht wie auf Ihren Bildern beim ¼ gedrehten toten, am Haken aufgehängten Reh, sitzt das Schulterblatt am oberen Ende der Läufe am Oberarm. Eine durchschossenes Blatt sehen Sie auf Bild 5. Klar?

Der bei Reh 6 auf den Bildern 12 und 13 gezeigte Treffer berührt weder bei Ein- noch Ausschuß die Läufe oder den Bereich darüber, da aich das Blatt befindet. Demzufolge kann das kein Blattschuß gewesen sein.Das Geschoß drang etwa in Höhe der Herzoberseite durch die Lunge, verletze vermutlich auch das Herz, wenn nicht unmittelbar, durch den Kraftstoß.

Da Sie den Begriff „Blattschuß“ ungenau gebrauchen, sind die andern Trefferangaben, sofern keine vollständigen und aussagekräftigen Bilder vorliegen, zu bezweifeln.

Wie so bekomme ich diese Bilder erst jetzt, nachdem ihr Freund, der die Rehe schoß, wenn ich mich recht erinnere, sich unzufrieden vom Geschoß abwendet. Ganz offensichtlich hat er weder Zielwahl gelesen, noch verstanden. Um am Wildpret fastschadlose Treffer anzutragen, muß er auf die Lunge halten, und zwar nur auf die Lunge halten, nicht Herz oder andere Muskeln und Knochen (beide im Blatt hinreichend vorhanden) zerstören. Muskel- und Knochentreffer, also auch Herztreffer, lösen, insbesondere bei nahen Schüssen unter 100 m, einen Fluchtreiz aus. Statt wie nach einem Lungentreffer auf große Entfernung (> 200 m) nahezu ungerührt stehen zu bleiben, weil das Reh wegen des kaum bemerkten Lungentreffers keinen Grund zu fliehen verspürt, rennen nah in Muskel oder größere Knochen als Rippen getroffenen Rehe los wie die angestochenen Schweine. Solche Fluchtstrecken müssen nicht sein.

Sein Schluß, das Geschoß bedinge das Erlebte, ist Blödsinn. Lies Bluterguß. Die Zielwahl mit Treffer und die Entfernung zum Wild bestimmen das Handeln der Rehe nach dem Treffer weit mehr als das Geschoß oder gar die Patrone.

Waidmannsheil, Lutz Möller

Streifschuß Schmalreh

Hallo Herr Möller,

hier mal ein Beispiel wie man(n) es nicht machen sollte..

Streifschuß Schmalreh außen

Streifschuß Schmalreh innen


Das Bild zeigt ein Schmalreh, beschossen mit der .308 Win. MJG. Das Stück wechselte bei einer Bewegungsjagd an und blieb hinter 2 dicken Buchen stehen, das linke Blatt war für mich allerdings gut zu erkennen. Das Reh stand leicht spitz von mir weg, muß sich im Schuß allerdings noch weiter von mir abgewendet haben, anders ist der Schußkanal nämlich nicht zu erklären.

LM: Ja, sowas geschieht!

Nach dem Schuß flüchtete das Reh ohne sicher zu zeichnen. Gefunden hat mein Hund es dann ca. 300 Meter vom Anschuß entfernt. Das erscheint zunächst als eine ungewöhnlich weite Fluchtstrecke. Beim Aufbrechen zeigte sich allerdings, es handelte sich um einen reinen Streifschuß. Das Geschoß hat die Spina scapulae (Schultergräte) zertrümmert, also den Rand des Schulterblattes, der etwas nach außen steht und hat dann im weiteren Verlauf den Träger gestreift. Die Kammer war völlig unbeschädigt, die kleinen Verletzungen der inneren Thoraxwand, die auf dem zweiten Bild zu erkennen sind, sind postmortal beim Aufbrechen entstanden.

Die vordere, obere Lungenspitze war allerding leicht eingeblutet und das Reh hat auch leicht aus dem Äser geschweißt. Ob diese, am Ende tödliche Verletzung, vielleicht doch durch einen winzigen Splitter oder nur durch den Kraftstoß entstanden ist, vermag ich nicht mit Sicherheit zu sagen.

Auf jeden Fall hat mir das MJG trotz schlechtem Treffer die Beute gesichert!

So. Jetzt muß ich Sie mal wieder nerven, wann darf ich mit fertiger Munition in .300 WSM rechnen?

LM: 2012. ehlich, ich sitze gerad eandr Buchhhlatung um das Jahr abzuschließen und werde Verbesserungen beimVersand vornehmen müssen. Das geht erst mal vor. Dnach wird es weiter gehen.

Fröhliche Festtage, Gruß O.D., Dienstag, 20. Dezember 2011 09:57

Gönne Dir MJG der Lutz Möller GmbH vom Erfinder selbst.

Du wirst kein besseres Jagdgeschoß finden.

Lutz Möller

Lutz Möllere, .de