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Zielwirkung

3. Teil

Wie muß ein Geschoß, um möglichst gut auf sein Ziel zu wirken, beschaffen sein?

Schnelle ZerlegerSplitterLangsameHohlspitzzerlegerVollmantelzerlegerTeilmantelspitzteure TeilmantelspitzTOG zerstört geteilte GeschosseDoppelkammergeschosseBlei am EndeVollgeschosse ohne BleikernKupfergeschosse verglichenFührbänder 1897Balle GPABalle GPA auf SchmalrehLapua NaturalisKupferhohlspitzjagdgeschoßLutz Möller KJG GeschoßversucheAfrika mit langsamen dicken Möller JG8 mm und 11,4 mm Möller JG verglichen

Schnelle Zerleger wirken nur flach

1,5 g Rest eines 7 g Bleigeschosses auf einen Springbock. Der Rest zerstäubte im Leib.

Ein Platzgeschoß, wie das 6,5 mm 7 g 1.050 m/s Lapua Scenar aus der 6,5 x 65 zerlegt sich binnen 1 - 2 cm 1,2 - 1,6g Rastmasse fast vollständig bis alle Wucht aufgezehrt ist, oder du bei kleinem Wild einen Ausschuß wie ein Scheunentor bekommst. Lies Bleierne Sippe und Wundwirkung. Das Platzgeschoß wirkt nur flach, dafür allerdings in die Breite, also bei Kammertreffern auf die ganze Lunge, mitsamt Herz und Gefäßen. Der Zerlegervorteil ist selbst bei nicht ganz sauber angetragenen Schüssen nicht nur eine kleinen Wundtunnel, sondern eine wesentlich größer Wundfläche nutzen zu können. Der auf 200 m ein Rehherz mit einer harten Kugel nicht treffen kann, wird mit einem Platzer, da das sich zerlegende Geschoß im Wildpret je 5 cm in alle Richtungen, in der weichen Lunge sogar noch weiter splittert, immer noch einen sicheren Schuß antragen können. Beispiel 6,5 mm 6 g VM auf 150 m mit noch 1.000 m/s dem Hirsch auf die Kammer angetragen, dringt bis in das Herz ein, aber nicht mehr heraus. Die Lunge ist durch Splitter zersiebt.

Die Zielwirkung wird bei Jagdgeschossen durch verschiedene Wirkungen erreicht.

  1. Erstens zerreißt fliegendes Blei in der bleibenden Wundhöhle Gewebe. Langsame Geschossen reißen nur ein gerader Tunnel. Teilzerleger dagegen fetzen zu dem geraden Tunnel des Restkerns noch viele straußartig auseinanderstrahlende kleine kurze Tunnelchen. Sehr schnelle Zerleger, deren Restkern nicht der Rede wert ist, platzen in den ersten 2 cm und Splitter(chen) strahlen in alle Richtungen kleine Wundtunnel, die allerdings, außer in der weichen Lunge, kaum tief eindringen.

  2. Zweitens verdrängt im elastischen Stoß die fliegende Kugel seitlich beschleunigtes Gewebe in eine kurzweiligen Wundhöhle, dehnt das Fleisch. Erst wenn die kurzweilige Wundhöhle Fleisch weiter als über den halben Leib dehnt, reißt Fleisch. Unterhalb solch starker Dehnung zieht sich Fleisch unbeschädigt wieder in seine ursprüngliche Gestalt und Lage zusammen..

Beispiel
Kitze sind neben dem Fuchs die kleinsten, weichsten Kugelziele
  1. 6 mm 4,86g HSP mit >900 m/s auf ein Kitz rissen dem Tier rechts und links fünf Rippen von der Wirbelsäule = sofort tot.

  2. Die 1.150 m/s schnelle 6,5 x 68 6g HSP auf Fasan ließ nunmehr dessen Schwanzfedern ganz. Der Fasan zerplatzte. Man soll eben nicht mit Kanonen auf Spatzen, oder der mit der 6,5 x 68 auf Fasane schießen.

Splitter

Oberhalb 900 m/s zerstiebt der Zerlegerbleikern in immer kleinere Teile. Übliche Splitter rechen von 1x1x1 mm bis 2x2x1 mm Größe, 0,1 bis 0,44g Masse. Ein Teilzerleger vergrößert seine Ø auf so 9 mm und die Fläche damit auf das 2,2-fache. Splitter vergrößern die zerstörende Angriffsfläche auf das insgesamt 3 - 5 fache. Der geringer Flächenlast wegen bremst das Fleisch die 0,01g bis 0,1 g leichten Splitter solch nach kurzem Weg, so 5 cm. Platzer erzeugen ein flache breite Wunde. Der platzende Teil der Teilmantelgeschoße sowie die reinen Zerleger, platzen bereits in den ersten 2 cm Eindringtiefe in Fleisch (oder Wasser oder Simulans Gelatine). In Fleisch ist nach wenigen cm Weg Schluß. Nur in der weichen leichten Lunge fliegen die kleinen Bleisplitter weit durch die Kammer. Man sieht es am Aufbruch im hellrosa Lungengewebe den dunkelrosa Tunneln die Lunge durchziehen.. Best auf kleines Wild, auch Reh, zu schießen. Die Zerlegung soll explosionsartig mit möglichst viele große Adern im Leib, also vorzugsweise in der Kammer, zerstören. Ein in die Kammer geschoßenes Platzgeschoß wird mit hoher Wahrscheinlichkeit Splitter durch Herz oder Schlagader schießen - eben wie ein "Innerer Schrotschuß". Also leicht anzutragen und hervorragend in der Wirkung.

Die lebenswichtigen Körperteile sind allesamt eher klein (beim Reh) Leber 5 cm (Breite), Hirn, 9 cm, Herz 7 cm, Rückrat 4 cm, wichtige Blutgefäße < 1 cm. Erst wenn man solch wichtiges Organ zerstört hat, fällt das Stück beim Zentralnerventreffer sofort um, bei Herz und Blutgefäßen sinkt der Blutdruck und die Sauerstoffversorgung des Hirnes nimmt ab => Hirntod. Leider schießen wir nicht immer so gut ein solches lebenswichtiges Teil sicher zu treffen. Bleibt der Kammerschuß. Loch in Kammer => Pneumothorax, Lunge fällt zusammen, Tier erstickt (siehe Reh mit VM). Die Kammer beim breiten Stück nun immer gut zu erkennen, sehr viel größer als alle anderen Teile und leicht zu durchschießen. Nur deshalb wird der Kammerschuß empfohlen.

Ich stelle fest mit Platzgeschoßen aller Kaliber von 5,6 über 6,2 bis 7,6 mm flüchten die Stücke keine paar Meter mehr, machen eher noch eine letzten möglicherweise unwillkürlichen) Satz, liegen dann. Ob von schnellen Platzern Getroffene sofort tot sind, wage ich zu bezweifeln. Das Hirn lebt noch mindestens 15 Sekunden weiter, aber so schnell bin ich nicht auf 200 m. Welche Wirkung der zweifellos größerer Schmerz der größeren Wunde auf das Stück und sein Lebens- und Fluchttrieb hat, bleibt unklar. Es könnte sein die Stücke mit größeren Wunden gingen eher ins Wundbett als noch weit zu flüchten.

Siehe auch Splitter und Zerleger!

Langsame flächenlastige Geschosse wirken tief

Da sich zumindest bei Pistolenschüssen auf Menschen die kurzweiligen Wundhöhlen meist unterhalb der kritischen halben Körpergröße ausdehnen, fallen sie ohne Schaden zu hinterlassen im dehnbaren Fleisch wieder zusammen. Also ist die kurzweilige Wundhöhle bei Pistolentreffern unerheblich.

Ein Geschoß fliegt durch das Fleisch gebremst weiter. Je mehr Masse die Kaliberfläche belastet, je schwerer bei einem gegeben Kaliber das Geschoß ist, je größer dessen Flächenlast ist, desto tiefer wird es eindringen. Des langsameren flächenlastigen Geschosses Stoß schiebt in der Tiefe immer noch weiter Fleisch beiseite, wenn der Zerleger längst zum kreischenden Halt kam, reißt also eine tiefe kurzweilige Wundhöhle. Die Gestalt der kurzweiligen Wundhöhle hängt also sehr wohl stark vom Geschoßaufbau ab. Hart = tief, weich = flach!

Bei Hochgeschwindigkeitsgeschoßen aus der Jagdbüchse kann allerdings das Fleisch bis es reißt überdehnt werden. Dann - und nur dann - kommt der kurzweiligen Wundhöhle eine schädigende Wirkung zu. Leider werden beide Fälle oft nicht unterschieden und zusammenhanglos zitiert, so das man leicht verwirrt werden kann.

Hohlspitz- und spitze Teilmantelzerleger

Das für kleine Tiere vorzüglich geeignete Hornady V-Max im (links mit roter Plastespitze im Schnitt und Molydänsulfid beschichte daneben), weist einen dünnen Mantel sowie eine windschlüpfrige Plastespitze auf. Das Hohlspitzgeschoß platzt schon bei geringen Geschwindigkeiten im Ziel, ist also für Wild bis Rehgröße sehr gut geeignet. Tiefenwirkung ist nicht zu erwarten. In der Mitte das Nosler 6 mm Varmint wirkt ganz ähnlich. Der dickere Boden läßt noch höhere Gasdrücke zu. Rechts auf der Seite neben dem Bock außen klein, aber ebenso gut das 6 mm Sierra Blitzking. Auch hier ist ein dünner Mantel, windschlüpfrige Gestalt mit Bootsheck wesentlich. Nur ließ man hier die Hohlspitze mit Plasteeinsatz fort. Daher kosten derlei Geschosse nur halb so viel, wie nebenstehende aufwendigere Aufbau. Rechts ist ein typischer Platzer nach getaner Arbeit auf 200 m im spitze stehenden Reh zu sehen. Sonst wäre der Geschoßrest ausgetreten. Die Narben im Bleibug stamme wahrscheinlich von Knochen (Rippen). Besonders interessant dürfte der Anblich von hinten sein. Der Mantel pellt sich immer weiter ab und krempelt sich zum Schluß sogar um das Heck herum. Der Mantel und das Blei sind nur locker ineinander gesteckt. Das zeigt die seitlich abreißende Strömung deutlich.

Schnelle Zerleger

Hornady V-Max Schnittbild

Nosler 6 mm Varmint Ballistic Tip

Rehbock

Sierra 6 mm 5,2g Blitz

Hornady V-Max

Nosler BT Varmint

Rehbock

Sierra Blitzking

Jedes über 150 m/s Zielgeschwindigkeit schnelle Geschoß stößt im Ziel Fleisch beiseite, so daß nur der Bug benetzt ist. Die Geschoßseiten berühren das Fleisch schon gar nicht mehr. Hinter dem Bug ist es von Wasserdampf umhüllt, dessen Druck unterhalb Atmosphärendruck liegt. An der Spitze steht voller Staudruck an. An den Seiten ist der Druck dagegen zu vernachlässigen. Hohlspitzgeschosse, ganz gleich ob mit Plasteeinsatz oder ohne, erlauben dem sehr hohen Spitzenstaudruck nun ohne festen Werkstoff scheren zu müssen, in die Geschoßtiefe vorzudringen. Dann steht in der Geschoßtiefe gegen zu vernachlässigenden Außendruck der volle Spitzendruck an. Der hohe Druck, drückt nur die Sitze auseinander. Das Geschoß pilzt im Ziel auf. Bei dünmanteligen Bleigeschossen, so wie oben dargestellt, platzen die Spitzen in sandkorngroße Splitter. Treffen dagegen Kupferhohlspitzjagdgeschosse auf, verhindert die gegenüber Blei mehrfach größer Reißfestigkeit des Kupfers großartige Splitter zu verspritzen. Während schnelle weiche Hohlspitzgeschosse, wie das 6,5 mm 7g Lapua Scenar aus der 6,5x65 mit über 1.000 m/s abgefeuert bei Treffern zwischen 5 und 6 g Splitter abgeben, so daß die Restmassen nur noch 1,2 - 1,6g betragen und die Tiefenwirkung kaum 6 cm übersteigt, lassen sich mit Kupferhohlspitzjagdgeschossen, die sich auch bei hohen Zielgeschwindigkeiten nicht zerlegen, größere Eindringtiefen, erreichen.

Vollmantelzerleger

M855 5.56mm NATO wound
  • Die Wundhöhle des 3,6g Stahlkern VMS Bootsheck 5,6 mm NATO Geschoß bei > 925 m/s . Bei der Schnelle platzen eben auch Stahlkern VM. Allerdings nicht sofort, wie TMS oder HSP-TMS, sondern erst nach etwa 9 cm, nachdem sich das Geschoß drehte und dann an der Krempe riß.
  • Das ursprüngliche, leichtere 3,6g M193 erzeugt eine gleichartige Wundhöhle, jedoch mit längerem Tunnel und leicht kleineren Wundhöhlen.
  • Oberhalb 820 m/s brechen beide obige VMS Geschosse brechen an der Krempe.
  • Unterhalb 820 m/s taumeln die Geschosse ohne sich zu zerlegen wie die olle 9,45g 7,62x51 mm M80 Nato Munition.
  • Merke: Auch VM zerlegen sich, wenn sie schnell genug sind.


Von: KillKess@aol.com [mailto:KillKess@aol.com] Gesendet: Freitag, 1. Februar 2002 20:32 An: Betreff: Wundbildung des M855

Moin, Moin,

Ich finde erstaunlich, wie wenig selbst Soldaten und ausgebildete Sanitäter über dies Thema wissen. Mein Sitznachbar in der Uni (Ausbildung als Sani in Munster) hat in seiner Ausbildung nichts gelernt, wie sich schnelle Vollmantelgeschoße wie etwa 5,56 im Zielmedium (Blödes Wort für die Sache) verhalten. Der dachte sie würden einfach an der anderen Seite wieder austreten. Oder das leidige Thema der deutschen 7,62 und Genfer-Konvention. Wenn ich mir z.B. die Wundbildung der M855 angucke, verstehe ich nicht, wie es zur ,,Abspaltung“ der ,,detached muscles“ kommt. Wie sich die Wundhöhle bildet ist schon klar, aber wie können dabei diese Muskelfragment entstehen?

Gruß Kilian Keßler

Das 4g Stahlkern VMS Bootsheck 5,6 mm M855 NATO Geschoß fliegt bei 925 m/s im Ziel noch etwa 9 cm stabil weiter, bevor sich das Geschoß dreht und zerlegt. Muskeln lassen sich nur ein gewisses Maß heil strecken. wird die Streckgrenze überschritten, reißen sie. Das Geschoß erzeugt vorn bei 925 m/s 4278 bar Staudruck, der bis zur Seite auf unter 1 bar abfällt, genau bis zum Wasserdampfdruck der kurzweiligen Wundhöhle. Die hemmenden Muskeln werden mit entsprechender Kraft in all Richtungen von vorn bis seitlich weggestoßen. Im inneren Bereich der Wundröhre zerreißen Muskeln im in elastischen Stoß, der mechanische Energie verzehrt. Im äußeren Bereich der kurzweiligen Wundhöhle ist der Stoß elastisch. Mechanische Energie bleibt dabei zunächst erhalten. Die vom Staudruck beschleunigten schweren Muskeln dehnen sich, zeihen sich dann wieder zusammen, klatschen aneinander, prallen wieder ab, usw. usf. Innere Reibung dämpft diese Schwingungen, bis sie aufhören und die Wundhöhle in ihre endliche Gestallt zusammengefallen ist. Die eingetragen kinetische Energie leitete also Spannarbeit, Zerreißarbeit und verliert sich in der inneren Reibung in Wärme. Dir Temperaturerhöhung ist unwesentlich. Die Frage, warum nun an welcher Stelle dieser oder jener Splitter einen größeren oder kleineren Fetzen Muskel abreißt ist nicht allgemein zu beantworten. Kleine Ungleichmäßigkeiten im Geschoß und größere Ungleichmäßigkeiten im Muskel, insbesondere feste Bindehäute und noch festere Sehnen oder auch sehr dehnbare Gefäße, bestimmen die Zerstörung in Kleinen.

Sandkorngroße Bleisplitter durchdringen etwa noch 5 cm Fleisch und eine ganze Rehlunge, also 15 cm oder mehr. Blei ist bei den großen Kräften weniger als zusammenhaltender Festkörper, sondern mehr als schwere Flüssigkeit aufzufassen. Ein Mantel aus 0,6mm dickes Tombak- oder Weicheisenblech hält derlei Kräften ebenfalls nicht stand und platzt in einige Quadratmillimeter große Fetzen, die mangels Masse wenig eindringen. Der ganze Vorgang ist in der Bleiernen Sippe anschaulich beschrieben und im Rehwildgeschoß praktisch umgesetzt. Trift ein schnelles 6 mm Geschoß ein Kitz auf die Leber, dehnt sich die Wundhöhle kurzweilig so aus, daß dem Kitz die Rippen vom Rückrat reißen. Bei großen Geschwindigkeiten ist die Geschoßkonstruktion aller Bleigeschoße mit Mantel gleichgültig, weil alle Flitzer platzen. Kurze Geschosse, die üblicherweise in kleinen 5,6 - 6 mm Kalibern zu finden sind platzen bis auf eine kleinen linsenförmigen Rest. Längere Geschosse, die sich nur aus größeren Kalibern verschießen lassen, zeigen eher größere Restkörper, wie unten bei Teilmantelspitz. Bei Knochentreffern zerlegen die sich auch ganz.


Teilmantelspitz


Teilmantelgeschosse für mittlerer bis hohe Schnellen, die sich nicht ganz zerlegen sollen.

Sierra Game King

dünnmantelig:
Sierra Gameking

Sako Super HammerheadBild rechts: Kräftig gebautes Sako Superhammerhead. Dagegen dünnmanteligen TM wie Sierra Gameking können auf kleines Wild (Fuchs, Reh) schnell geschoßen werden. Für größeres Wild müssen die Mäntel, wie beim Sako Superhammerhead oder Lapua Mega kräftiger gebaut sein. Zerlegen sich weiche Geschosse teils, verzehrt der Vorgang oft ~ 40% Masse und ~ 30% Engerie. Also dringt der Geschoßrest nicht mehr tief ein. Der Mantelaufbau, insbesondere Dicke und Festigkeit steuern die Geschoßzerlegungsbereitschaft in einem gewissen meist engen Geschwindigkeitsbereich. Die Splitterwirkung weicher TMS oder HSP in der Kammer schädigen die Lunge großflächig. Das Geschoßgewicht und die Geschwindigkeit müssen auf das zu bejagende Wild abgestimmt werden. Großes Wild benötigt härtere Geschosse (Kupfer). Teilmantelgeschoße fliegen im Wildleib schulterstabilisiert, sind also, ganz anders als taumelnde VM-Militärgeschoße, lagestabil.

Die beste Wirkung im Wildkörper wäre

  • Beim Auftreffen: Vorderteil platz wie ein Zerleger

  • Im Leib: Der Geschoßrest pilzt auf, vergrößert die Bugfläche und damit den Widerstand sowie den Wundtunnel

  • Zuletzt: Der Geschoßrest sollte so schwer und schnell sein, daß gerade noch ein Ausschuß entsteht, ohne viel Restenergie an die Botanik zu verschwenden. Auf mittleres bis großes Wild einzusetzen, Hirsch u. ähnl. Kaliber 7 mm bis 9,5 mm

teure Teilmantelspitz

Hornady Interlock aufgepilzte Hornady Interlock

Das Hornady Interlock soll durch seinen besonderen Aufbau in einem breiteren Geschwindigkeitsbereich einerseits wie ein gewöhnlichen TMS aufpilzen,

andererseits aber bei höheren Geschwindigkeiten nicht ganz zerplatzen.
etwas teuer gibt es das auch mit Plastespitze als SST, dem Nosler Ballistic Tip ähnlich.

So schön die Bilder sind, so täuschen sie doch über die Tatsache hinweg das die angemessene Gewichtswahl in einer Patrone für das zu beschießende Wild wichtiger als der Geschoßaufbau ist.

Hier siehst du Wundhöhlenzeichnungen. Die Geschosse werden in 10%ige Gelatineblöcke bei 4°C geschoßen. Derartige Gelatine verhält sich ähnlich wie Fleisch. Es bildet sich eine kurzweilige Wundhöhle (temporary cavity) durch beiseite gestoßene Fleisch. Nachdem die elastische Gelatine wieder in sich zusammen- gefallen ist, bleibt ein dauerhafte Wundhöhle zurück

Unten eine Wundhöhle einer Winchester .30-06 9,7g TMS bei 890 m/s

.30-06 150gr (24k jpg)

Eine typische Wundhöhle eines gewöhnlichen TMS. Mehr können die "Wunderwaffen" aus der Werbung auch nicht! (sie kosten nur mehr!)

14,5 g Hornady Interlock 8,5 mm TMS aus 8,5x64 aus Bison geborgen.

Seite, Boden, links Restmasse 8,7g = -40%, rechts 9,5 g = -35%, Ø um 15 mm

links mit Knochenberührung, rechts weicher Treffer

Tiefenwirkungen

Patrone Geschoß V50
[m/s]
Bugbreite im Ziel
[Kaliber]
Splitterverlust
[g]
Eindringtiefe [cm]
Masse [g] Art Flächenlast
[g/cm²]
Fleisch Knochen
8x57IS 12,7 TMR 23,9 682 2 4,2 18,6 3,7
8x64S 12,7 TIG 800 2 19,5 4,0
11,0 Kupfer 20,8 862 1 1,3 95,0 17,0
8,5x64 14,5 TMS 25,0 850 2 4,9 - 5,7 21 4,5
13,5 Kupfer 23,3 870 1 1,5 109 19
9,3x62 19,0 TUG 27,9 710 2 4,0 29,4 5,0
12,0 Kupfer 17,7 867 1 2,3 76,0 14,0
16,0 23,5 750 1 100,0 17,2

einen weiterer Vergleich findet sich bei der 9,3x74R.

Hallo Herr Möller,

Haben Sie eigentlich auch jagdliche Erfahrung mit Hornady Interlock bzw. PMP ProAmm Geschosse? Ich möchte mit meiner .308" Win (ich kenne Ihre Meinung dazu) und einem 900 m/s schnellen 9,7g Interlock oder PMP ProAmm Geschoß auf die Jagd?

Grüße und Dank im Voraus, Harald Humenberger, Sonntag, 26. Dezember 2004 14:57

Herr Humenberger,

teure Teilmantelspitz, sind oft nicht besser als billige. Ein teilzerlegendes TMS aus der .308" Win dringt vielicht 20 cm ein, während schon das 5,6 mm Lutz Möller KJG Geschoß mit nur 3 g aus der lütten .222" Rem. Tiere einen halben Meter durchbohrt, siehe Warzenkeiler mit .222" Rem. ff. Sie machen also viel Lärm und Rückstoß für wenig Wirkung. Sicher können Sie mit der gewählten Patrone und Geschoß Tiere töten, aber es geht wesentliche angenehmer und wirksamer mit Kupferjagdgeschossen.

Waidmanns heil, Lutz Möller,

TOG zerstört

Tach Herr Möller,

ich las in den letzten tagen locker 20 Stunden in Ihrem Netzplatz. Da wird viel über die Geschosse CDP, TM, TMS und TIG sowie TUG und deren Schwächen im Vergleich zum Möller JG geschrieben. Wie verhält sich gegenüber dem Möller JG im Vergleich das Brenneke TOG, denn dies soll laut Werbung ja eine sehr ähnliche Verwendbarkeit aufwarten. Von groß bis klein. Also im Gegensatz zu TIG und TUG fast universell sein. Jedoch gibt die Werbung, Brenneke keinerlei Auskunft über ein genaues Wie und Warum.

LM: Na sehen Sie!

Da es Ihren Ausführungen nach schließlich mehr auf das Geschoß als das reine Kaliber, die Patrone ankommt, würde ich Ihre Meinung dazu gern wissen. Durch Ihre vorherigen Antworten bin ich darin bestärkt mir, je nachdem was für eine Waffe ich mir als Jungjäger leisten kann, entweder einen Repetierer in 8*57IS oder 8*68S als Einheitswaffe zu nutzen.

Mit freundlichen Grüßen, Martin S., Mittwoch, 31. Januar 2007 17:49

Martin,

Langsame Bleigeschosse wirken zu wenig, aber schnelle Bleigeschosse wirken zu stark. Das Brenneke TOG ist auch nur ein teures Teilmantelbleigeschoß. Mehr können die eben nicht.

Gruß Lutz

Hallo,

ich habe in den letzten 4 Wochen 2 Sauen zerwirkt, die mit einer .30" R Blaser und TOG zur Strecke gebracht worden. Die Tötungswirkung scheint ja gut sein, aber die Wildbretvernichtung ist enorm! Die Geschosse zerlegen sich beim Einschuß auf eine Rippe und verwandelt das gegenüberliegende Wildbret in „Einzelteile”. Beim der zweiten Sau ist das Geschoß regelrecht explodiert und hat nur Müll hinterlassen. Die Schüsse waren zwar nicht einwandfrei, sondern schräg angetragen, von dem Geschoß ist abzuraten.
Für das Geld ....taugt nichts.

Gruß Hallimasch , 21. März 2005 20:52

Geteilte Geschosse

Es gibt als verfeinerte TM noch besonders geteilte Geschosse, die aber nach wie vor vorn weich sind:

Das RWS Kegelspitzgeschoß (KS) zeigt einen hinten dicken, festen dagegen vorn dünnen, weichen Mantel. Bei mittleren Schnellen sollen sowohl der Bug splittern und pilzen, als auch das Heck ausschießen. Das KS ist als weich zu bezeichnen.
Der Mantel des RWS Kupferhohlspitz H-Mantel ist in der Mitte eingeschnürt. Das H-Mantel ist Stammvater aller Steg- und Doppelkammergeschoße. Der Bug platzt bis zur Einschnürung. Das Heck fliegt bei den mäßigen Schnellen der Werkspatronen unverändert, ohne groß aufzupilzen weiter, schießt ohne großen Ausschuß aus.
Das Brenneke Torpedo-Universal-Geschoß (TIG) mit Flußeisenmantel weist zwei Bleikerne unterschiedlicher Härte auf. Ein 9,7g TIG aus der .30-06 Sprg. auf einen 121 kg Keiler auf die Kammer geschossen, ließ nach 70 m ohne Ausschuß zur Strecke kommen. Der Geschoßrest steckte gegenüber dem Einschuß inwärts des Vorderlaufes.
Das Brenneke Torpedo-Universal-Geschoß (TUG) weist gegenüber dem TIG eine größeren hinteren härteren Kern auf.

Des RWS Doppelkerngeschosses (DK) vorderer weicher Geschoßteil soll sich zerlegt, splittern Der ummantelte hintere Geschoßteil soll dann für den Ausschuß sorgen.

Wechsel vom CDP zum TUG; .300 Win. Mag.

Sehr geehrter Herr Möller

Vielleicht mögen Sie sich noch an unsere Diskussionen via e-mail und Telefon bezüglich CDP-Geschossen und meinen schlechten Erfahrungen mit diesem Geschoß im Februar 2003 erinnern. Diverse Jagden in Ungarn; kaum Zeichnen des Wildes nach guten Schüssen, kein Schweiß am Anschuß und erst wenig Schweiß nach 15-20 Meter vom Anschuß entfernt usw. usf. Ich war damals der Meinung, das CDP sei schlicht weg viel zu hart.

Inzwischen habe ich auf Ihr Anraten hin auf das TUG umgestellt und seither 13 Rot-, Schwarz- und Rehwild erlegt. (Rehböcke sind in Ungarn ab dem 15.4. jagdbar. Kälber und Schmaltiere in gewissen Regionen ganzjährig.) Ich bin von dem TUG bis jetzt absolut begeistert. Endlich Schweiß, Schweiß und nochmals Schweiß! Meistens schnelles Verenden am Anschuß. Kaum Fluchten und unnötiges Leiden des beschossenen Wildes. Hervorragend! Besten Dank für Ihre diversen Ratschläge.

Mit Weidmannsgruß, Daniel Hess, VEPAR Jagdreisen

Würdigung

Wenn das KS angeblich bereits all das tut, was sich ein Jäger wünscht (Ich wünsche mir windschlüpfrige Geschoßgestalten, wie die Lapua Scenar. Aber die bietet RWS nicht, da die wohl meinen der deutsche Jäger schieße nur auf 70 bis 150m, selten weiter), was sollen dann die ganzen hochkomplizierten teuren Kugeln noch mehr nützen? Der Käufer glauben, er könne ein etwas breiteres Geschwindigkeitsband nützen, als auch kleinere und größer Tiere mit der selben Kugel schießen. Daraus wird nichts! Die häufigste vorkommenden Wildarten Reh und Sau sind zu unterschiedlich um mit derselben Kugel mit Ausschuß bejagt zu werden. Die für das leichte Reh weich ansprechende Kugel (z. B aus der 5,6x50 Magnum, Kammertreffer < 30 m Flucht) wird in der größeren breiteren Sau (Wenn es nicht gerade ein kleiner 10 kg Frischling ist) platzen und stecken bleiben. Das dicke 14,5g 8 mm Geschoß für grobe Sauen und Hirsche aus der 8 x 68S wird im Reh kaum platzen, also wird das in die Kammer getroffene Reh (ohne Herztreffer) trotz Ausschuß 100m weit flüchten, während es mit einem leichten Platzer keine 30 m weit kommt. Beim Abendansitz in der Dämmerung sind die 70 m weniger Flucht oft gerader der Abstand zur Waldkante. Ist das Stück erst im Wald verschwunden findet man es, nachdem die Dämmerung in die Nacht sank, ohne Hund nicht mehr.

Guten Tag, ich möchte gern wissen,

Mit freundlichen Grüßen
Lutz Möller

Sehr geehrter Herr Möller,

vielen Dank für Ihre e-mail. Zu Ihren Fragen:

Guten Rutsch ins Neue Jahr und Waidmannsheil
Dr. Peter Mank
BRENNEKE GMBH, Langenhagen

Hi knight,

ich denke mit dem TIG ist das so, wie mit vielen anderen Jagdgeschossen: Die Einen schwören darauf, die Anderen verteufeln es. Ich kann daher nur aus eigener (leidvoller) Erfahrung berichten. Ich habe das TIG aus der 7x64 (10,5g), .308"Win (9,7g), .30-06 (9,7g) und der 8x57IS (12,8g) auf Schalenwild eingesetzt und insgesamt keine guten Erfahrungen gemacht. Das TIG ist vom konstruktiven Aufbau meiner Meinung nach zu weich. Ich habe selbst bei schwachen Stücken (Rehwild, Damkälber, Frischlinge <15kg) bei mehr als der Hälfte aller beschossenen Stücke keinen Ausschuß gehabt (Schußentfernungen zwischen 30 und 200m), dafür aber extreme Wildbretverluste. Die Geschosse waren in allen Fällen Totalzerleger, Mantel-Kerntrennung ist eher die Regel als die Ausnahme. In einem Fall mußte ein 13kg-Frischling komplett verworfen werden, da der komplette Wildkörper bis in die Muskelpartien von Träger, Rücken und Keulen mit Mantel- und Kernsplittern übersäht war. Das Geschoß hat allerdings auch zwei wesentliche gute Eigenschaften, die von den Befürwortern immer wieder besonders hervorgehoben werden: Es schießt durch die langen Führungsflächen (siehe auch TUG) sehr präzise und bei ordentlichem Treffersitz liegt das Wild fast immer im Feuer, es gibt nur wenige Totfluchten, das Stück liegt aber immer in Sichtweite vom Anschuß. Ich selbst bevorzuge das TUG, das aber leider in den 7- und 8mm-Kalibern nicht hergestellt wird.

So long und WaiHei, CM

TUG-Schrott auf 100 m auf einen Termitenhügel

Obiger Schrott sprach nicht gleichmäßig an, wie am an der Vorderseite sieht. Das Geschoß kann so nicht schulterstablil fliegen. Der Rost zeigt den Flußeisenmantel an. Die Vernickelung ist, anders als Kupfer, schlecht aus dem Lauf zu entfernen, siehe Reinigen.

Doppelkammergeschosse

Ich verschieße .270" W. Federal Premium mit 9,7 Gramm Nosler Partition. Erlegt habe damit Schwarzwild, Rehwild und Rotwild. Schwierigkeiten gab's bisher keine damit, nur die weiche Geschoßspitze des Partition ist etwas lästig.

Wildschütz, 8. Februar 2005 23:16

http://www.fipbullet.com/ FIP-Geschosse sollen demnächst besprochen werden. Ein Blick lohnt sich schon jetzt. Dank Jörg Schollasch für den Hinweis.

RWS Doppelkern (DK)

7,62 mm 10,7 g RWS DK in 100 m auf Fuchs

Moin Herr Möller,

ich habe noch ein Bild für Sie, bezüglich RWS DK (10,7 Gramm). Es wurde aus einer .30-06 (Heym SR30, Keilerbüchse) mit 58er Lauf auf 100 m verschossen. Die Auswirkungen sind ja zu sehen! Der Einschuß war hinter dem Blatt, die Kreatur stand nicht ganz gerade, daher liegt der Ausschuß weiter hinten.

Waidmannsheil, Lukas Abts, Samstag, 28. Januar 2006 19:06

RWS DK Bock

Hallo Herr Möller.

Anbei sende ich Ihnen ein Bild von einem Bock, den ich Ende Juli im Hunsrück streckte.

RWS DK Bock

In Ermangelung eines RCBS-Möller JG-Setzers verschieße ich derzeit die RWS-geladenen Doppelkern aus der 7x64. Den Bock beschoß ich auf etwa 15 m leicht spitz von vorne, ohne Hindernis. Das Ergebnis ist ein riesiger Krater im nicht mehr verwertbaren Blatt. Es gab keinen Ausschuß, aber auch keine Flucht. So etwas habe ich so noch nie erlebt und möchte es auch nicht mehr. Nicht auszudenken was bei stärkerem Wild passiert wäre... Mein Fazit: RWS-Munition ist wieder einmal mangelhaft. Ich habe vorher mit KS und TIG die tollsten Dinger erlebt, und somit für mich jagdlich unbrauchbar. Möller JG sonst nichts!

Wann darf ich mit dem vereinbarten RCBS-Möller JG-Setzstempel rechnen?

LM: Ist beauftragt. Ich warte Auf Lieferung.!

Die Möller JG, zur Zeit noch in der Verpackung, würde ich gerne verladen, damit die Waffe „wieder brauchbar“ wird.

Mit freundlichen Grüßen, Martin K. (Bitte keinen Namen zu veröffentlichen) Montag, 6. August 2007 23:31

Tag Martin,

wie die 7x64 mit einem vernünftigen Geschoß mittleres Wild beim Leberknotenschuß aussehen läßt, steht in Roibock. wie man mit unsere guten alten 7x64 mit dem passenden Geschoß große Tiere ganz prima fängt steht in 7x64 in Afrika '07. Der Schütze ist der wichtigste Mann am Rohr, aber das Geschoß bestimmt dann das Geschehen - nicht die Patrone. das bedenken leider noch zu wenig Jäger.

Waidmannsheil, Lutz Möller, 6.August 2007,

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Swift A Frame Werbung sieht oben so aus!

CDP CDP 1. CDP 2. CDP 3. CDP 4.
Die Thuner CDP Werbung, nur weniger marktschreierisch. ist ähnlich.

Sieht schön aus, oder? Ein Wunder - wäre es, wenn gerade in diesem Fall die Werbung der nutzbaren Wahrheit entspräche, oder?

Beginnen wir mit der Glaubwürdigkeit. Die links stehende Zeitschriftenwerbung verspricht 'Der Querträger ... verhindert eine zu große Aufpilzung, auf mehr als das doppelte Kaliber.' Wenn ich mit meinem Maßstab die Bildchen ausmesse, komme ich zum Verhältnis 15/6 = 2,5 und nicht, kleiner 2! Die Aussage stimmt schon mal nicht.

Das Swift-Geschoß weist eine offene Bleispitze aus; ist ein TM; wird im Ziel, wie die Zwergenreihe unten glaubhaft darstellt, aufpilzen. Gut!

Weiter soll das Geschoß eine hohen Widerstandsbeiwert (= gut) aufweisen. So ein Käse. Das Geschoß ist erstens vorn platt = schlecht für hohe Schnelle. Das Heck ist zweitens flach = schlecht für langsamen Flug. Also ist die Luftwiderstandsaussage falsch. Dagegen sehe man sich mal die Lapua Scenar oder Sierra GameKing an. Die sind windschlüpfrig!

Der Reinbleikern ist mit dem Mantel verlötet, sagt die Werbung. Na und. Wozu? Kostet Geld und nützt nichts. Der gestaltschlüssige Bleikern fällt nicht einfach vorn heraus. Im Ziel bremst der Staudruck von vorn. Achterwärts schiebt dagegen die schnelle träge Masse. Also wird das Ding gestaucht. Dann fällt auch nichts raus! Der einzig sinnvolle Grund den Kern mit dem Mantel fest zu verbinden ist einen untermaßigen Kern beim Beschleunigen im Drall festzuhalten. Der Genauigkeitsgewinn kann nicht geleugnet werden. Von vornherein kein untermaßigen Bleikerne zu verwenden wäre hingegen noch besser. Also werden ggf nur hausgemachte Schwierigkeiten übertüncht. Preßt den Kern besser gleich leicht übermaßig ein, stoßt ihn fest in den Mantel, dann muß nicht gesondert teuer gelötet werden. (Gilt auch für überflüssige Remington CoreLockt).

Was soll nun der besonders teure und augenfällige Quersteg, nach des 'H' oder 'A' Querstrich das Ding geheißen ward? Die Behauptung der Werbung ist bereits als zumindest ungenau entlarvt. Ist sie deshalb völliger Dummfug? Sind die Kugel- gleich den Waschmittelfritzen nur aus uns dummen Jägern irgend ein teures Zeug aufzuschwatzen, um unser Geld einstecken zu können? Obwohl es gelegentlich so scheint, ist in dem anscheinenden Wunsch, die Aufpilzung in gewissen Fällen nicht zu weit fortschreiten zu lassen, Sinn eingewoben. Der Sinn des Steges liegt in gewünschter Eindringtiefe.

Nun dringen ganz einfache Geschosse hoher Flächenlast von selbst tief ein. Man wähle nur im jeweiligen Kaliber ein schweres Geschoß. Das fliegt langsamer, zerplatzt also wegen geringerer Staudrücke sowieso nicht so doll; bringt zudem die notwendige, für tiefes Eindringen bürgende, Flächenlast mit.

Bei Knochentreffern wäre ein fester Steg gut. Der müßte allerdings nicht so weit hinten sondern vorn liegen, um ohne Masse und Flächenlastverlust, dem harten scherfesten Knochen ein Loch zu stanzen.

Doppelkammergeschoße obiger Bauart könnten zwar besser gebaut sein, bieten aber gegenüber gleichgroßen Teilmantelgeschossen größere Tiefenwirkung und eignen sich für einen größeren Zielgeschwindigkeitsbereich.


Hallo Herr Möller,

ich beschoß am Mittwoch mit meiner .308" Win. aus der R 93 mit 10,7 g Nosler Partition eine Sau. Die Sau konnte nicht gefunden werden. Ich war sicher drauf, die Entfernung betrug 75 m. Wir konnten keinen Schweiß und auch keinen Kugelriß finden. Ist das Geschoß ev. zu weich. Ich dachte es sei recht hart?

Noch eine Frage zu ihren Kupferjagdgeschossen - ich darf sie zu ihrem Patent beglückwünschen! Sind die Geschosse durch das niedrigere spez. Gewicht mit Blei verglichen recht lang? Welches Geschoßgewicht ist bei .308" Win noch möglich? Ich hörte mal bis zum 4 -fachen Kaliberdurchmesser sei möglich; ab da fliege das Geschoß nicht mehr stabil.

Welches der genannten Geschosse ist am härtesten.

Danke im voraus. MfG aus Dachau, Bernhard Räpple, Sonntag, 4. April 2004 15:45

Herr Räpples,

ein Nosler Partition ist ein Doppelkammergeschoß mit geradem Mittelsteg, wie das Swift-A, nur dünnwandiger und weicher. Der Vorderteil entspricht einem Teilmantelspitzbleigeschoß. Die sind nun mal weich und splittern im Ziel und der Rest plattet auf etwa doppeltes Kaliber auf. Dadurch sinkt die Flächenlast von anfangs 22,3 g/cm² nach 4 g Splittern und bei doppeltem Kaliber auf 3,5g /cm². Das ergäbe dann bei Fleisch nur noch 17,2 cm Eindringtiefe. Mir selbst sind schon 11g Geco TMR auf 23 kg Frischlinge stecken geblieben. Wenn die Sau also noch etwa feist war und mindestens eine Rippe im Weg war und Sie nicht millimetergenau quer durch weiche Kammer schossen, da ist das schlechte Ergebnis also kein Wunder.

7,62 mm Möller JG alt aus .308" Win. nach etwa 1 m Weg durch einen Hirsch in seitlicher und Vorderansicht, siehe Kupferwinter 03

Die Kupferjagdgeschosse verlieren weniger Masse und pilzen nicht auf, siehe oben, dringen also sehr viel tiefer und schießen also sicher aus.

Die Möller JG-Länge ist bei den einzelnen Jagdpatronen angegeben. Ich mache die immer etwas leichter, um die für flache Flugbahnen notwendige Geschwindigkeit zu ermöglichen. Da die Eindringtiefe immer ausreicht, stellt das von daher kein Nachteil dar. Zur Stabilisierung lesen Sie bitte Drallstabiles Langeschoß. Vermutlich werde ich demnächst noch ein 11g 7,62 mm Lutz Möller KJG Geschoß für 254 mm Drallänge bauen, daß dann allerdings aus den 305 mm Drall ihrer .308" Win nicht stabil fliegen wird. Für Sie ist das 9 g richtig. Das 8,8 g Möller JG nahm ich vom Markt, weil die Skandinavier 9 g auf Elch vorschreiben und dort viel .308" Win geführt wird. Das wird also die skandinavische Elchkugel!

Mit freundlichen Grüßen, Lutz Möller, Sonntag, den 4. April 2004,

Bleigeschosse sind beim Elch am Ende

Das historisch gewachsene gezogene Gewehr, wie von Friedrich Engels Mitte des 19ten Jahrhunderts beschrieben, vorrangig militärisch eingesetzt nutzte, wie in glattläufigen Buchsen bisher üblich, zunächst Bleirundkugeln, dann wie rechts im Bild in gezogenen Läufen längliche Bleirundkopfgeschoße, wie hier im Gewehr M/71aus Schwarzpulverpatronen geschossen. Mit etwa 400 m/s V0 war darin Blei auf all Ziele noch brauchbar. Als dann in der Patrone 88 die Nitropulver von Alfred Nobel aus Dünaberg bei Hamburg und anderen Herstellern aus Rottweil, oder http://www.nobelsport.snpe.fr/gb/PAGES/frame_h.htm Henri Braconnot aus Frankreich, sowie anderen England und Italien die Drallbeschleunigungen so ansteigen, daß die weichen Bleigeschoße in den Zügen durchrutschten, würde als Verlegenheitslösung der weiche Bleimantel mit dem härtern Kupfer, später Tombak, gehüllt, um die Leistenkräfte aufzufangen.

Das Militär war an der der Zielwirkung auf größere Ziele zunächst nicht gelegen, da ja immer auf Menschen geschossen wurde, die eher leicht verletzlich sind. Die Panzerbüchsen hingegen sollten gleich sehr viel härter Ziele, nämlich stählerne Panzer durchschlagen, sind für unseren Fall also auch nicht maßgebend. Zwischen Mensch und Panzer liegen die Zielwiderstände der Wildtiere, die wir strecken wollen. Wilhelm Brenneke, der große Erneuerer, siehe im bild unten links, beschäftigte sich schon zu wilhelminischen Zeiten mit den höheren Geschwindigkeiten angepaßten Jagdgeschoßen. Von der Festigkeit ist Blei bei hohen Geschwindigkeiten, ob der mit dem Quadrat der Geschwindigkeit anwachsenden Staudruckkräfte, am Ende. Wenn Blei bei 400 m/s noch hält, wie beim Kleinkalibergewehr .22"lfB, muß es bei 800 m/s bereits die vierfachen Kräfte aushalten. Das kann Blei nicht, auch kein antimonlegiertes, somit gehärtetes Blei. Um kleine Tier ohne große Fluchten im Knall zusammenbrechen zu lassen, werden aber eher 900m/s oder mehr gebraucht. Muß ein Geschoß mit 1.000 m/s auf einen angeschweißten, angreifender Keiler aus den Goldruten auf 1 m Entfernung an einem heißen Tag im Sommer durch den langen Schädel spitz von vorn ins Hirn geschossen werden, muß das Geschoß härter als Blei sein. 2,5- fache Schnelle erfordert 2,5-hoch-2-fache, also 6¼ -fache Kräfte zu verdauen ohne zu platzen. Blei ist dabei völlig aus dem Rennen. Ein anderer festerer Werkstoff muß her. Ein Blick in die Tabelle aus Zielwirkung 1 zeigt mögliche Werkstoffe. Hartblei ist 45 N/mm² zugfest. wir suchen den etwa 6,25-fachen Wert, also 45 N/mm²*6,25 = 282 N/mm². Als einsamer Kandidaten springen Kupfer mit 220 N/mm² Zugfeste und Duraluminium mit 250 bis 400 N/mm² ins Auge. Kupfer liegt mit 8,93 g/cm³ dichte zwischen Duraluminium zu 2,9 g/cm³ und Blei zu 10,95 g/cm³. Doch Aluminium ist nicht dicht genug.

Die Staudrücke aufprallender Geschosse übersteigen bei den meisten üblichen Büchsengeschwindigkeiten die Zug-, Druck- oder Scherfestigkeit üblicher Werkstoffe.
Stoff

Element

Dichte

Zugfeste

Zugfeste

Inhalt

Dichte

[kg/l]

[N/mm²;]

[Kp/cm²;]

[%]

[%]
Kupfer Cu
8,93
220
2.243
81,6
Nickel Ni
8,90
440
4.485
81,3
Kupfer-Nickel Cu-Ni
8,88
630
6.422
20 Ni, 1 Fe, 2 Mn 81,0
Messing Cu-Zn
8,60
600
6.116
20 - 40 Zn 78,5
Tombak Cu-Zn
8,80
470
4.791
5 - 20 Zn 80,4
Hartblei Pb-Sb
10,95
45
459
2 - 5 Sb 100,0
Aluminium Al
2,70
50
510
24,7

"

130
1.325
24,7
Duraluminium Al
2,90
250
2.548
3 Cu, 1 Mg, 1 Mn 26,5

"

400
4.077
Holz 0,5 30 300 50
Fleisch 1 4 40 100
Beton 2,5 17,5 175 250
Knochen 2? 120 1200 200
Eiche 0,8? 117 1170 80?

Mehr folgt in Kupfergeschosse.

Lutz Möller

Christoph Böhners Lutz Möller KJG Geschoßversuche

.458"-WM-Möller JG-Zielwirkung

Hallo Lutz,

ich komme gerade von Schießstand mit - denke mal - erfreulichen, besser gesagt, erleuchteten Ergebnissen! Folgende V0-Versuche führte ich mit 20 g 11,43 mm Möller JG aus der .458" Winchester Magnum durch:

11,43 mm Möller JG in Afrika

Hallo Lutz,

nun also mein Statement zu unseren Möller JG´s aus der .458" Win. Erstmal eins vorab: Die Präzision ist Spitze! Drei Schuß auf 100m konnte ich mit einem zwei €uro Stück abdecken. Also ging es – trotz Ladung mit neuem N125 Pulver – recht entspannt Richtung Afrika! Anmerk: Jetzt mit 4,14 g N120 sind sie noch besser!

Beim Anschießen in Afrika mußte ich etwa zwei Klicks nach oben richten. Das halte ich allerdings für unerheblich. Also raus Anzusitzen und zu beobachten – Wild erstmal kennenzulernen und Ansprechen zu üben. Beim ersten Ansitz hatte ich bereits 18 Kudue vor mir, davon die Hälfte Bullen waren. Das klappte also schon mal prima. Warzenschweine waren in Massen da! Das zogen wir so erstmal drei Tage durch. wir erblickten Elande und Steinböcke, sowie Dik Dik´s und Ducker. Aber zurück zu unserer Entwicklung! Am vierten Tag kam ein auffallend starker Keiler der zur Strecke kommen sollte! Da die Entfernung > 100 m recht weit war und ein Baum den Wege sperrte, mußte ich im Ansitz knien und konnte nur schlecht anstreichen. Der Keiler stand schräg von mir weg und begann schon wegzuziehen. Nicht mehr lang gefackelt und rums! Im Schuß wußte ich schon, etwas tief abgekommen zu sein. Trotzdem bannte es den Keiler auf den Fleck, an dem ihn die Kugel traf.


Bild 1: Warzenschweineinschuß von außen
Der Einschuß ist etwa
Kalibergroß. Das Möller JG traf eine Rippe und streifte das Brustbein.

Bild 2: Wazenschweinausschuß. Der Möller JG-Ausschuß war entsprechend größer, hielt sich allerdings in Grenzen.

Eines war also schonmal sicher: Das Geschoß macht selbst bei geringen Weg durch den Wildkörper „auf“! Der Keiler wog lebend runde 75 kg, nicht aufgebrochen. Die erste Trophäe war gewonnen, also sollte jetzt erstmal nach Kudubullen geschaut werden, von denen einer dann auch am nächsten Tag zur Strecke kommen sollte, nämlich ein uralter Bulle, der allerdings keine Anstalten machte sich breit zu stellen. Als er uns etwas benerkte, stellte er sich noch schlechter, fast spitz zu mir. Kurz übers Glas geschaut, wie der Winkel war und auf die linke Schulter gezielt und raus damit. Der Kudubulle zeichnete den Schuß, ging kurz nach links in den Busch ab, als ich ihn schon zusammenbrechen höre. Hin zum Stück – mausetot! Erleichterung! Gleich die Jungs geholt, paar Bilder geknippst und die Beute geborgen. Das Aufbrechen konnte ich kaum abwarten! Nun sollte klar werden, was das Lutz Möller KJG Geschoß zu leisten vermag.

Bild 3: Kudueinschuß. Der Einschuß lag auf der Schulter – wie angehalten.

Bild 4: Kudueinschuß von innen

Bild 5. Kuduauschuß außen. Der Ausschuß lag auf der gegenüberliegenden Seite auf den hinteren Rippen,
war erstaunlich klein; etwas mehr als ein
Kaliber groß. Nachgemessen betrug die Strecke durch´s Stück runde 90 cm!



Bild 6: brusthöhlenseitiger Kuduauschuß

Mein dickes, langsame Lutz Möller KJG Geschoß durchdrang die Schulter im Blatt, durchbohrte unterhalb der Wirbelsäule zwei Rippen, durchschlug die Lunge und trat vor der vierten Rippe von hinten wieder aus! Die Lunge war teilweise wie mit einem Kamm zerrissen. Geschoßsplitter waren nicht zu finden! Entweder sie stecken im Wildbret, oder das Geschoß splitterte nicht gesplittert, ich habe keine Ahnung!

Ich schoß noch weitere 7 Kudue. Bei denen zeigten sich gleiche Bilder: Kalibergroße Ein- und Ausschüsse! Die Stücke lagen alle im Bereich von 30-50 m! Ich will dir aber noch ein Bild meines zweiten Warzenschweinkeilers, dem ich einen ähnlichen Schuß wie dem oben gezeigten Kudu antragen mußte, zeigen. Dieser zeigt ein erheblich größeren Ausschuß!

Bild 7. Warzenschweineinschuß


Bild 8. Größerer Warzenschweinausschuß

Schlimm wurde es aber, als es auf den kleinen Steinbock gehen sollte! Afrikaniche Steinböcke sind kleiner als Rehe. Den Bock bannte der Schuß aus der dicken Wumme zwar auf den Fleck, allerdings waren auf der Ausschußseite keine Rippen mehr vorhanden! Aufzubrechen konnte man sich so sparen! Ich kann mir das nur so erklären, daß das Geschoß bereits in den ersten paar Zentimetern aufpilzt und entsprechend „Druck“ ins Ziel bringt (erinnere Dich mal an die Telefonbücher!) und daher den kleinen Wildkörper nicht wie ein „Vollmantel“ durchdringt, sondern das Stück förmlich „sprengt“! Anders ist es nicht zu beschreiben! die gleich Erscheinung zeigte sich auch bei den Schakalen, die ich schoß! Das muß, sollte – wenn möglich – noch geändert werden. Dann man hat ein Universalgeschoß für alle Wildarten! Sollte man eine Möglichkeit haben, das Geschoß langsamer aufpilzen zu lassen, hielte ich das für ideal! Evtl. verkleinere die Hohlspitzenbohrung oder stumpfe die Geschoßspitze? Ggf. sollte man Sollbruchstellen in Form eines Scharfrandes am Geschoßkopf anbringen! Ich setze in der .458" Win knapp 7000 Joule um. Eins steht jedenfalls fest: Der Weg, auf von Blei weg zu Kupfer zu gehen, ist der absolut richtige! Ich jedenfalls bin begeistert – wie auch mein Jagdführer, der aus dem Staunen nicht mehr rauskam! ☺ Schade nur, das kein Geschoß zu bergen war, da die immer ausschossen. Aber was soll's!

Gruß und Waidmannsheil, Christoph, den 15. Juni 2004

Hier folgt mehr, nämlich Afrikaerfahrungen mit dem 9,3 mm Möller JG aus der 9,3x62

Hi Lutz,

hier sende ich dir die ersten Ergebnisse und Beschreibungen meiner Schußversuche auf Bücher mit originalen und modifizierten 7 und 8 mm Möller JG´s.

7 mm Möller JG mit Hohlspitze u. z. T. Ringnut 8 mm Möller JG kurz mit Hohlspitze u. z. T. Ringnut

7x64, einmal abgeschossene RWS Hülse kalibriert und
gereinigt, 3,5 g N140, WLR-Zh, Länge 84,7 mm
Geschoß 7 mm Möller JG, deine V0 Angabe 999 m/s
8x57IRS, einmal abgeschossene RWS Hülse kalibriert und
gereinigt, 3,18 g N140, HP1225-ZH, Länge 80,2 mm
Geschoß 8 mm Möller JG, kurz, Wiederladebuch-V0-Angabe
792m/s

Zehn Millimeter hinter der Geschoßpitze sind 3-4 zehntel mm tiefe Ringnuten eingestochen. sie tragen keine nennenswerte Masse ab. Die „lahme” 8 x 57 IRS-Ladung beabsichtigt, zwischen „schnell und langsam” zu vergleichen. Die Prüfstrecke war wieder 25 m, das Ziel ein mit alten 16 stunden gewässerten Katalogen randvoller Karton. Ich wählte absichtlich „härteren” Werkstoff als Telefonbücher! Erstens hatte ich in der erforderliche Anzahl nicht mehr genügend Telefonbücher, zweitens wollte ich die Splitterwirkung sehen und auch sammeln können! Die Telefonbücher mögen gewässert zwar eher an Körpergewebe nachbilden, , zeigen allerdings mehr Wundkanalwirkung usw.. Ich wollte mir einfach Mühe sparen und zwei oder mehr gewässerte Kartons mit Büchern machen zu müssen (die 458er Versuche zeigten, daß nach dem ersten Beschuß dieser schon einige Festigkeit lassen mußte!)! Das Ganze ist jedesmal ein riesiger Aufwand, zumindest im Nachhinein den zerschossenen Müll wegzuräumen! Jedenfalls mehrere Schüsse auf ein Ziel abzugeben war der Gedanke, der auch aufging! Bilder sind anbei!

Beide Kaliber schafften darin etwa eine Strecke von knappen 17 cm Tiefenwirkung. Danach war Schluß. Mich würde mal interessieren, was die 458er geleistet hätte! Schade, daß ich sie nicht mitgenommen hatt! Allerdings behaupte ich einfach mal: MEHR!☺. Ich schoß mit beiden Kalibern einmal unbearbeitet und zweimal mit Kerbe! Den Ersten Schuß setzte ich auf eine Scheibe, um den Haltepunkt der Waffe zu ermitteln!

Interessanterweise lagen die unbearbeiteten Geschosse im Buch quer, wohingegen die mit Kerbe gerade steckten. Ich folgere das auf die Sollbruchstelle zurück, da die Geschosse, wie sich zeige, schneller splittern und der Geschoßstumpf weiter stabil die Richtung hielt (war bei den 458ern genauso). Die höhere Durchschlagskraft der Kerbgeschosse zeigte sich in tieferem Durchdringen, gegenüber den Originalen ungefähr 2-4cm weiter!

Den Büchern nach zeigen sich auch „Druckwellen” - wenn ich sie so nennen darf - im Bereich der ersten beiden Bücher (siehe Bilder)! Die fand ich sehr interessant und sie zeigen wohl wieder das Gleiche wie bei den 458ern: Die Geschosse öffnen unmittelbar in den ersten Zentimetern nach dem Einschlagen in mit Wasser! Splitter fand ich aber nur in den hinteren Büchern. Das zeigt, daß diese weiter Richtung (ungefähr) halten und mit dem Geschoß weiter eindringen!

Splitterwirkung

Ein ungekerbtes 7 mm Möller JG

Zwei gekerbte 7 mm Möller JG

Ein ungekerbtes 8 mm Möller JG - kurz | zwei gekerbte 8 mm Möller JG - kurz

Die Kerbgeschosse zeigen eindeutige Vorteile: Deren Splitter sind größer und dringen tiefer ein! Die unbearbeiteten Geschosse zeigen nur winzig kleine Splitter, zwar in höherer Zahl, waren aber kaum zu finden oder lagen nur lose im Schußkanal verstreut!

Stauchung

Restgeschosse links 7 mm Möller JG, rechts 8 mm Möller JG - kurz

Die Stauchung der Restkörper ist bemerkenswert: Die 8 mm Möller JG kurz aus der 8 x 57 IRS mit Schlappladung stauchte kaum auf, die schnelle 7er aber gewaltig auf mehr als 10 mm Durchmesser! Die 8er schaffte den Querschnitt gerade so auf 10 mm zu vergrößern! Wenn man die Querschnittsfläche berücksichtigt, zeigt die schnelle 7er hier deutlich mehr Stauchung! Dies unterstreicht deine Worte:

V0 und noch mehr V0!

Allerdings würde gut zu wissen sein, was die 458er auf den Büchern machen würde, da die Dicken NIE splitterten! Mir drängt sich der Verdacht auf, hier wären zwei verschiedene Kupferlegierungen für die 458er und 7er - , 8er - Geschosse verwendet worden. Sei´s drum....vielleicht mach ich noch einen Test mit der Dicken!

Das Restgewicht der Geschosse betrug bei der 7nern runde 5,2 g von ursprünglich 7,5, bei der 8ern 7,2 von 9g!

Mein erster Schluß: Der Gedanke mit der Kerbe scheint der Richtige zu sein. Zwar splittern das Möller JG ohne Kerbe, allerdings - will es mal so ausdrücken - unkontrollierter und weniger wirkungsvoll! Siehe dazu einfach die Geschoßbilder mit den Splittern! Sicher las ich nicht alle „staubförmigen Splitter” raus. Das war aber auch sicher nicht notwendig. Die Bilder sprechen für sich!

Da noch Bücher und Wasser übrig ist, versuche ich vielleicht noch 458er und auch mal herkömmliche Geschossen auf solch Ziel! Dann werden wohl die letzten Skeptiker zugeben müssen, das Kupfer einfach das bessere Material ist! Ich jedenfalls bin und bleib begeistert von den Geschossen! Blei kann da einfach nicht mit - weder in Präzision, noch in Durchdringung und Stabilität im Ziel!

Wenn noch Fragen sind, ruf mich am besten an! Geht am Telefon besser!

Im übrigen hab ich Herr Schilling wegen der 458er Geschosse angeschrieben, worauf aber noch keine Rückmeldung kam. Ich bin allerdings der Meinung, wenn er damit im Unterschallbereich testen will, werden meine Geschosse aufgrund der ihrer Konstruktion und Härte nicht viel machen. Aber wer weiß, was er testen will!

Soweit...

Gruß und WH
Christoph Böhner, Samstag, 16. Oktober 2004 17:37

PS: Bin an einer 8x68 dran! Dann geht es richtig los! ☺

Sehr geehrter Herr Möller,

wie versprochen anbei mein Erfahrungsbericht mit dem 7,62 mm Möller JG in .300" WSM aus der Blaser R93 mit einem 65 cm Lauf, in der Version Professional Schaft und ZF 6-24x56 Zeiß. Ich lud das Geschoß mit R 907 auf 1.049 m/s. Auf 230 m GEE eingeschossen, fiel das 7,62 mm Möller JG auf 320 m nur 10 cm. Die Umstände in Österreich ergaben, daß ich meine Waffe auf 100 m Fleck eingeschossen hatte. Bei der Bergjagd bietet das am Hang Vorteile. Die Ergebnisse meiner Österreichreise folgen nun:

  1. Schmalreh auf 180m Blatt:

    Stück lag im Knall: Ausschuß war ~ 5 DM Stück groß, kaum Hämatone, Kammer ausgeschweißt, jedoch kaum Schußzeichen am Anschuß

  2. Gams auf 280 m - 60° bergauf:

    Erster Schuß waidwund, Gams zeichnete deutlich, wobei eine Gams sich sehr schnell bei einem Waidwundschuss nieder tut. Dennoch schoß ich auf 320 m ein
    zweites Mal. Im Schuß fiel das Stück. Auch hier waren beide Ausschüsse 5 DM Stück groß. Ich hatte im unteren Drittel angehalten. Da saßen dann auch beide Schüsse.

  3. Gams auf 200 m spitz von vorn: Gams lag sofort im Feuer

  4. Kalb auf 310 m - 50° bergauf:

    Im Schuß drehte sich das Stück ohne zu zeichnen um, machte eine 15 m Flucht, drehte sich erneut und kippte nach weiteren 15 Metern einfach um. Der Schuß saß
    sauber auf dem Blatt. Da hatte ich auch hingehalten.

  5. Alttier auf 280 m - 50° bergauf:

    Ohne sichtbare zu zeichnen zog das Stück im Schuß einfach in den Bestand und war nicht mehr einzusehen. Am Anschuß fand sich deutlicher Lungenschweiß, solcher ebenfalls in der Wundfährte. Der HS brauchte nur 30 m zu arbeiten. Dann fand der das tote Tier.

Zusammenfassend kann man sagen

  1. Daß Lutz Möller KJG Geschoß fliegt enorm flach!

  2. Auch bei weiten Schüssen kann man „einfach drauf halten”!

  3. Die Wildgröße bestimmt ganz klar die Wirkung. Rotwild macht einige Meter, Rehwild fällt wie vom Blitz getroffen um!

  4. Die Ausschüsse waren immer nur 5 DM Stück groß, ergaben in Wundfährten wenig Schweiß. Der Schweiß läuft nunmal gemäß der Schwerkraft nach unten, bei mittigen Ausschüssen also in den Brustraum. Doch sollte das für einen Schweißhund, der eh nur nach der Bodenverwundung gehen sollte, kein Problem darstellen, denn Schweiß ist eine Bestätigung für uns Jäger, aber nicht für den Hund!

  5. Hämatome waren bei allen Stück kaum bis nicht zu beobachten!

Aus meiner Sicht ist das 7,62 mm Möller JG endlich ein Geschoß für eine .300" WSM mit dem ich auch Rehwild schießen kann, ohne daß dieses mir förmlich explodiert, bzw. das Wild unbrauchbar wird. Die Flugbahn des Kupferjagdgeschosses und ebenfalls die Präzision ( 5 Schuß auf 100 m ergeben 14 mm Streukreis ) sind einmalig!

Mit freundlichen Grüßen,
J. Cremer, Dortmund , Dienstag, 26. Oktober 2004 09:59

8 mm und 11,4 mm Möller JG verglichen

Nasser Sack

Christoph Böhner baute einen nassen Sack, der vorn eingeweichte Zeitungen und hinten eingeweichte Kataloge enthielt. Das entspricht zwar keinem Standard oder gar Wild, aber ist wunderbar geeignet Geschosse zu vergleichen. Die absoluten Maßangaben sind unklar. Aber ob unter den Bedingungen ein Geschoß tiefer eindringt, oder das andere, gilt.

Hallo Lutz,

ich komme gerade vom Schießstand. Meiner eigentlich vorher schon als sicher angenommene Vermutung , bestätigte sich soeben: Gleich welch Kaliber? Mit Möller JG-Geschoß drin sind alle mehr oder weniger gleich!

Schau dir die Bilder an! Infos soweit notwendig dabei; du kannst aber auch gerne noch anrufen, falls Fragen sind. Ich hab den ersten Schuß mit der .458" WM Möller JG mittig drauf gesetzt, danach schnell mit der 8x68S die Möller JGe und eine VM drauf gehauen. Die VM ging wieder seitlich aus dem Karton raus. Der Kram ist halt Mist.

2003er 8 mm Möller JG mit kurzer Hohlspitze aufgeschnitten

So ein 8 mm Möller JG nachdem es einem großen Oryx große Knochen brach 8 mm VMS nach 8 x 68 S Fangschuß auf kleinen Springbock gedreht, zerstört 8 mm VMS mit offenem Hintern, aus dem das Blei rausquitschte 8 mm VMS Geschoßrest wie beim Kudu auf den Knopp wie oben 8 mm VMS 12,7 g. Unser Geschoß zweier Kriege
Anmerkung LM: Vollmantel drehen sich im Ziele nach etwa 10 - 15 cm, platzen wie im Bild links teilweise hinten auf und können nicht schulterstabil geradeausfliegen, sondern drehen weg.

Leider hatte ich vergessen, vorher ein Bild der bearbeiteten Möller JGen zu machen, kann's aber auch erklären, da ich im Prinzip nichts anderes, als bei den zuvor nachträglich eingeschnürten 7 und 8mm Möller JGen, gemacht habe. Ich hab lediglich eines in der Hälfte des Geschoßkopfes eingeschnitten, das andere kurz vor dem ersten Führband. Nach den Splittern zu urteilen, ist die bessere Version die kurz vor dem ersten Führband! Eindeutig größere Splitter, die weiter streuen! Von der Durchschlagskraft spielt der Einschnitt/Schnürung jedenfalls keine Rolle (behaupte ich einmal, da mir leider das original belassene Möller JG links abgegangen ist). Splittern tun die 8mm kurz jedenfalls alle - ohne Schnürung halt kleinere Splitter!

Zur Tiefenwirkung: Was soll man sagen: Die Bilder sprechen für sich! Die 8 x 68S ging ebensoweit wie die 458"WM rein. Damit relativieren sich für mich alle Fragen! Mit der .458" WM hab ich schließlich ein Kudu auf fast 1 m Länge durchschossen, sprich Ausschuß gehabt! Ich weiß nicht, was man mehr will!?

Im Gegenteil: ich persönlich würde das 8mm kurz Möller JG noch mehr schwächen wollen!

Schau dir die Bilder der Restkörper an. Trotz Einschnürung beider Geschosse, zeigen beide einen Ansatz Fahnen zu bilden (aufgestauchte Fläche rund 10 mm). Für mich resümierend festzustellen oder zu verbessern: Bohrung noch 2 mm tiefer und leichter Einschnürung vor oder nach dem ersten Führband! Damit das Gewicht (des Restkörpers) gleich bleibt, evtl. das Geschoßheck noch strömungsgünstiger verlängern. Aus die Maus! Jedenfalls die Schnürung nicht unmittelbar an dem Bohrungsende, damit das Geschoß noch genügend, am Restkörper haltendes, Material hat, um die Stauchfläche zu erhalten, oder gar zu vergrößern.

Mach was aus den gewonnenen Erkenntnissen! :-)

Gruß und W H
Christoph Böhner, Mittwoch, 9. März 2005 13:34

Die Einschüsse im nassen Sack

„waidwund” geschossen, platze der nasse Sack

Die festen Lagen im nassen Sack waren etwa 30 - 35 cm tief.

„Bleibende Wundkanäle” = Zerstörungen im nassen Sack, weiche Abteilung
außen von 8 mm Möller JG kurz aus 8x68S, innen 11,4 mm Möller JG aus .458" WM

Bis hier hin, aber nicht weiter: nach 28 cm nassem Sack war Schluß

Der auseinadergenommene nasse Sack zweigt die drei Versuchsgeschosse in derselben 28-cm-Tiefe. Sowohl 8 mm Möller JG kurz mit und ohne Sonderbehandlung, als auch das 11,4 mm Möller JG aus der .458 WM

Drei Kupferlinge nach Frontalzusammenstoß von vorn
Möller JG erzeugen grobe und gefährlich Splitter, keinen sinnlosen Bleistaub!
Unser drei Kandidaten seitlich: 2 x 8 mm kurz und einmal 11,4 mm

Danke Christoph.

Daß Vollmantel im Ziel nicht geradeausfliegt, weil die Schulterstabilsierung fehlt macht umso deutlicher, wie schön die Möller JGe im Ziel geradeaus fliegen: Wie an der Schnur gezeogen!

Deine Erfahrungen in Afrika waren mit dem 11,4 mm Möller JG ja gut. Nun aber weißt du, daß es die 8x68S genausogut getan hätte, bei weiten Schüssen sogar deutlich besser. Dank der hohen 8x68S -Geschwindigkeit sind die „Wundkanäle” der 8 mm kurz auch nicht kleiner als der langsamen 11,4 mm Möller JGe. Daß unterstreicht meine Aussage mit Kupferjagdgeschossen kann man für bestimmtes Wild bei gleichem Erfolg ein bis zwei Nummern kleinere Patronen oder Kaliber oder leichtere Geschosse als mit Blei wählen. Man schießt so angenehmer und trifft besser.

Wenn ich nur an das unmögliche 14,5 g RWS KS in Afrika denke, das dort gar nichts Ordentliches bewirken kann, aber dagegen das 9 g 8 mm kurz Möller JG betrachte, das alles kann, ist der Unterschied schon sehr deutlich. Bei der 9,3 ist der Unterschied von sinnlosen, aber doll tretenden, 19 g Blei zu gut verdaulichen (für den Schützen) 12 g Möller JG ganz ähnlich. In beiden Fällen fliegen die Kupferlinge Kreise um die altmodischen Bleidödel, die vor lauter Masse schon nach kurzem Flug fast wie ein Stein aus dem Himmel fallen.

Lutz Möller, 10. März 2005

Zielwirkung 4. Teil | Zielwirkung